Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Kompatible Systeme und Produkte

Wie viel Smart Home bieten die Fritzbox-Router von AVM?

Smart-Home-Produkte für die Fritzbox
AVM bietet einige Smart-Home-Produkte für die Fritzbox anFoto: AVM

Wer in die Smart-Home-Welt einsteigen möchte, muss sich nicht auf teure Lösungen beschränken. Oft kann der heimische Router mehr, als man denkt. TECHBOOK erklärt die Möglichkeiten.

Die Fritzbox verbindet in Deutschland zahlreiche Geräte mit dem Internet. Sowohl für Kabel-, DSL-, Mobilfunk- als auch Glasfaseranschlüsse bietet der Hersteller AVM passende Router mit integriertem Modem. Doch die Topmodelle können noch mehr. Als Smart-Home-Zentrale muss sich die Fritzbox in vielerlei Hinsicht nicht gegenüber der Konkurrenz verstecken.

Die Fritzbox als Smart-Home-Zentrale

Die Fritzbox ist viel mehr als ein Router. Sie kann auch als Zentrale im Heimnetz dienen und so smarte Geräte ansteuern. Dabei kommunizieren die aktuellen Modelle über den unabhängigen Funkstandard „DECT ULE“ mit den Smart-Home-Geräten. Der Standard ist eine Abkopplung von DECT, arbeitet aber deutlich energiesparender. Daher auch der Zusatz ULE, für Ultra Low Energy. DECT ULE bietet eine hohe Funkreichweite, nutzt aber andere Frequenzen als beispielsweise WLAN oder Bluetooth. Daher stören sich die Funktechnologien gegenseitig auch nicht.

Der größte Vorteil einer Fritzbox als Smart-Home-Zentrale liegt in der Kostenersparnis. Da sich der Router bereits bei vielen Anwendern im Haushalt befindet, entfällt die Neuanschaffung. Auch bei Leihgeräten, beispielsweise von Vodafone oder 1&1, lassen sich die Smart-Home-Produkte von AVM anmelden.

Kompatible Smart-Home-Geräte

Um ein vernünftiges Smart-Home-System aufbauen zu können, benötigt man genügend kompatible Geräte für unterschiedliche Szenarien. AVM hat die Auswahl an Smart-Home-Produkten in den vergangenen Jahren zwar ausgebaut, wirklich umfangreich ist sie dennoch nicht. Derzeit bietet der Hersteller folgende Smart-Home-Geräte an:

Name Kategorie
Fritz!DECT 500smarte LED-Lampe mit Farbwechsel
Fritz!DECT 440Vierfach-Taster mit Temperatursensor und E-Ink-Anzeige
Fritz!DECT 400einfacher Smart-Home-Taster
Fritz!DECT 301Heizkörperthermostat
Fritz!DECT 210smarte Steckdose mit Spritzwasserschutz für den Außen-Einsatz
Fritz!DECT 200smarte Steckdose
Fritz!DECT 100erhöht die Reichweite von DECT-Telefonen

Seit dem Fritz!OS 7 lassen sich zusätzlich aber auch Produkte anderer Hersteller mit der Fritzbox koppeln. Die Verbindung zwischen dem Smart-Home-Gerät und der Fritzbox wird dabei über das DECT-ULE-Protokoll HAN-FUN hergestellt. Dieses wird unter anderem von den Magenta-Smart-Home-Geräten der Telekom unterstützt.

  • LED-Lampe E27 farbig oder weiß (Telekom)
  • Zwischenstecker für den Innen- oder Außenbereich (Telekom)
  • Wandtaster (Telekom)
  • Tür-/Fensterkontakt optisch oder magnetisch (Telekom)
  • Bewegungsmelder (Telekom)

Zudem gibt es Produkte der Hersteller Telegärtner, Rademacher und Becker, die mit dem Smart-Home-System der Fritzbox kompatibel sind:

  • DoorLine Slim DECT (Telegärtner)
  • Rollladen-Antrieb „BoxCTRL“ (Becker)
  • Rollladen-Gurtwickler „RolloTron DECT“ (Rademacher)

Bei der Anmeldung von Fremdgeräten an der Fritzbox gibt es allerdings Einschränkungen, die teils erheblich sind. So lässt sich das Heizkörperthermostat Fritz!DECT 301 beispielsweise nicht über Smart-Home-Geräte eines anderen Herstellers schalten. Die Kombination mit dem Fensterkontakt zur Fenster-offen-Erkennung funktioniert somit ebenso wenig wie die Steuerung über einen Telekom-Schalter. Auch darf kein DECT-Repeater mit der Fritzbox verbunden sein. Die maximale Anzahl von Smart-Home-Produkten anderer Hersteller ist auf zehn Geräte begrenzt.

Lesen Sie auch: Diese Fritzboxen erhalten bald keine Update mehr

Steuerung über die Fritz!App Smart Home

AVM bietet eine kostenlose App für Android und iOS an, mit der sich das Smart Home über den Fernzugang der Fritzbox verwalten lässt. Nutzer können beispielsweise von unterwegs die smarte Steckdose steuern und so verbundene Geräte ein- und ausschalten, die LED-Lampe aktivieren oder die Temperatur der Heizung mithilfe des Fritz!DECT 301 regeln. Außerdem lassen sich über die Fritzbox auch Heizpläne, automatische Schaltungen sowie Vorlagen und Gruppen anlegen.

Ist eine Spracherkennung möglich?

Eine Spracherkennung ermöglicht zusätzlichen Komfort – Apples Homekit bietet hier Siri, Google Home den Google Assistent, Amazon hat Alexa und Microsoft Cortana. AVM hat jedoch keine Sprachsteuerung im Angebot. Andere Anbieter nutzen Ortungsdienste, damit sich zum Beispiel die Heizung automatisch ausstellt, sobald das letzte Familienmitglied das Haus verlässt. Auch das kann die Fritzbox nicht – schützt so jedoch unser privates Umfeld vor unnötigen Datensammlern.

Welche Smart-Home-Alternativen gibt es?

Insbesondere Thermostate und smarte Steckdosen gibt es auch von zahlreichen anderen Herstellern. Eine Koppelung mit der „MyFritz“-App ist dabei jedoch nicht möglich, da diese entweder mit WLAN oder dem Funkstandard Zigbee arbeiten. Smarte Schalter gibt es etwa von Osram mit Zigbee-Funk für wenige Euro. Dazu benötigen Nutzer jedoch eine passende Basisstation. WLAN-Steckdosen, etwa von TP-Link, kosten um die 20 Euro und Heizungsthermostate gibt es ab rund 25 Euro.

Interessant sind aber vor allem die Komplettsysteme anderer Hersteller. Eine ausgeklügelte Klima- und Heizungssteuerung inklusive Temperatursensor bietet beispielsweise Tado. Bosch wiederum stellt Smart-Home-Produkte für unterschiedlichste Aufgaben und Bereiche bereit. Lesen Sie dazu auch den Test eines smarten Rauchmelders, des Twinguard, bei unseren Kollegen von myHOMEBOOK:

Bosch Twinguard im Test – was kann der smarte Rauchmelder?

Auch die Deutsche Telekom oder Samsung bieten eigene Smart-Home-Systeme an. Wie bei Tado ist für den vollständigen Nutzungsumfang allerdings ein Abo vonnöten, das im Schnitt 3-5 Euro pro Monat kostet.

Fazit: Smart Home über die Fritzbox noch ausbaufähig

Ein Smart-Home-System über die Fritzbox einzurichten eignet sich für all diejenigen, die den Router bereits zu Hause haben und gleichzeitig nicht allzu hohe Ansprüche stellen. Die smarte Lichtsteuerung, das Regeln der Temperatur der Heizung sowie die Fernwartung per App sind bei AVM kein Problem. Allerdings fehlt es noch an genügend kompatiblen Produkten – zum einen aus eigenem Haus, zum anderen von Fremdherstellern. Zumal die Einbindung von letzteren noch einige Einschränkungen mit sich bringen. Die Sprachsteuerung erlaubt AVM ebenfalls nicht. Dafür ist das System komplett kostenfrei und bietet eine hohe Datensicherheit, da Verbindungen allein über das Heimnetz laufen.