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Ende einer Ära! „Deutsche Post“ verschwindet komplett

Deutsche-Post-Logo auf einem Firmenschild
Die Deutsche Post setzt künftig auf den Namen DHL Foto: picture alliance / Snowfield Photography | D. Kerlekin/Snowfield Photography
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

7. Mai 2026, 14:25 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Deutsche Post verliert ihren traditionsreichen Namen. Künftig tritt das Bonner Unternehmen unter der Marke DHL auf. Hintergrund ist eine seit Jahren gewachsene internationale Ausrichtung, die nun auch formal sichtbar werden soll. Für Mitarbeiter und Organisation bringt die Umstellung weitreichende strukturelle Veränderungen mit sich.

Auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre der Deutschen Post einem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, den Konzern künftig unter dem Namen DHL zu führen. Die Entscheidung fiel nahezu einstimmig. Wirksam werden soll die Umstellung voraussichtlich zum 1. September, sobald die Eintragung ins Handelsregister erfolgt ist.

Name „Post“ nicht mehr zeitgemäß

Vorstandschef Tobias Meyer erklärte, das Unternehmen habe sich längst von seiner Herkunft als staatliche Bundespost entfernt und sei heute ein global agierender Logistikkonzern. Die bisherige Struktur sei historisch gewachsen und entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Bereits zuvor hatte der Konzern seine Markenstrategie angepasst und den Namen Deutsche Post DHL verkürzt. Mit dem jetzigen Schritt ändert sich auch die rechtliche Bezeichnung. Künftig wird der Konzern auch an der Börse unter DHL geführt. Dabei entstehen für Umbenennung und Umbau Kosten in Höhe von rund 37 Millionen Euro.

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Brief- und Paketgeschäft ausgegliedert

Im Zuge der Neuausrichtung wird das klassische Geschäft mit Briefen und Paketen organisatorisch verselbstständigt. Dieser Bereich, der heute nur noch etwa ein Fünftel des Gesamtgeschäfts ausmacht, wird in eine eigenständige Gesellschaft überführt. Diese trägt weiterhin den Namen Deutsche Post AG und verantwortet das Inlandsgeschäft.

Die neue Einheit erhält eigene Kontrollgremien, darunter einen Aufsichtsrat. Die zusätzlichen Ausgaben für Verwaltung und Gremien lassen sich auf etwa drei Millionen Euro pro Jahr beziffern. Mehr als 180.000 Beschäftigte sind von der organisatorischen Veränderung betroffen und wechseln in die neue Gesellschaft.

Bislang war dieser Bereich Teil der Konzernholding, eine Struktur, die noch aus der Zeit als Staatsunternehmen stammt. Künftig wird das Brief- und Paketgeschäft jedoch gleichberechtigt neben anderen Sparten wie Express- und Frachtlogistik stehen.

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Vom Staatsbetrieb zum globalen Logistiker

Die Deutsche Post ging aus der früheren Bundespost hervor, die in den 1990er-Jahren schrittweise privatisiert wurde. Einen entscheidenden Impuls für die internationale Expansion brachte die vollständige Übernahme des US-Unternehmens DHL im Jahr 2002.

Der Name DHL setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn zusammen. Heute beschäftigt der Konzern rund 534.000 Mitarbeiter, etwa ein Drittel davon in Deutschland.

Nach Angaben des Unternehmens hat die Umstrukturierung keine Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen. Löhne, Arbeitszeiten und bestehende Schutzregelungen bleiben demnach unverändert. Auch personelle Veränderungen in der Führungsebene sind nicht vorgesehen.

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