1. April 2026, 14:30 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer bei Amazon ohne Prime bestellt, muss künftig wohl mehr Geld ausgeben, um die Lieferung gratis zu erhalten. Der Konzern hat den Mindestbestellwert für eine kostenlose Lieferung deutlich angehoben. Die Anpassung erfolgte ohne große Ankündigung.
Wer aktuell einen Blick in die Versandbedingungen von Amazon wirft, wird überrascht. Denn der Online-Händler hat den Mindestbestellwert für eine versandkostenfreie Standardlieferung ohne Prime-Abonnement auf 49 Euro angehoben. Zuvor lag die Grenze bei 39 Euro.
Neue Freigrenze für Nicht-Prime-Kunden
Hinweise auf die Änderung des Mindestbestellwertes tauchten zunächst im Netz auf, inzwischen ist die neue Schwelle auch offiziell in den Versandinformationen einsehbar.
Anders als zunächst angenommen, handelt es sich bei der Erhöhung nicht um einen Test. Wie Amazon TECHBOOK bestätigt, wurde sie für alle Kunden offiziell umgesetzt. „Wir haben die Entscheidung, die Grenze für den kostenlosen Versand anzuheben, nicht leichtfertig getroffen. Wie jedes Unternehmen überprüfen wir jedoch regelmäßig unsere Preisstruktur und passen diese gegebenenfalls an. Wir setzen diese Änderungen unserer Versandgebührenstruktur wegen des allgemeinen Anstiegs von Lieferkosten um. Dadurch stellen wir sicher, dass wir Kunden eine schnelle und qualitativ hochwertige Lieferung anbieten können.“
Bislang lag die Grenze für Gratislieferung bei 39 Euro pro Bestellung, nun sind es 10 Euro mehr. Wer für weniger als 49 Euro bei Amazon einkauft, muss auf seine Bestellung somit Versandkosten zahlen. Deren Höhe bestimmt sich anhand der bestellten Produkte: Für Medien, Bekleidung, Sportartikel und Amazon-Geräte werden bei Lieferung nach Hause 2,99 Euro berechnet, in anderen Kategorien 3,99 Euro. Bei Zustellung an eine Abholstation oder ein Schließfach beträgt die Gebühr 1,99 Euro. Schnellere Versandoptionen sind unabhängig vom Warenwert kostenpflichtig und liegen je nach Art zwischen 0,99 und 9,99 Euro. Für bestimmte Spezialversendungen, etwa Artikel ohne Jugendfreigabe oder E-Zigaretten, werden zusätzliche Beträge erhoben.
Amazon erhöht Mindestbestellwert für versandkostenfreie Lieferungen
Amazon schafft kostenlosen Versand für viele Kunden ab
Frühere Tests mit 59 Euro
Bereits im August 2025 hatte Amazon für ausgewählte Konten einen deutlich höheren Mindestbestellwert getestet. Damals lag die Grenze für den kostenlosen Versand bei 59 Euro und damit sogar 20 Euro über der zuvor geltenden Schwelle von 39 Euro.
Zwei Jahre zuvor war der Mindestbestellwert von 29 Euro auf 39 Euro angehoben worden, was Amazon seinerzeit mit äußeren Umständen wie der Inflation begründet hat. Für die Testphase mit 59 Euro nannte das Unternehmen keinen konkreten Anlass. In einer Stellungnahme erklärte der Konzern lediglich, man teste regelmäßig verschiedene Ansätze, um den Service zu verbessern und Kunden einen größeren Mehrwert zu bieten.
Auch interessant: Nach diversen Anpassungen – für wen sich ein Amazon-Prime-Abo noch lohnt
Mindestbestellwert bei Amazon war lange stabil
In den vergangenen Jahren ist es wiederholt zu Anpassungen und Tests des Mindestbestellwertes gekommen. Vor 2023 war dieser jedoch über lange Phasen stabil. Das zeigt der Rückblick: 2014 erhöhte Amazon den Mindestbestellwert erstmals von 20 Euro auf 29 Euro. Erst im Februar 2023 folgte die nächste offizielle Anhebung auf 39 Euro. Das entsprach einem Plus von 34 Prozent.
Im Vorfeld der Anpassung im Jahr 2023 hatte es bei zahlreichen Kunden Verwirrung gegeben, weil auf der Hilfeseite kurzfristig unterschiedliche Beträge angezeigt wurden. Zunächst sprach das Unternehmen von einem Fehler, bestätigte später jedoch die dauerhafte Erhöhung auf 39 Euro.
Prime-Mitglieder sind von der Mindestbestellwert-Grenze nicht betroffen und erhalten ihre Bestellungen prinzipiell kostenfrei. Für das Prime-Abo berechnet Amazon 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro im Jahr.