3. April 2026, 13:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat New Mexico hat Meta zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar (rund 325 Millionen Euro) verurteilt. Laut Jury hat der Plattformbetreiber die Gefahren für Jugendliche auf seinen Plattformen unterschätzt und die Schutzmechanismen zu optimistisch präsentiert.
Das Urteil zählt zu den bisher deutlichsten Entscheidungen eines US-Gerichts gegen einen großen Social-Media-Anbieter im Bereich des Minderjährigenschutzes im Internet.
Vorwurf wegen mangelndem Jugendschutz
Auslöser für das Verfahren war laut mehreren Berichten eine Klage der Generalstaatsanwaltschaft von New Mexico. Die Behörde wirft Meta vor, auf Diensten wie Facebook und Instagram die Sicherheit besser dargestellt zu haben, als sie tatsächlich war. Laut den Klägern hat der Konzern auf interne Schutzmechanismen hingewiesen, obwohl interne Untersuchungen gezeigt haben, dass Minderjährige weiterhin problematischen Inhalten oder unerwünschten Kontaktversuchen ausgesetzt waren. Die Jury sah darin einen klaren Verstoß gegen das Verbraucherschutzrecht des Bundesstaates.
Ermittlungen bestätigen zahlreiche Verstöße
Im Prozess spielten auch eigene Testuntersuchungen der Behörden eine zentrale Rolle. Dabei wurden Konten angelegt, die minderjährige Nutzer simulierten, um die Sicherheitsfunktionen zu überprüfen. Die Ergebnisse zeigten, dass solche Profile trotz der Schutzmechanismen weiterhin unangemessenen Kontaktversuchen ausgesetzt waren. Die Jury wertete diese Vorfälle als mehrere einzelne Verstöße gegen das Verbraucherschutzrecht, die jeweils separat gewichtet wurden. Am Ende führte dies zur Strafzahlung von insgesamt 375 Millionen US-Dollar. Die Kläger hatten ursprünglich rund 2 Milliarden US-Dollar gefordert.
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Meta kündigt Berufung an
Meta kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen. „Wir sind mit dem Urteil nicht einverstanden und werden Berufung einlegen“, erklärte das Unternehmen. Zugleich betonte Meta, dass man kontinuierlich an der Sicherheit der Plattformen arbeite und sich der Schwierigkeiten bewusst sei, schädliche Inhalte oder problematische Nutzer vollständig zu erkennen und zu entfernen. Das Unternehmen zeigte sich dennoch überzeugt, eine starke Bilanz beim Schutz von Jugendlichen vorweisen zu können.
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Druck auf die Branche wächst
Der Fall aus New Mexico ist nicht die einzige juristische Auseinandersetzung für große Internetkonzerne. In den USA laufen mehrere Klagen wegen möglicher Schäden durch soziale Netzwerke bei Kindern und Jugendlichen. In einem Prozess im Bundesstaat Kalifornien sprach eine Jury einer jungen Klägerin rund 6 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Die Klägerin wirft Meta und Google vor, ihre Plattformen bewusst süchtig machend gestaltet zu haben. Funktionen wie endlose Feeds oder automatische Empfehlungen hätten zur exzessiven Nutzung geführt und psychische Probleme ausgelöst. Beobachter sehen darin eine mögliche Signalwirkung für die gesamte Branche.