Bislang lief es so: Kunden gingen zu Media Markt, suchten sich ein Produkt aus oder ließen sich beraten und gingen anschließend zur Kasse, um den Kauf abzuschließen. Doch dies könnte sich bald ändern. Die Ceconomy AG, das Unternehmen hinter Media Markt und Saturn, plant ein neues Bezahlsystem, das den Abschluss eines Einkaufs direkt auf der Verkaufsfläche ermöglichen soll.
Wie die „Lebensmittel-Zeitung“ berichtet (Bezahlschranke), soll der Kaufprozess in den deutschen Media-Markt-Filialen deutlich vereinfacht werden. Nach den aktuellen Planungen von Ceconomy sollen Kunden ihre ausgewählten Produkte künftig unmittelbar während des Beratungsgesprächs bezahlen können. Der bisher übliche Gang zu einer zentralen Kasse wäre damit nicht mehr erforderlich.
Das Unternehmen will den Einkauf dadurch effizienter gestalten und Wartezeiten an der Kasse vermeiden. Nach Angaben von Ceconomy soll der Bezahlvorgang unmittelbar in die persönliche Beratung eingebunden werden. Die Einführung des Konzepts „Pay-on-Shopfloor“ ist nach Unternehmensangaben zeitnah vorgesehen.
Ausbau der digitalen Beratung
Neben dem neuen Bezahlmodell baut Ceconomy auch seine digitalen Beratungsangebote aus. Wie das Unternehmen beim Strategy Day 2026 mitteilte, soll in ausgewählten Tech Villages, den Flagship Stores des Konzerns, zunächst eine Beratung per Video getestet werden. Mitarbeiter sollen Kunden dabei sowohl direkt im Markt als auch digital unterstützen.
Darüber hinaus erprobt das Unternehmen eine KI-Anwendung auf den mobilen Geräten der Mitarbeiter, die Verkaufsgespräche unterstützen soll. Zusätzlich testet Ceconomy einen KI-Agenten, der nach vorheriger Zustimmung der Kunden aktiv Hilfestellung anbieten kann.
Verbraucherschützer sehen das Konzept jedoch kritisch, da der Kauf nicht mehr anonym an einer klassischen Kasse abgeschlossen wird. Stattdessen erfolgt die Bezahlung direkt über einen Mitarbeiter. Nach ihrer Einschätzung könnte dadurch indirekt Kaufdruck entstehen. Zudem befürchten sie längere Wartezeiten, da Kunden zunächst auf einen freien Mitarbeiter warten müssten.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Kassenbon. Sollte dieser künftig nur noch digital, etwa per E-Mail, bereitgestellt werden, sehen manche Kunden darin datenschutzrechtliche Bedenken.
Noch offen ist, an welchen Standorten das neue Bezahlkonzept zuerst eingeführt wird. Ebenfalls unbeantwortet sind bislang Fragen zu den verfügbaren Zahlungsmethoden und zu einer möglichen Ausweitung auf Saturn-Märkte.
Unabhängig davon treibt Ceconomy die Neuausrichtung der Marke Saturn weiter voran. Nach der strategischen Neuausrichtung soll die Marke künftig als Showroom-Konzept in Media-Markt-Filialen und an ausgewählten Standorten auftreten. Der Fokus liegt dabei auf Gaming sowie neuen Technologie- und Produkttrends.
Die Zahl eigenständiger Saturn-Filialen ist von früher 150 auf 27 Standorte zurückgegangen. Laut Ceconomy führte die Umwandlung bisheriger Saturn-Märkte in Media-Markt-Filialen bereits zu einem Umsatzplus von zehn Prozent. Die ersten Saturn-Showrooms sollen 2027 in Deutschland eröffnen.
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