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Jetzt auch noch Werbung! Amazon Alexa wird immer schlechter

Nutzer beschweren sich über Werbung bei Amazon Echo und Alexa
Nutzer beschweren sich über Werbung bei Amazon Echo und Alexa Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Seth Wenig
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

4. Dezember 2025, 10:22 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Zahlreiche Besitzer eines Echo Show ärgern sich bereits seit Längerem über nicht abschaltbare Werbeeinblendungen auf ihren Geräten. Zwischen Kalender, Uhrzeit und Familienfotos erscheinen plötzlich Anzeigen, teilweise im Vollbildformat. Amazon testet offenbar, wie weit Nutzer diese Maßnahmen hinnehmen. Nun erreicht die Werbung sogar reine Echo-Audiomodelle.

Alexa ist die intelligente Sprachassistentin von Amazon und kommt vor allem auf den Echo-Modellen zum Einsatz. Neben den diversen Echo Shows mit Display, gibt es auch Echos, die nur als Lautsprecher fungieren. Allerdings klagen Nutzer in letzter Zeit vermehrt darüber, dass sich Alexa fühlbar verschlechtert hat. Sie versteht Anfragen teils nicht mehr oder reagiert fehlerhaft. Und ein weiterer Punkt sorgt aktuell für Unmut: Werbung auf und über die Echo-Geräte. Wir haben bei Amazon nachgefragt, was es damit auf sich hat.

Werbung nicht dauerhaft abschaltbar

Amazon zeigt auf seinen Echo-Show-Geräten vermehrt Werbung – auch mitten in persönlichen Fotostrecken. Nutzer berichten, dass die Anzeigen nicht nur als Kacheln, sondern sogar im Vollbild erscheinen. Besonders verärgert sind viele, weil sich die Inhalte nicht deaktivieren lassen. Selbst zahlende Abonnenten oder Besitzer der teuren Geräte – das Topmodell kostet um die 400 Euro – erhalten keine Option zur Abschaltung der Reklame.

Amazon selbst bestätigt die Anzeige der gesponserten Inhalte auch auf seiner Hilfeseite. Hier heißt es: „Der Echo Show zeigt Empfehlungen für neue Filme, Serien, Produkte und mehr an. Diese Anzeige ist unten auf dem Bildschirm mit ,Gesponsert´ gekennzeichnet. Du kannst diese Anzeigen nicht ausschalten, aber eine Anzeige skippen, indem du von rechts nach links über den Bildschirm wischst.“

Die Werbeinhalte reichen von Produktempfehlungen bis hin zu Prime-Angeboten und lassen sich lediglich überspringen. Eine dauerhafte Deaktivierung ist nicht möglich. Amazon rechtfertigt dies mit dem Hinweis, dass es sich nur um einen „kleinen Teil der Nutzererfahrung“ handle, der helfe, neue Produkte zu entdecken.

Audiowerbung erreicht auch Lautsprecher-Modelle

Inzwischen betrifft die Werbung nicht mehr nur die Echo Show mit Display. Auch Nutzer klassischer Echo-Lautsprecher berichten, dass Alexa inmitten regulärer Antworten – etwa bei der Uhrzeitanzeige – plötzlich Werbebotschaften einspielt. In sozialen Netzwerken und Foren wie Reddit zeigen sich viele irritiert, zumal einige Anzeigen auch bei Geräten mit Prime-Abo auftreten.

Ein konkretes Beispiel hat ein Reddit-Nutzer auch gleich parat: Als Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit antwortet Alexa nicht nur mit der entsprechenden Zeit, man hört auch unmittelbar im Anschluss den Hinweis „it’s time for daily … from Nutrafol“. Viele Betroffene sehen darin einen Versuch, Werbung dauerhaft in Sprachantworten zu integrieren. Amazon jedoch erklärt auf TECHBOOK-Nachfrage, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt. „Eine kleine Anzahl von Kund:innen und Kunden hat eine unbeabsichtigte Antwort von Alexa erhalten“, so ein Sprecher. Man habe das Problem inzwischen behoben.

Amazon verdient so gut wie nichts am Verkauf der eigenen Hardware. Die Preise liegen zum Teil sogar unter den Produktionskosten. Geld spielt Amazon vielmehr über andere Quellen ein. Dazu zählen Abos wie Amazon Music, Verweise auf den Online-Shop, Skills von Drittanbietern – oder eben diverse Werbesysteme. Dass Amazon daher immer mal wieder neue Ausspielungswege testet, verwundert nicht.

Eine zu penetrante Ausspielung der Werbespots kann jedoch auf Kosten der Nutzererfahrung gehen. Konkurrenzprodukte wie Google Nest Hub oder Apple HomePod verzichten bislang auf vergleichbare Werbeformen.

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Nutzer versuchen, sich selbst zu helfen

Manche Nutzer in Deutschland versuchen, die Werbung zu umgehen, indem sie die Gerätesprache auf Englisch (UK) umstellen. Zwar erscheinen die Inhalte dann in englischer Sprache, die Werbeeinblendungen reduzieren sich jedoch spürbar.

Andere deaktivieren in den Einstellungen ihres Echo Show einzelne Empfehlungen, etwa unter dem Menüpunkt „Startseiten-Inhalte“. Doch auch dann verschwinden die Werbekacheln nicht vollständig. Eine „Werbefrei“-Option wie bei Kindle-Geräten gibt es bislang nicht.

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Selbst Alexa+ bleibt wohl nicht werbefrei

Dass Amazon auf seinen Geräten verstärkt Werbung ausspielt, ist nicht neu. Auf dem Fire TV-Stick erscheint sie bereits seit Längerem. Auch auf dem Kindle und den Fire-Tablets gibt es Werbung, wobei Amazon hier immerhin auch werbefreie Optionen anbietet. Selbst für die KI-gestützte Version Alexa+ ist Werbung im Gespräch, die direkt in laufende Unterhaltungen eingebaut werden könnte, TECHBOOK berichtete.

Laut Amazon-CEO Andy Jassy sollen insbesondere „mehrstufige Unterhaltungen“ genutzt werden, um Produkthinweise möglichst natürlich einzustreuen – nicht als separaten Spot, sondern als beiläufigen Satz während des Dialogs. Ziel sei es, Nutzer „beim Entdecken neuer Produkte“ zu unterstützen und gleichzeitig die Werbeumsätze zu steigern. Klingt vertraut? Richtig, dieser Art erscheint die Werbung wie erwähnt derzeit schon bei der kostenfreien Alexa.

Mit der Ausweitung auf Alexa+ würde Amazon über die bisherige Display- oder Audiowerbung hinausgehen und Alexa zu einem aktiven Werbepartner weiterentwickeln. Die Einführung solcher Gesprächs-Werbung hängt jedoch vom Erfolg und der Verbreitung von Alexa+ ab – und sie wirft Fragen zu Datenschutz, möglichen Fehlinformationen durch KI sowie zu einer klaren Kennzeichnung der Werbeinhalte auf.

Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

Alexa und ich verstehen uns nicht mehr

„Ich nutze Echo-Geräte seit Jahren und ärgere mich in letzter Zeit vermehrt über Alexa. Sie reagiert manchmal unaufgefordert, dann auf direkte Anfragen gar nicht, versteht einen nicht oder beendet Musikstreams ohne Aufforderung.

Ich habe das Gefühl, dass sie immer schlechter wird und kaum noch verlässlich reagiert – ein Eindruck, mit dem ich nicht allein bin. Sowohl in Gesprächen mit Freunden und Kollegen als auch in Nutzerberichten im Netz hört man immer wieder, dass Alexa in den vergangenen Monaten stark nachgelassen hat. Darauf angesprochen meint Amazon lediglich, dass man weiterhin in das ursprüngliche Alexa-Erlebnis investiere. In welchem Umfang dies jedoch erfolgt, bleibt offen.

Insgesamt bekommt man als Nutzer also den Eindruck, dass das kostenpflichtige Abo Alexa+ deutlich stärker im Fokus steht. Und man kann sich schon die Frage stellen, ob die alte Alexa schlechter wird, um einen möglichst großen Unterschied zum neuen kostenpflichtigen Abo-Modell zu generieren und dieses somit attraktiver zu machen.“

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