2. April 2026, 17:58 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Beim Umbau des Stromnetzes hakt es an einer Stelle besonders deutlich. Jetzt zeigt die Bundesnetzagentur, dass sie bei Verzögerungen und ausbleibendem Einbau härter eingreifen will.
Beim Einbau intelligenter Stromzähler wird es für viele Betreiber jetzt ernst. Die Bundesnetzagentur hat Aufsichtsverfahren gegen 77 Unternehmen gestartet. Der Grund: Sie erfüllen gesetzliche Vorgaben beim Rollout nicht. Nach Darstellung der Behörde gibt es diverse Betreiber, die die verlangten Ausbauziele verpasst haben. Teilweise wurde mit dem Einbau sogar noch gar nicht begonnen. Gefordert war unter anderem, dass mindestens 20 Prozent bestimmter Messstellen mit intelligenten Messsystemen und Steuerungstechnik ausgestattet werden. Dazu zählen etwa Fälle mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden.
Darum erhöht die Behörde jetzt den Druck
Smart Meter spielen eine wichtige Rolle für das künftige Energiesystem. Sie erfassen den Stromverbrauch genauer, schaffen mehr Transparenz im Netz und helfen dabei, die Stromversorgung besser zu steuern. Das ist vor allem mit Blick auf erneuerbare Energien sowie steuerbare Verbraucher wie Elektroautos oder Wärmepumpen wichtig. Außerdem bilden sie die Grundlage für flexible und dynamische Stromtarife. Dazu sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur: „Der Einbau von Smart Metern spielt eine zentrale Rolle für die Digitalisierung unseres Stromsystems. Wir stellen fest, dass viele Unternehmen die gesetzlichen Ausbauziele nicht erfüllen. In einem ersten Schritt leiten wir heute Verfahren gegen die Unternehmen ein, die mit dem Rollout noch nicht begonnen haben. Die Bundesnetzagentur verfolgt die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben mit Nachdruck“.
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Was jetzt auf die Unternehmen zukommt
Für die betroffenen Betreiber beginnt damit ein festes Aufsichtsverfahren. Zuerst bekommen sie Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Anschließend wertet die Bundesnetzagentur die Antworten aus und legt fest, wie es weitergeht. Wenn Mängel bestehen bleiben, kann die Behörde Zwangsgelder verhängen. Wie hoch diese ausfallen, hängt unter anderem von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der jeweiligen Unternehmen ab. Ganz überraschend kommt das Vorgehen nicht. Die Branche war bereits mehrfach auf ihre Pflichten hingewiesen worden. Außerdem hatte die Behörde schon zuvor klar gemacht, dass beim Ausbau deutlich mehr Tempo nötig ist.
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Warum noch mehr Verfahren folgen könnten
Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur wird es wohl nicht bei diesen 77 Fällen bleiben. Weitere Verfahren sind bereits angekündigt. Im Blick stehen dabei besonders kleine und mittelgroße Messstellenbetreiber, wenn auch dort Verzögerungen festgestellt werden. Hinzu kommt ein weiterer Punkt: In den nächsten Jahren sind zusätzliche Quotenprüfungen gesetzlich vorgesehen. Diese betreffen auch Erzeugungsanlagen. Die Behörde will auch diese Vorgaben eng begleiten. Deshalb ist gut möglich, dass die Zahl der Verfahren in Zukunft weiter wächst.