Microsoft lockert Hardware-Anforderungen für KI-Funktionen
Microsoft macht Schluss mit einer der größten KI-Hürden für Windows-PCs Foto: picture alliance / Sipa USA | SOPA Images
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Mats Pache
28. Juni 2026, 13:12 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Microsoft könnte die Voraussetzungen für einige KI-Funktionen in Windows 11 deutlich verändern. Neue Hardware-Vorgaben deuten darauf hin, dass künftig nicht mehr zwingend eine spezielle KI-Einheit erforderlich ist. Stattdessen sollen auch Computer ohne Neural Processing Unit, kurz NPU, bestimmte KI-Anwendungen lokal ausführen können. Das könnte die Nutzung entsprechender Funktionen auf deutlich mehr Geräten ermöglichen.
Seit Juni 2024 positioniert Microsoft die sogenannten Copilot+-PCs als zentrale Plattform für KI-Anwendungen. Um diese Bezeichnung tragen zu dürfen, müssen die Geräte mehrere Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, eine SSD sowie eine NPU mit mindestens 40 Billionen Operationen pro Sekunde, kurz TOPS (trillion operations per second).
Eine NPU ist speziell für die Verarbeitung von KI-Aufgaben ausgelegt und arbeitet besonders energieeffizient. Dadurch lassen sich KI-Funktionen direkt auf dem Gerät ausführen, ohne Daten extern verarbeiten zu müssen. Viele KI-Funktionen in Windows standen bislang ausschließlich auf solchen Systemen zur Verfügung. Rechner mit leistungsfähiger Grafikkarte blieben dagegen außen vor, obwohl sie die nötige Rechenleistung besitzen.
Laut dem Online-Magazin „WindowsLatest“ hat Microsoft die Anforderungen in einem Support-Dokument geändert. Demnach soll für die Entwicklung von Anwendungen mit lokalen KI-Funktionen künftig keine NPU mehr zwingend erforderlich sein.
In dem Dokument heißt es, dass Programmierschnittstellen für Large Language Models, kurz LLMs, künftig auch auf Rechnern ohne Copilot+-Status lokal genutzt werden können. Voraussetzung ist stattdessen eine ausreichend leistungsstarke Grafikkarte. Damit würde Microsoft die bisherigen Hardware-Vorgaben deutlich lockern.
Die neue Einstiegshürde fällt vergleichsweise niedrig aus. Microsoft nennt eine Nvidia-Grafikkarte der RTX-30-Serie als Mindestanforderung. Die Modelle müssen mindestens über 6 Gigabyte Videospeicher verfügen.
Damit erfüllt bereits die RTX 3050 die genannten Voraussetzungen. Das Modell gehört zu den günstigsten Vertretern dieser Generation und verfügt bereits über die geforderte Menge an VRAM.
Vorteile für Entwickler und mögliche Folgen für Nutzer
Die Anpassung könnte vor allem für Entwickler interessant sein. Sie müssten künftig nicht mehr die bisher vorgeschriebene Hardware einsetzen und könnten stattdessen auf verbreitete und vergleichsweise günstige Grafikkarten zurückgreifen.
Gleichzeitig könnte die Änderung auch Auswirkungen auf Nutzer haben. Die bisherige Exklusivität bestimmter Copilot+-Funktionen könnte dadurch wegfallen. Technisch wäre dieser Schritt wenig überraschend, da Grafikkarten in vielen Fällen deutlich mehr Leistung bereitstellen als eine NPU und zudem wesentlich häufiger verfügbar sind.
Noch hat Microsoft nicht bestätigt, ob Funktionen wie Recall oder KI-Schreibdienste künftig auch ohne NPU nutzbar sind. Die neuen Hardware-Vorgaben zeigen jedoch, dass sich die bisherige Ausrichtung offenbar verändert.
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