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Kein Papier mehr

BVG stellt Betrieb von Fahrkartenautomaten ein

Fahrticketentwerter der BVG
Die BVG möchte in den kommenden Jahren Fahrscheinautomaten abschaffen Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski

21. Juli 2026, 12:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Berlin will den Ticketverkauf im öffentlichen Nahverkehr schrittweise modernisieren. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) planen, ihre seit mehr als 30 Jahren genutzte Verkaufstechnik durch digitale Lösungen zu ersetzen. Künftig sollen neue Geräte den Ticketkauf vereinfachen und gleichzeitig die Fahrberechtigung digital verwalten. Die Umstellung folgt einem veränderten Kaufverhalten der Fahrgäste. Gleichzeitig gibt es Kritik an den Plänen, weil nicht alle Nutzer gleichermaßen von dem neuen System profitieren könnten.

Ticketkauf und Kontrolle in nur einem Gerät

Die Neuausrichtung des Vertriebs wurde nach Angaben von BVG-Vertriebschef Michael Beer bei LinkedIn vom Aufsichtsrat freigegeben. Künftig sollen sogenannte Validatoren zum Einsatz kommen. Beer bezeichnet sie als „kleines Gerät mit großer Wirkung“. Die Geräte dienen nicht nur dem Kauf eines Fahrscheins. Gleichzeitig wird die Fahrberechtigung digital gespeichert und kann bei einer späteren Kontrolle überprüft werden.

Für den Ticketkauf halten Fahrgäste etwa ihre kontaktlose Bankkarte an das Lesegerät. Die Fahrberechtigung wird anschließend in einer Cloud hinterlegt und entweder dem verwendeten Zahlungsmittel oder einem persönlichen Nutzerkonto zugeordnet.

Dadurch sind weder ein Papierfahrschein noch Bargeld oder ein klassischer Ausdruck erforderlich. Die neuen Geräte ersetzen damit nicht einfach die bisherigen Automaten, sondern sind Teil eines neuen Vertriebssystems.

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Weniger klassische Tickets werden verkauft

Nach Angaben der BVG werden Fahrscheine inzwischen überwiegend digital oder über Abonnements wie das Deutschlandticket gekauft. Gegenüber der „Berliner Zeitung“ erklärte BVG-Sprecherin Franziska Ellrich, dass besonders in Straßenbahnen der Verkauf klassischer Tickets deutlich zurückgegangen ist.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden dort durchschnittlich nur noch rund sechs Fahrscheine pro Fahrzeug und Tag verkauft. Deshalb verfügen auch die neuen rund 50 Meter langen Straßenbahnen des Typs Urbanliner bereits über keine Fahrkartenautomaten mehr.

Welche Ticketarten an den neuen Validatoren erhältlich sein werden und welche Zahlungsmöglichkeiten neben Bankkarten unterstützt werden, geht aus Beers Beitrag bislang nicht hervor.

Kritik an den Plänen der BVG

Einen Termin für die vollständige Umstellung nennt die BVG bislang nicht. Verkehrssenatorin Ute Bonde erklärte jedoch der „Berliner Zeitung“, dass es in Berlin „in einigen Jahren keine Fahrscheinautomaten mehr“ geben werde.

Der Fahrgastverband IGEB sieht diese Entwicklung kritisch. Er warnt vor Nachteilen für Menschen ohne Bankkarte oder Smartphone und verweist auf die neuen Urbanliner ohne Automaten. Außerdem fordert der Verband, den analogen Ticketverkauf nicht ausschließlich privaten Kiosken zu überlassen. Zudem müsse das geplante Validatoren-System sicherstellen, dass Fahrgästen automatisch der günstigste Tarif berechnet wird.

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