Traditionsreicher Elektronikhändler meldet Insolvenz an
Nach dem Insolvenzantrag soll der Geschäftsbetrieb bei Pollin zunächst weiterlaufen Foto: Getty Images/iStockphoto
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Przemyslaw Szymanski
30. Juli 2026, 15:15 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Für Pollin Electronic beginnt eine ungewisse Phase. Das Unternehmen aus dem bayerischen Pförring hat einen Insolvenzantrag gestellt. Der Versandhändler ist seit vielen Jahrzehnten am Markt aktiv und bietet Produkte aus verschiedenen Bereichen der Elektronik und Technik an. Welche Folgen der Antrag langfristig haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar.
Verfahren läuft am Amtsgericht Ingolstadt
Das Insolvenzverfahren der Pollin Electronic GmbH wird laut einer Veröffentlichung des Amtsgerichts Ingolstadt vom 29. Juli 2026 unter dem Aktenzeichen IN 401/26 geführt. Als Insolvenzverwalter ist der Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner bestellt.
Bislang hat sich das Unternehmen selbst nicht öffentlich zu dem Schritt geäußert. Weder auf der Unternehmenswebsite noch im Online-Shop findet sich derzeit ein Hinweis auf den Insolvenzantrag.
Die heutige Unternehmensstruktur entstand 1996 mit der Umfirmierung zur „Pollin Electronic GmbH“. Gleichzeitig traten die drei Söhne des Gründers als Mitgesellschafter ein.
Im November 1998 eröffnete das Unternehmen ein Elektronik-Handelszentrum mit einem Logistikbereich, der für 1000 Pakete pro Tag ausgelegt war. Wenige Jahre später, im Mai 2001, startete Pollin zusätzlich einen eigenen Online-Shop und ergänzte damit das bestehende Versandgeschäft um einen weiteren Vertriebsweg.
Die nächste Veränderung folgte im August 2005. Max Pollin junior übernahm die alleinige Geschäftsführung. Werner und Herbert Pollin wurden Prokuristen. Gleichzeitig übernahm Max Pollin senior den Vorsitz des neu gegründeten dreiköpfigen Aufsichtsrats.
Heute umfasst das Angebot des Unternehmens unter anderem Bauelemente, Entwicklerboards, Messtechnik, Computer, Telefontechnik, Stromversorgung sowie Sat-, TV- und Audiotechnik. Darüber hinaus verkauft Pollin Produkte für Haus, Garten und Werkstatt.
Trotz des Insolvenzantrags wird der Geschäftsbetrieb nach Angaben des „Donaukuriers“ zunächst fortgeführt. Insolvenzverwalter Joachim Exner erklärte gegenüber der Zeitung: „Unser Ziel ist die Fortführung des Unternehmens.“
Von den weiteren Entwicklungen hängt auch die Zukunft der 140 Mitarbeitenden ab. Nach Angaben des „Donaukuriers“ sind deren Gehälter bis Oktober gesichert. Welche Maßnahmen für eine mögliche Sanierung notwendig sein werden, ist bislang offen. Geschäftsführer Max Pollin junior wollte sich gegenüber dem „Donaukurier“ zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern.
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