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Was mich als Kassiererin am meisten genervt hat

Bitte immer freundlich zum Personal sein, egal ob im Supermarkt oder im Restaurant
Bitte immer freundlich zum Personal sein, egal ob im Supermarkt oder im Restaurant Foto: Getty Images / TECHBOOK
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Charlotte Ziesing

18. Juli 2026, 15:42 Uhr | Lesezeit: 11 Minuten

Knapp zwei Jahre lang habe ich als Werkstudentin in verschiedenen Edeka-Märkten an der Kasse gearbeitet. In dieser Zeit habe ich so ziemlich alles erlebt: stressige Schichten, Diskussionen mit Kollegen, zu kurze Pausen und natürlich die unterschiedlichsten Begegnungen mit Kunden. Die meisten waren unproblematisch, manche haben mich allerdings regelmäßig an den Rand des Wahnsinns gebracht.

Deshalb geht es in dieser Liste um die 11 Dinge, die Kunden an der Kasse immer wieder falsch machen – oft, ohne es überhaupt zu merken. Natürlich sind auch Kassierer nicht fehlerfrei. Trotzdem wird ihre Perspektive oft übersehen. Diese Liste soll deshalb einen kleinen Einblick in den Alltag hinter der Kasse geben und zeigen, welche Situationen dort besonders stressig sein können.

1. Problem Kassenband

Fangen wir mit den Flaschen an. Die richtige Positionierung macht hier den Einkauf so viel einfacher. Rollende Gegenstände sollten so auf dem Band liegen, dass der Po zur Kassenkraft zeigt. So kann sie leichter gegriffen und direkt richtigherum an den Kunden weitergegeben werden. Noch wichtiger: Getränke niemals aufrecht auf das Band stellen. Vor allem bei Glasflaschen ist das Risiko, dass sie umfallen und kaputtgehen, einfach enorm groß.

Auch ein Klassiker ist der fehlende Warentrenner und damit verbundene hitzige Diskussionen. Dabei wäre die Lösung so einfach: Jeder legt nach seinem Einkauf einen Trenner aufs Band und alle halten sich daran. Eigentlich ein erstaunlich unkompliziertes Konzept. Natürlich kann es passieren, dass gerade kein Trenner da ist. Da es aber meistens mindestens zwei pro Kasse gibt, werdet Ihr schon noch rechtzeitig einen bekommen. Trotzdem scheint der Warentrenner für manche Menschen ein fremdes Konzept zu sein.

Und wenn wir schon beim Kassenband sind: Bitte legt Pfandbons nicht lose darauf. Das klingt harmlos, kann aber erstaunlich schnell zum Problem werden. Wenn man nur eine Sekunde nicht aufpasst, verschwindet der Pfandbon zwischen Kassenband und Kasse. Im schlimmsten Fall sieht man ihn dann nie wieder. Den Bon am besten einfach in der Hand behalten und überreichen, sobald Ihr dran seid, oder auf ein anderes Produkt legen.

2. Nochmal losrennen, obwohl man gleich dran ist

Ihr seid praktisch schon an der Kasse, die Einkäufe liegen auf dem Band, und plötzlich fällt euch auf: Verdammt, das ist der falsche Käse. Oder die Erdbeeren sehen in diesem Licht plötzlich doch nicht mehr so gut aus. Kein Problem, das passiert. Was dann allerdings nicht hilft: Den Einkaufswagen stehenlassen und noch einmal quer durch den Markt sprinten, um Ersatz zu holen. Vor allem nicht, wenn hinter euch ganz Neukölln ansteht.

In solchen Fällen gibt es deutlich einfachere Lösungen. Das Produkt kann einfach abgegeben werden. Entweder wird es trotzdem gescannt und bezahlt und nach dem Kassiervorgang gegen ein neues getauscht oder man verzichtet auf das Teil und holt später ein neues. Das ist für alle Beteiligten deutlich entspannter.

3. Gekühlte Produkte in irgendein Regal zurücklegen

Mein Gott, wenn Ihr etwas doch nicht haben wollt, dann legt es bitte nicht einfach irgendwo im Markt ab. Ganz besonders nicht, wenn das Produkt eigentlich aus der Kühlung kommt. Es gibt tatsächlich bessere Orte für ein rohes Hähnchen als das Süßigkeitenregal. Wie viele Sachen täglich weggeworfen werden müssen, ist unfassbar. Nicht nur ist es einfach eine riesige Verschwendung, aber mal ehrlich, es sieht auch nicht gut aus.

Übrigens: Bei einigen Tiefkühlprodukten steht das Mindesthaltbarkeitsdatum auf einem Sticker. Fehlt der, darf das Produkt nicht mehr verkauft werden.

4. Bitte keine Türmchen bauen auf dem Kassenband

Ich weiß, manchmal sind die Kassenbänder ungefähr so lang wie der Geduldsfaden einer mittelalten Vorstadt-Susanne. Trotzdem ist es keine gute Idee, den gesamten Einkauf zu einem kleinen Warengebirge aufzutürmen. Zum einen werden dabei gerne empfindliche Produkte zerdrückt, zum anderen fällt alles herunter, sobald das Band losruckelt.

Kleiner Tipp: Große Artikel können oft einfach im Wagen bleiben. Für viele Sechserpacks Wasser oder die Eigenmarken-Limos haben Kassierer eigene Nummern. Genauso mit großem Gemüse, das einen Stückpreis und keinen Scanner hat, wie Weißkohl oder Blumenkohl.

Zwei stehende Glasflaschen, ein Berg aus Produkten und AUFRECHT stehende Pizzen? Es gibt Bilder die lösen in mir PTSD aus, dieses gehört dazu. Mein Therapeut kennt dieses Bild. Was ist falsch mit manchen Kunden?
Zwei stehende Glasflaschen, ein Berg aus Produkten und AUFRECHT stehende Pizzen? Es gibt Bilder die lösen in mir PTSD aus, dieses gehört dazu. Mein Therapeut kennt dieses Bild. Was ist falsch mit manchen Kunden? Foto: picture alliance / CHROMORANGE

5. Ganz plötzlich muss man an der Kasse bezahlen

Wenn Ihr Gutscheine, Coupons oder Karten zum Punktesammeln habt, dann haltet sie bitte möglichst schon bereit. Ideal ist es natürlich, wenn das Portemonnaie nicht erst geöffnet wird, wenn ich meinen Platz im Seniorenheim buche. Vor allem bei Rabattaktionen hat das einen Grund: Sobald bezahlt wurde, ist es für viele Dinge zu spät. Die meisten Zusätze können nicht nachträglich noch verrechnet werden.

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Gleichzeitig habt bitte Geduld mit Menschen, vor allem älteren, wenn sie etwas länger beim Bezahlen brauchen. Fangt hier nicht an, tief zu seufzen, nur weil Margarete (89) Ihr Kleingeld nicht mehr richtig erkennt. Immerhin kann sie noch allein einkaufen gehen, während Du nicht mal 20 Sekunden entspannen kannst. Und an die etwas älteren Leser: Fragt nach Hilfe. Wirklich. Ich habe deutlich lieber 30 Sekunden beim Bezahlen geholfen, als zehn Minuten dabei zuzusehen, wie verzweifelt nach der richtigen Münze gesucht wird.

Übrigens: Wenn Kassierer nach Parkticket, DeutschlandCard, Payback, Postleitzahl, Ottifanten oder dem zwölften Zusatzprogramm fragen, dann machen sie das meistens nicht, weil es Ihr größtes Hobby ist, dem Kunden so lange wie möglich auf die Nerven zu gehen. In vielen Märkten gibt es Vorgaben, welche Fragen gestellt werden müssen. Bei Edeka war das zumindest in einigen Filialen so. Manchmal nervt euch die Fragerei also genauso wie mich.

6. 1,39 Euro mit einem 100-Euro-Schein bezahlen

Wenn wir sagen, dass wir einen großen Schein nicht kleinmachen können, liegt das meistens nicht daran, dass wir zu faul zum Rechnen sind. Gut, manchmal vielleicht schon. Meistens hat es aber einen ganz anderen Grund. Kassierer bekommen zu Schichtbeginn nur eine begrenzte Menge Wechselgeld, und die muss unter Umständen für mehrere Stunden reichen. Vor allem am Anfang einer Schicht kann es deshalb sein, dass in der Kasse zwar genug Geld liegt, aber eben hauptsächlich Kleingeld.

Und nur weil es Nachmittag ist, heißt das nicht, dass die Kasse schon den ganzen Tag geöffnet war. Eine Schicht kann auch erst um 14 Uhr beginnen. Wenn ich direkt den ersten 100-Euro-Schein kleinmache, ist ein großer Teil meines Wechselgelds weg. Und dann stehe ich kurze Zeit später beim nächsten Kunden und kann dessen Geld nicht mehr passend herausgeben.

Tipp: Spätis und Kiosks können manchmal effektiver Geld wechseln. Vor allem dann, wenn sie keine Kartenzahlung akzeptieren.

Auch hier gilt: Nein heißt nein!
Auch hier gilt: Nein heißt nein! Foto: Getty Images

7. „Können Sie endlich eine neue Kasse aufmachen?“

Wenn es richtig voll ist und keine weitere Kasse geöffnet wird, kann es sein, dass es keine weitere Kasse gibt. Wenn sich morgens Kollegen krankmelden, lässt sich nicht immer rechtzeitig Ersatz organisieren.

Aus meiner Zeit bei Edeka kenne ich es so, dass zusätzliche Kassen entweder ausgerufen werden mussten, oder erst die Marktleitung beziehungsweise eine zuständige Person informiert werden musste. Das Problem ist nur: Das passiert nicht immer innerhalb von zehn Sekunden. Vielleicht haben wir längst nach einer weiteren Kasse gefragt. Dass Ihr es nicht gesehen habt, heißt nicht automatisch, dass es nicht passiert ist. Vielleicht ist die zuständige Person gerade im Lager. Vielleicht räumt sie Ware ein. Womöglich ist sie auf der Toilette.

Deshalb gilt hier eigentlich dasselbe wie bei den anderen Punkten auf dieser Liste: Habt ein bisschen Geduld. Ihr werdet in den nächsten fünf Minuten mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts verpassen. Und ich bin mir zu etwa 99,9 Prozent sicher, dass Ihr die Wartezeit überleben werdet. Falls nicht: Geht bitte an eine Selbstbedienungskasse.

8. SB-Kassen sind der Horror eines jeden Kassierers

Apropos SB-Kassen. Wenn Euer Markt SB-Kassen hat, dann tut uns einen Gefallen und nutzt sie nur für kleinere Einkäufe. Idealerweise ohne Alkohol oder Tabak. Viele Kunden denken, dass die SBs komplett eigenständig laufen. In der Realität muss aber trotzdem jemand ein Auge darauf haben. In manchen Märkten steht dafür ein Mitarbeiter bereit. In anderen ist die Person an der normalen Kasse auch für die SBs zuständig. Das bedeutet: Während ich eigentlich kassieren sollte, laufe ich nebenbei noch rüber, bestätige Altersfreigaben, löse Fehlermeldungen oder helfe bei Problemen mit dem Scanner. Das ist nicht nur zusätzliche Arbeit für mich. Es sorgt auch dafür, dass die Kunden an der regulären Kasse warten müssen.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde SBs grundsätzlich großartig. Zumindest solange sie auch so genutzt werden, wie sie gedacht sind. Für Menschen, die schnell eine Margarine kaufen wollen, sind sie eine echte Bereicherung. Problematisch wird es erst, wenn Steffi mit zwölf verschiedenen Gemüsesorten anrückt und Hannes nebenan noch versucht, seine zwei Flaschen Wodka freischalten zu lassen. Dann steht plötzlich alles still und die Zeitersparnis, für die die SBs eigentlich gedacht waren, ist dahin.

Faustregel: An der SB-Kasse maximal 10 Sachen!
Faustregel: An der SB-Kasse maximal 10 Sachen! Foto: Getty Images

9. Wenn etwas herunterfällt, still und heimlich gehen

Wenn euch im Laden etwas herunterfällt oder kaputtgeht, sagt bitte Bescheid. Wirklich, niemand wird euch den Kopf abreißen. Die meisten Kassierer haben Reinigungsmittel in der Nähe oder können jemanden rufen, der sich kümmert. Problematisch wird es erst, wenn Ihr so tut, als wäre nichts passiert. Dann marschieren nämlich die nächsten fünf Kunden durch die ausgelaufene Flüssigkeit oder die Krümel, verteilen alles im Markt, und aus einem kleinen Missgeschick wird eine große Sauerei.

10. Preise hereinrufen hilft ungemein

Wenn ich an der Kasse nach einem Produkt in meiner Liste suche, dann suche ich nicht nach dem Preis, sondern nach der Produktnummer. Über die weiß die Kasse zumeist wochenaktuell, was etwas kostet. Deshalb hilft es leider nicht, wenn mir drei verschiedene Menschen gleichzeitig zurufen: „Das kostet 1,99 Euro!“ Das mag stimmen, bringt mich bei der Suche aber keinen Schritt weiter.

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Schwierig ist es auch bei Obst, Gemüse oder anderen Produkten, die noch gewogen werden müssen. Da reicht es nicht, einfach irgendeinen Preis einzutippen. Die Kasse braucht die richtige Nummer, damit Gewicht, Preis und Artikel korrekt erfasst werden. Wenn die Kassenkraft nach dem Preis fragt, dann ganz bewusst.

Kleiner Tipp: Wenn Ihr schon im Markt bemerkt, dass ein Preisschild fehlt oder der Barcode am Produkt verschmiert ist, fotografiert kurz das Schild oder nehmt ein zweites Exemplar mit zur Kasse. Das spart oft mehrere Minuten Sucherei.

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11. Doch kein Geld dabei

Das Portemonnaie zu Hause vergessen? Keine Panik. Das kommt häufiger vor, als manche denken würden, und offen gesagt ist es den meisten Kassierern bestimmt auch schon passiert. Wir können den Einkauf einfach beiseitestellen und Ihr kommt später noch einmal wieder. Alternativ räumen wir die Waren zurück. Ja, das macht etwas Arbeit, aber das ist okay.

Fazit

Ich habe an der Kasse gelernt, dass die meisten nervigen Situationen nicht aus Boshaftigkeit entstehen. Oft sind es einfach Gewohnheiten, Unachtsamkeiten oder Dinge, über die man sich als Kunde nie Gedanken machen musste. Das ist auch völlig okay – schließlich steht man nicht jeden Tag auf der anderen Seite des Kassenbands. Aber habt Verständnis: Die meisten Kassierer sind unterbezahlte Studenten, oder Menschen, die den Job seit 20 Jahren machen und jeden noch so originellen Kassenwitz bereits ungefähr 500 Mal gehört haben. Nein, Stefan, der Toast ist nicht gratis, nur weil der Barcode nicht funktioniert.

Ein freundliches „Hallo“ und „Tschüss“ machen tatsächlich einen größeren Unterschied, als viele denken. Ebenso hilfreich ist es, für die paar Minuten an der Kasse die Kopfhörer herauszunehmen oder das Telefonat kurz zu unterbrechen. Die Welt dreht sich auch ohne euch weiter.

Ich hoffe, dass dieser kleine Einblick gezeigt hat, warum manche Dinge für Kassierer deutlich anstrengender sind, als sie auf den ersten Blick wirken. Vielleicht erkennt sich ja der eine oder andere wieder. Vielleicht fühlt sich auch jemand ertappt. Und falls Ihr beim nächsten Einkauf an der einen oder anderen Stelle kurz an diesen Artikel denken müsst, habe ich mein Ziel schon erreicht.

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