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Bank in Deutschland meldet Insolvenz an: Was Kunden jetzt wissen müssen

Deutsches Unternehmen

Neobank Ruuky meldet Insolvenz an! Was Kunden jetzt wissen müssen

Neobank Ruuky Insolvenz Symbolbild mit Taschenrechner und Papierunterlagen
Mit Neobank Ruuky musste eine weitere Bank Insolvenz anmelden.Foto: Getty Images

Im Zuge der schwierigen wirtschaftlichen Lage musste eine weitere deutsche Bank Insolvenz anmelden: die Neobank Ruuky. Hunderttausende Kunden sind betroffen.

Wer aktuell auf die Seite von Neobank Ruuky (ehemals Pockid) geht, wird von einem große Aufmacher begrüßt: „Leider musste Ruuky einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen und wir arbeiten derzeit an einer Zukunft deiner Bank.“ Gleich im nächsten Satz wird dann auch die offensichtliche Frage ausgesprochen: „Was bedeutet das für dich (den Kunden, Anm. der Redaktion)?“

Neobank Ruuky ist insolvent

Sogenannte Neobanken sind Kreditinstitute, die sich auf die Verbindung zwischen mobiler App und dazugehöriger Geldkarte spezialisiert haben. Das war auch Ruukys Konzept, als das Unternehmen vor drei Jahren gegründet wurde. Neben einer eigenen App wird auch eine Debit-Mastercard angeboten. Hauptzielgruppe der Hamburger Firma ist die sogenannte Generation Z, also die aktuell 13- bis 25-Jährigen. Das durchschnittliche Alter der Ruuky-Nutzer liegt bei 16 Jahren. Die Bank verfolgt dabei den Ansatz, durch ihr mobiles Konzept gerade junge Leute anzusprechen und sie an die finanzielle Selbstständigkeit heranzuführen.

Insgesamt etwa 250.000 Kunden haben ein Konto bei Ruuky. Damit gehört das Geldinstitut zu den kleineren Banken in Deutschland. Zum Vergleich: Die Neobank N26 zählte laut Statista im Herbst 2022 mehr als 8 Millionen Kunden. Allerdings wurde diese Bank bereits 2013 gegründet und ist somit um einige Jahre länger am Markt als Ruuky. Banken wie die Consorsbank oder die Barclays Bank Ireland kommen hingegen auf 1,5 bzw. 1,4 Millionen Kunden in 2021.

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Die drei vergangenen Jahre seit Gründung der Bank Ruuky waren für die ganze Finanzwelt nicht einfach: Wirecard-Skandal, Covid und nicht zuletzt die Inflation haben den Markt ordentlich gefordert. Der direkte Auslöser für die Insolvenz war nun – auch aufgrund der wirtschaftlichen Lage –, dass die neue Finanzierungsrunde nicht erfolgreich verlief. Große Investoren bisher waren wohl Vorwerk Ventures und Cavalry.

Dem Branchenportal Finance Forward gegenüber bestätigte Gründer Jes Henning: „Uns ist es nicht gelungen, in dem jetzigen Marktumfeld neues Kapital zu erhalten.“ Trotz eines frischen Konzepts und einer Unternehmensbewertung von 16 Millionen Euro müsse man „akzeptieren, dass sich die Marktgegebenheiten für kapitalintensive Startups geändert hat [sic].“ Aktuell befindet sich die Neobank Ruuky dementsprechend aufgrund der Insolvenz auf der Suche nach einem Käufer.

Was bedeutet das für Kunden der Bank?

Die ca. 250.000 Kunden von Neobank Ruuky müssen aktuell nicht auf die Insolvenz reagieren. Das Unternehmen versichert, dass das Guthaben der Kunden nicht betroffen ist und weiterhin uneingeschränkter Zugriff auf die Konten besteht. Auch Zahlungen und Überweisungen können dementsprechend weiter durchgeführt werden. Allerdings ist es im Zuge der Insolvenz nicht möglich, ein neues Konto bei der Neobank Ruuky zu eröffnen.

Derzeit kümmert sich Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder, Partner in der Kanzlei Johlke Niethammer, um das weitere Vorgehen. Mittlerweile, so Schröder, hätten ihn rund 20 Interessensbekundungen erreicht, darunter strategische Investoren wie Banken und Fintechs sowie Private-Equity-Gesellschaften. In einem von der Webseite Starbase veröffentlichten Kommentar sagt der Insolvenzverwalter weiter: „Ich bin aufgrund des zu diesem frühen Zeitpunkt bemerkenswerten Investoreninteresses sehr zuversichtlich, dass die Investorensuche für Ruuky erfolgreich verlaufen wird.“

Noch im November 2022 plante Ruuky einen Start im Nachbarland Österreich. Am 4. Januar 2023 musste nun Insolvenz angemeldet werden. Und während das Tagesgeschäft erst einmal weiterläuft, sind nun in erster Linie die gut 20 Mitarbeiter des Unternehmens betroffen. Sollte kein Käufer gefunden werden, droht die Abwicklung. Das hätte dann auch eine Schließung der bisherigen Konten zur Folge.

Quellen

  • FinanceFWD („Neobank Ruuky meldet Insolvenz an“, aufgerufen am 23. Januar 2023)
  • Ruuky (aufgerufen am 16. Januar 2023)
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