7. Mai 2026, 11:34 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Amazon bringt mit Alexa+ ein umfassendes KI-Update für seine Sprachassistentin nach Deutschland. Nach einer Testphase in den USA startet nun auch hierzulande ein früher Zugang. Die überarbeitete Alexa versteht mehr, reagiert natürlicher und erweitert ihren Funktionsumfang deutlich, wie wir in einem ersten Test beobachten konnten. Doch nicht alles läuft bereits reibungslos – und für manche Nutzer wird es künftig kostenpflichtig.
Der Deutschlandstart von Alexa+ erfolgt zunächst im Rahmen eines Early-Access-Programms. Nutzer müssen sich über eine spezielle Website registrieren und erhalten anschließend eine Einladung. Alternativ sind neue Geräte wie der Echo Show 11 oder der Echo Dot Max bereits mit Alexa+ ausgestattet. Während der Testphase bleibt die Nutzung kostenfrei. Nach deren Ende ist der Zugriff auf Alexa+ mit der Prime-Mitgliedschaft abgedeckt, Nutzer ohne Abonnement zahlen dann jedoch monatlich 23 Euro.
Zunächst nur mit Amazon-Geräten kompatibel
Im Gespräch mit TECHBOOK erklärt Amazon, dass rund 75 Prozent der Echo-Geräte mit Alexa+ kompatibel sind. Ausgenommen sind mehrere ältere Modelle, darunter der Echo Dot, Echo, Echo Plus sowie Echo Show und Echo Spot der ersten Generationen.
Neben den klassischen Lautsprechern funktioniert Alexa+ auch auf ausgewählten Fire-TV-Geräten wie dem Fire TV-Stick HD der zweiten Generation, dem Fire TV-Stick 4K Plus der zweiten Generation sowie aktuellen Amazon-Fernsehern.
Nicht unterstützt werden hingegen smarte Lautsprecher anderer Hersteller wie Sonos oder JBL. Ob sich das zeitnah ändert, wollte Amazon nicht bestätigen. Eine besondere Integration gibt es jedoch im Automobilbereich: Im BMW iX3 ist Alexa+ als „BMW Intelligent Personal Assistant“ eingebunden. Die Aktivierung erfolgt dort über „Hey BMW“ statt über die üblichen Sprachbefehle.
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Erweiterte KI-Funktionen im Alltag
Über Alexa+ haben wir im Vorfeld bereits häufiger berichtet. Die neue, KI‑unterstützte Sprachassistentin soll deutlich natürlichere Gespräche ermöglichen als die bisherige, eher statische Version. Gespräche mit Alexa+ sollen sich dadurch weniger wie eine Aneinanderreihung von Befehlen anfühlen, sondern eher wie ein Dialog. Wichtig ist dabei auch, dass sie sich Informationen merken kann, die Nutzer im Dialog preisgeben. Dazu zählen etwa individuelle Vorlieben beim Essen (inklusive Unverträglichkeiten), bei der Temperatur zu Hause oder Hobbys. Auf Basis dieser Informationen über den Gesprächspartner kann Alexa+ beispielsweise Rezepte vorschlagen, Geburtstage oder Jahrestage planen und Reservierungen sowie dazu passende Kalendereinträge vornehmen. Selbst Geschenkwünsche lassen sich speichern und direkt per Sprache bestellen.
Für all dies verarbeitet Alexa+ Inhalte aus verschiedenen Quellen. Nutzer können E-Mails an die Assistentin senden, aus denen sie relevante Informationen extrahiert. Ebenso lassen sich Bilder beispielsweise über die Kamera eines Echo Show analysieren, um Gegenstände zu finden oder um das eigene Outfit bewerten zu lassen. Selbst zur Pflanzenbestimmung können Aufnahmen eingelesen und ausgewertet werden.
Im Smart-Home-Bereich erweitert Alexa+ ihre Fähigkeiten deutlich. In Verbindung mit Ring-Kameras lässt sich überprüfen, ob bestimmte Aufgaben erledigt wurden, etwa das Herausbringen der Mülltonnen oder das Füttern eines Haustiers. Zudem interpretiert die KI abstrakte Befehle wie „Sorge für eine gemütliche Stimmung“ und passt die Beleuchtung und das Raumklima entsprechend an. Routinen lassen sich vollständig per Sprache erstellen, ohne dass eine separate App genutzt werden muss. Auf Wunsch lassen sich alle Routinen auch einsehen und verwalten.
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Erste Eindrücke aus der Praxis
Amazon hat uns im Rahmen einer ersten Präsentation die Möglichkeit gegeben, Alexa+ kennenzulernen und auszuprobieren. Vorgeführt wurden die neuen Funktionen in verschiedenen Stationen. Besonders die Objekterkennung über Kameras konnte dabei überzeugen. Insgesamt wirkten die Antworten im Vergleich zur bisherigen Alexa deutlich natürlicher. Bisweilen war der Ton für unseren Geschmack aber etwas zu gehypt und fröhlich. Zudem gab es gelegentlich eine Denkpause, in der Alexa die für die Antwort notwendigen Daten offenbar erst verarbeiten musste. Diese störten jedoch nicht wirklich. Hinter Systemen wie ChatGPT bleibt die Sprachqualität stellenweise noch zurück.
Insgesamt zeigt Alexa+ im ersten Eindruck deutliche Fortschritte und erweitert die Rolle der Sprachassistentin hin zu einer umfassenden Alltagshilfe mit breitem Funktionsspektrum und hoher Gerätekompatibilität. Gleichzeitig bestehen weiterhin Schwächen bei Geschwindigkeit und Dialogqualität sowie Einschränkungen bei der Nutzung ohne Prime-Abonnement.