Microsoft Solara – neue KI-Plattform kommt ohne klassische Apps
Mit Project Solara zeigt Microsoft erstmals Geräte, die auf KI-Agenten statt auf klassische Apps setzen Foto: Getty Images
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Rainer Schuldt
16. Juni 2026, 11:16 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Microsoft entwickelt eine neue Plattform für den Einsatz von KI-Agenten. Auf der Entwicklerkonferenz Microsoft Build 2026, die am 2. und 3. Juni stattfand, stellte der Konzern erstmals Project Solara vor. Die Lösung verfolgt einen anderen Ansatz als klassische Computerplattformen. Statt Anwendungen über einzelne Apps zu nutzen, sollen Anwender direkt mit KI-Assistenten per Sprache kommunizieren. Auffällig ist dabei vor allem die technische Basis: Microsoft setzt bei Solara nicht auf Windows, sondern auf Android.
Android als Grundlage für KI-Agenten
Project Solara wurde speziell für intelligente KI-Agenten entwickelt. Microsoft arbeitet dabei mit Qualcomm und MediaTek zusammen. Ziel ist eine Plattform, die lokale Hardware eng mit Diensten aus der Azure-Cloud verknüpft. Das Angebot richtet sich vor allem an Unternehmen. Für die Verwaltung und Absicherung der Geräte unterstützt die Plattform Funktionen wie Entra ID und Intune.
Die Bedienung soll sich deutlich von heutigen Systemen unterscheiden. Statt einzelne Programme zu öffnen, sollen Nutzer Aufgaben direkt an digitale Assistenten übergeben. Diese übernehmen anschließend die gewünschten Arbeitsschritte.
KI erstellt die Benutzeroberfläche selbst
Ein zentrales Element von Project Solara ist die sogenannte Just-in-Time UI. Dabei erzeugt die KI die passende Benutzeroberfläche automatisch. Sie berücksichtigt dabei das jeweilige Gerät, die Displaygröße sowie die verwendete Eingabemethode.
Für Entwickler bringt das einen Vorteil: Anwendungen müssen nicht mehr für unterschiedliche Bildschirmgrößen angepasst werden. Die Darstellung entsteht dynamisch während der Nutzung.
Im Hintergrund arbeiten verschiedene spezialisierte Agenten. Der sogenannte „Priority Agent“ hebt wichtige Termine hervor. Der „Facilitator“ zeichnet Besprechungen auf und erstellt automatisch Gesprächsprotokolle. Dafür müssen Anwender keine zusätzlichen Programme starten.
Zur Veranschaulichung der Plattform präsentierte Microsoft zwei Referenzgeräte. Eines davon ist ein stationäres Desk-System mit einem Prozessor von MediaTek. Für die Anmeldung nutzt das Gerät eine Gesichtserkennung über Hello for Business.
Das System kann eigenständig verwendet werden. Alternativ lässt es sich per USB-C als Windows-365-Client einsetzen, um einen vollständigen Cloud-PC auf einen externen Monitor zu übertragen.
Außerdem zeigte Microsoft ein tragbares Badge mit Qualcomm-Chip. Eine integrierte Kamera erfasst die Umgebung und stellt den KI-Agenten zusätzliche Kontextinformationen zur Verfügung. Für die Anmeldung kommt ein Fingerabdrucksensor zum Einsatz. Über eine eigene Hardware-Taste lassen sich die Mikrofone vollständig deaktivieren.
Pilotprojekt startet in den USA
In den kommenden Monaten will Microsoft die Plattform im Rahmen eines Pilotprojekts testen. Zu den beteiligten Unternehmen gehören unter anderem Target und Best Buy.
Ob die Solara-Geräte später auch außerhalb der USA erhältlich sein werden, hat Microsoft bislang nicht bekannt gegeben. Ebenso ist offen, wann die Hardware in weiteren Märkten erscheinen könnte.
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