24. Juli 2026, 7:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Bei Galeria stehen erneut mögliche Filialschließungen im Raum. Der Warenhauskonzern prüft nach eigenen Angaben 33 Standorte in Deutschland. Ob die Häuser erhalten bleiben, hängt von laufenden Gesprächen mit den Vermietern ab. Kommt es zu keiner Einigung über Mietkonditionen und Flächenzuschnitte, könnten die betroffenen Filialen schließen. Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte: „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten.“
Diese Standorte stehen auf dem Prüfstand
Von der Überprüfung betroffen sind Filialen in zahlreichen Bundesländern. Dazu gehören Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen in Baden-Württemberg. In Bayern stehen Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München am Rotkreuzplatz und Würzburg auf der Liste.
Auch mehrere Häuser in Berlin werden geprüft: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und Spandau. Hinzu kommen Potsdam, Hamburg-Eimsbüttel, Bad Homburg, Limburg an der Lahn, Wismar, Braunschweig und Oldenburg.
Weitere betroffene Standorte liegen in Nordrhein-Westfalen mit Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße und Nippes), Mülheim im Rhein-Ruhr-Zentrum sowie Münster in der Salzstraße. Außerdem stehen Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer und Magdeburg auf der Liste.
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Verhandlungen sollen Schließungen verhindern
Nach Angaben des Unternehmens sollen nun neue Mietvereinbarungen ausgehandelt werden. Gleichzeitig spricht Galeria mit Vermietern über mögliche Flächenanpassungen. Gelingt keine Einigung, sieht das Unternehmen die Zukunft der jeweiligen Filiale gefährdet.
Für die Auswahl der Standorte nennt Galeria unter anderem die Höhe der Miete sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Häuser als Kriterien. Gleichzeitig führt das Unternehmen auch an den übrigen 50 Filialen Gespräche über Verbesserungen. Darüber hinaus prüft der Konzern Umzüge in andere Immobilien und mögliche Neueröffnungen.
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Kredit über Millionenbetrag ist an Bedingungen geknüpft
Galeria sicherte sich vor Kurzem eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro. Die Finanzierung stammt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Voraussetzung ist allerdings die Umsetzung eines Sanierungsplans. Dieser Plan sieht ausdrücklich weitere Filialschließungen vor. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass rund 30 der damals 83 Warenhäuser als besonders gefährdet galten.
Mit dem neuen Kapital will Galeria unter anderem einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital ablösen. Außerdem sollen offene Mietzahlungen beglichen werden. Mehrere Vermieter hatten zuvor erklärt, Mieten seien teilweise oder gar nicht gezahlt worden. Galeria verwies auf eine schwankende Zahlungsfähigkeit und bestätigte, Vermieter um Stundungen gebeten zu haben.
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Dritte Insolvenz innerhalb von vier Jahren
Der Konzern musste Anfang 2024 bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden. Als einer der Auslöser galt der Zusammenbruch des Signa-Konzerns.
Im Sommer 2024 schloss Galeria bereits neun Filialen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben noch rund 12.000 Mitarbeiter. Für viele von ihnen bleibt die weitere Entwicklung der betroffenen Standorte vorerst offen.