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Bekannte Betrugsmasche

Kunde hat gefälschten RAM bei Amazon gekauft

Für Betrüger ist das Fälschen von DDR5-RAM derzeit ein lukratives Geschäft
Für Betrüger ist das Fälschen von DDR5-RAM derzeit ein lukratives Geschäft Foto: Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

23. Dezember 2025, 16:15 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Preise für DRAM schießen weiter in die Höhe. Kunden sind so verzweifelt, dass sie ältere Prozessoren kaufen, um DDR4- statt DDR5-Arbeitsspeicher nutzen zu können – da dieser derzeit noch etwas weniger kostet. DDR5 ist mittlerweile bis zu 400 Prozent teurer als noch im September. Das macht die Speichersticks zum Objekt der Wahl für Scammer. Sie benutzen den ältesten Trick der Welt und tauschen die teure Ware gegen veraltete Technik aus. Nun ist sogar Amazon den Betrügern auf den Leim gegangen und hat Fake-DDR5 aus seinem eigenen Lager an Kunden ausgeliefert.

Manipulierter Arbeitsspeicher bei Online-Bestellung

Diesen Fall schildert zumindest ein Nutzer auf Reddit, der seinen ersten PC selbst zusammenbauen wollte. Auf Amazon hatte der Käufer ein 32-GB-Kit Corsair Vengeance DDR5, bestehend aus zwei RAM-Sticks, erstanden. Laut Idealo gehen diese Kits derzeit für knapp 400 Euro über die Ladentheke – fast viermal so viel wie noch im Oktober.

Nach dem Öffnen der Verpackung fiel ihm auf, dass die Kühlkörper der Speicherriegel viel zu locker waren. Beim Versuch, die Module einzubauen, zeigte sich dann das eigentliche Problem. Die Kerbe auf der Leiterplatte (PCB) passte nicht zum vorgesehenen Steckplatz auf dem Mainboard. DDR4- und DDR5-RAM unterscheiden sich genau an dieser Stelle mechanisch.

Beim Entfernen der Kühlkörper stellt sich schnell heraus, was das Problem war: Jemand hatte die DDR5-Module gegen DDR4-Riegel ausgetauscht und mit den echten Corsair-Kühlkörpern getarnt, um den Eindruck eines aktuellen Produkts zu erwecken. Von außen war der Betrug deshalb kaum zu erkennen.

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Gefälschte Ware aus dem Amazon-Lager

Eigenen Angaben zufolge hat der Käufer das RAM-Kit direkt bei Amazon bestellt, das als Verkäufer und als Versender agierte. In einem Kommentar unter dem ursprünglichen Post fügte er jedoch hinzu, dass die Sendung von Amazon Warehouse stamme. Warehouse ist ein Angebot von Amazon für geprüfte, gebrauchte oder geöffnete Produkte, die zu reduzierten Preisen zum Verkauf stehen.

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Betrüger nutzen Amazons Rückgaberegelungen immer wieder aus, um Einzelteile aus Artikeln zu entfernen oder wie im aktuellen Fall teure Komponenten gegen günstigere zu tauschen. Den Mitarbeitern fällt das bei der Prüfung der Retouren nicht immer auf, weshalb unvollständige oder manipulierte Ware an Käufer gelangen kann.

Bekannte Betrugsmasche

Der Käufer wandte sich an den Kundenservice und erhielt Ersatz. Immerhin soll Amazon den ursprünglichen Kaufpreis eingehalten haben. Wie bereits eingangs erwähnt, steigen die DDR5-Preise derzeit täglich. Das gleiche 32-GB-Kit von Corsair kostet mittlerweile etwa 100 Pfund (ca. 115 Euro) mehr, als der Käufer eingangs dafür gezahlt hatte.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Betrugsfälle mit DDR5-Speicher ein. Es empfiehlt sich deshalb, Pakete mit hochpreisigen PC-Komponenten beim Öffnen zu dokumentieren. So lassen sich im Streitfall der Zustand der Ware und mögliche Abweichungen belegen.

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