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Kostenpflichtig und doch mit Werbung? Amazons Pläne für Alexa+

Ein Echo Spot von Amazon
Amazon plant für Alexa Werbung in Gesprächen Foto: Getty Images
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Woon-Mo Sung
Redakteur

4. August 2025, 13:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Amazons Sprachassistenz befindet sich in etlichen Haushalten weltweit und unterstützt im Alltag mit vielerlei Funktionen. Seit Februar gibt es eine neue Version mit KI-Unterstützung, Alexa+. Doch nun hat das Unternehmen verlauten lassen, dass Alexa bald auch Werbung bekommen könnte.

Alexa könnte Werbung in Gesprächen machen

Das habe jedenfalls laut einem Bericht bei „TechCrunch“ Amazon-CEO Andy Jassy bei einem Quartalsbericht in Aussicht gestellt. Seinen Ausführungen zufolge sollen Kunden bereits ganz „aufgeregt“ sein über die Produkte mit Alexa+. Sie würden viele Einkäufe mit ihrer Hilfe erledigen.

Von daher würden sich im Laufe der Zeit Gelegenheiten eröffnen, Werbung auch in direkten Gesprächen mit Alexa einzubauen. Im Fokus sollen dabei sogenannte „mehrstufige Unterhaltungen“ stehen, die in ihrer Anzahl noch zunehmen werden. Mit zusätzlicher Werbung will man Verbrauchern helfen, neue Produkte zu finden und dabei den eigenen Umsatz steigern.

Bislang bekommen Alexa-Anwender Werbung nur begrenzt ausgespielt, wobei die Art der Werbung abhängig vom Gerät ist. Entweder erscheint eine visuelle Anzeige auf dem Display oder ein Spot ertönt zwischen zwei Liedern über den Lautsprecher. Bald könnte Alexa also Werbung als Teil einer laufenden Unterhaltung einbauen.

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Alexa+ vorerst noch eine Herausforderung

Der Plan erfolgt vor dem Hintergrund immenser Kapitalausgaben für die Entwicklung interner KI-Chips und -Datenzentren. Im zweiten Quartal 2025 stiegen Amazons Investitionen auf 31,4 Milliarden US-Dollar – 90 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2024. Ein großer Teil davon geht in die KI. Zugleich stiegen die Werbeumsätze um 22 Prozent.

Gleichzeitig will man mit der Zeit gehen. Auch Konkurrenten wie Google oder OpenAI liebäugeln mit oder testen bereits KI-unterstützte Werbung. Ob Amazon mitziehen kann, muss sich zeigen. Viel hängt vom Erfolg von Alexa+ ab. Aktuell gibt es die neue KI-Variante nur in den USA, weitere Märkte folgen aber demnächst. Für Prime-Abonnenten ist die Nutzung ohne zusätzliche Kosten möglich, alle anderen sollen jedoch 20 US-Dollar monatlich löhnen. Jassy erwähnte aber auch die Möglichkeit eines zukünftigen Abos ohne Werbung.

Auch interessant: Amazon stellt Alexa+ vor! Wofür Nutzer jetzt zahlen

Allerdings geht es derzeit nur schleppend mit Alexa+ voran. Bislang haben nicht genügend Haushalte das Upgrade vorgenommen, zudem habe es Schwierigkeiten beim Ausrollen diverser Funktionen gegeben. Damit Werbung bei Alexa innerhalb von Gesprächen erfolgreich werden kann, braucht es aber möglichst viele Adressaten.

Potenzielle Datenschutzgefahren

Werbetreiber sollten aber nicht allzu vorschnell auf den KI-Werbezug aufspringen. Denn wie viele andere KI-Modelle auch soll Alexa+ nicht frei von „Halluzinationen“ sein und mitunter falsche Aussagen tätigen. Und Amazon muss sicherstellen, dass das bei Werbung nicht passiert.

Dank der künstlichen Intelligenz sollen sich Gespräche mit Alexa+ auch natürlicher und besser anfühlen, womit sich das Upgrade mehr in Richtung Chatbot bewegt, weg von der bisherigen reinen Sprachassistenz. Allerdings tendieren Personen dazu, Chatbots mehr von sich preiszugeben – sensible Informationen, die direkt gesammelt und zu Marketingzwecken verwendet werden können.

Da diese Hürden aktuell bestehen und die neue KI-Variante ohnehin bislang nicht weltweit erhältlich ist, dürfte es aber noch ein wenig dauern, bis Alexa+ Werbung in Gespräche einfließen lassen wird.

Woon-Mo Sung
Redakteur

Alexa wird wie ich

„Wenn ich von etwas begeistert bin, dann sabbele ich gerne meinen Freunden die Ohren voll und möchte sie regelrecht bekehren. So habe ich in der 7. Klasse Blümchen-Scooter-Techno-Hörer erfolgreich zu Rap und dem Wu-Tang Clan gebracht. Und bis heute reibe ich meinem besten Freund unter die Nase, dass er sich ja einst ein Nintendo 64 zulegen wollte, ich ihm aber die PlayStation aufgeschwatzt habe.

Wenn es mich einmal überkommt, kann ich das offenbar sehr gut. Natürlich laufe ich auch nicht herum und kündige mein Vorhaben mit einem lauten ‚Achtung, Werbung!‘ an. Stattdessen lege ich meinen Arm um die Schultern, erzähle einen Schwank aus meinem Leben und erkläre, warum mein Plattenspieler mein Leben bereichert – und warum das auch für jemand anders der Fall sein wird. Ich meine das wirklich so, aber böse Zungen mögen sicher auch behaupten, das sei ein wenig manipulativ.

Die Pläne für Werbung innerhalb von Alexa+ klingen nun so, als wolle man das Werbeplakat zum werbenden Kumpel umfunktionieren. Das mag vielleicht weniger nervig und aufdringlich wirken, wenn anstelle eines nervigen Jingles eventuell nur ein nebenbei eingestreuter Satz erfolgt – so stelle ich es mir zumindest vor. Aber seien wir mal ehrlich: Das wird richtig hinterf***ig. Denn anders als ich, der nur das Beste für seine Mitmenschen will und nicht einmal dafür bezahlt wird (warum eigentlich nicht?), wirkt die Werbung bei Alexa+ wie die nächste invasive Kommerz-Evolutionsstufe. Und wie wird die Werbung dann überhaupt gekennzeichnet?

Statt dass ich als Freund einfach wohlwollend meinen Arm um Sie lege, bezahlen Sie vielleicht bald dafür, damit Amazon Sie kräftig an den Nacken packt und ihnen Produkte ins Ohr flüstert. Oder wie Grima Schlangenzunge in ‚Der Herr der Ringe‘ König Théoden ständig im Ohr liegt und ihn manipuliert. Nur wird es dann ein riesiger Konzern sein, der nichts anderes will, als Waren zu verkaufen. Irgendwie unheimlich.“

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