24. August 2026, 12:38 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Bill Gates gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Computerbranche. Weltweit wurde er als Mitgründer von Microsoft berühmt. Über Jahrzehnte war sein Name eng mit dem Unternehmen verbunden, das ihn zeitweise zum reichsten Menschen der Welt machte. Gleichzeitig engagierte sich Gates mit großen Geldsummen für wohltätige Zwecke. Sein Lebensweg umfasst jedoch nicht nur Erfolge, sondern auch zahlreiche Diskussionen und Kritikpunkte.
Die frühen Jahre von Bill Gates
Bill Gates wurde 1955 in Seattle geboren und feierte im Oktober 2025 seinen 70. Geburtstag. Er wuchs in einer Familie auf, die finanziell abgesichert war. Sein Vater arbeitete als Anwalt, seine Mutter engagierte sich in gemeinnützigen Organisationen.
In seiner Kindheit galt Gates als eher zurückhaltend. Nach Angaben einer Bekannten der Familie, die beim US-Fernsehsender PBS sprach, motivierten ihn seine Eltern früh zu Wettbewerben. Erfolge wurden belohnt, Misserfolge dagegen bestraft.
Wie die Begeisterung für Computer entstand
Gates besuchte die Privatschule Lakeside School. Dort lernte er Paul Allen kennen, mit dem er später Microsoft gründete. Laut einem Artikel der „Washington Post“ entwickelte Gates an der Schule seine Leidenschaft für Computer. Zeitweise erhielt er Zugang zu einem Rechner von General Electric.
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Um zusätzliche Computerzeit zu bekommen, nutzten Gates und seine Freunde später Fehler und Schwachstellen in Systemen aus. Das führte zu einer Sperre. Anschließend gründete Gates mit Freunden einen Computerklub, der Programmieraufträge für die Schule übernahm.
Eine wichtige Rolle spielte auch sein Freund Kent Evans. Dieser starb jedoch bei einem Unfall, bevor ein gemeinsames Softwareprojekt abgeschlossen werden konnte. Paul Allen unterstützte Gates anschließend bei der Fertigstellung.
Der Weg zur Gründung von Microsoft
1973 belegte Gates an der Harvard-Universität Mathematik- und Informatikkurse. Zuvor hatte er im SAT-Test 1.590 von 1.600 Punkten erreicht. Dabei handelt es sich um einen standardisierten US-amerikanischen Studierfähigkeitstest, der von Universitäten für die Zulassung und für Stipendien verlangt wird. Während seiner Studienzeit lernte er Steve Ballmer kennen, der später Microsoft-Chef werden sollte.
1975 brach Gates sein Studium ab. Gemeinsam mit Paul Allen entwickelte er Software für Altair-Computer. Auslöser war der MITS Altair 8800 mit Intel-8080-Prozessor. Obwohl die beiden zunächst noch keinen fertigen Code hatten, erhielten sie die Gelegenheit zu einer Vorführung bei MITS. Diese verlief erfolgreich, woraufhin Microsoft den ersten Auftrag erhielt.
Microsoft wächst zum Technologiekonzern
Später erklärte Gates in einem Interview: „Wenn es nicht geklappt hätte, hätte ich immer noch wieder zur Schule gehen können. Ich war offiziell beurlaubt.“
In den ersten Jahren arbeitete Gates intensiv an den Produkten des Unternehmens. Nach eigener Aussage schrieb, überarbeitete oder prüfte er jede Codezeile, die Microsoft in den ersten fünf Jahren auslieferte.
1980 trat IBM an Microsoft heran. Neben Software benötigte IBM auch ein Betriebssystem. Microsoft lizenzierte zunächst eine Lösung von Seattle Computer Products, gab sie als DOS an IBM weiter und kaufte sie später vollständig. 1981 wurden Gates und Allen zu den führenden Köpfen des Unternehmens.
1983 verließ Paul Allen Microsoft nach einer medizinischen Diagnose. In seiner späteren Biografie schrieb Allen, Gates habe versucht, ihn während seiner Erkrankung aus dem Unternehmen zu drängen.
Windows und kartellrechtliche Probleme
1985 erschien Windows 1.0. Zehn Jahre später machte Windows 95 die Plattform deutlich massentauglicher, da die DOS-Eingabemaske verborgen wurde.
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In dieser Phase konzentrierte sich Gates vor allem auf die Führung des Unternehmens. Gleichzeitig geriet Microsoft ins Visier der US‑Kartellbehörden. Die Vorwürfe bezogen sich unter anderem auf den Browsermarkt sowie technische Beschränkungen rund um Betriebssysteme. Kritisiert wurde beispielsweise, dass sich der Internet Explorer nicht entfernen ließ und Wettbewerber wie Netscape oder Java benachteiligt worden seien. 2001 einigte sich Microsoft mit den Behörden und passte sein Geschäftsverhalten an.
Die Gates Foundation und ihre Ziele
1987 lernte Gates bei Microsoft Melinda French kennen. 1994 heiratete das Paar. Im Jahr 2000 gründeten beide die Gates Foundation.
Bill und Melinda Gates spendeten mehr als 60 Milliarden US-Dollar an die Stiftung. Zu ihren wichtigsten Schwerpunkten zählen:
- Bekämpfung von Covid-19, Malaria, Tuberkulose, HIV und Polio
- Entwicklung wasserloser Toiletten zur Vermeidung von Krankheiten
- Kampf gegen Hunger in Afrika und anderen Regionen
- Förderung von Bildung und Gleichstellung in den USA
- Motivation weiterer Milliardäre wie Warren Buffett zu spenden
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Kritik an der Stiftung
Die Arbeit der Stiftung löste immer wieder Diskussionen aus.
- Gesundheit: Laut der „LA Times“ konzentrierten sich medizinische Fachkräfte in Afrika verstärkt auf Krankheiten wie AIDS, Tuberkulose und Malaria. Dadurch standen weniger Ärzte für andere Behandlungen zur Verfügung.
- Agrar: Der „Guardian“ berichtete, die Stiftung arbeite eng mit westlichen Unternehmen zusammen. Kritiker sehen Nachteile für lokale Bauern.
- Modi: Die Verleihung eines Preises an den indischen Premier Narendra Modi im Jahr 2019 wurde von Menschenrechtsaktivisten und Nobelpreisträgern kritisiert. Ein ehemaliger Mitarbeiter erklärte laut der „New York Times“, deshalb die Stiftung verlassen zu haben.
- Gefängnisse: Die Stiftung investierte 2,2 Millionen US-Dollar in einen privaten Gefängnisbetreiber in den USA.
Die Jahre nach Microsoft
2020 schied Gates endgültig aus dem Microsoft-Vorstand aus. Ein Jahr später folgte die Scheidung von Melinda Gates.
Auch danach blieb er regelmäßig Gegenstand öffentlicher Debatten:
- Arbeitsklima: Kritik gab es an seiner Wortwahl und seinem Umgang mit Mitarbeitern.
- Jeffrey Epstein: Nach dessen erster Haftstrafe traf Gates ihn wegen möglicher Investitionen in die Stiftung. Hinweise auf kriminelles Verhalten von Gates gibt es aber nicht.
- Klima: 2025 sagte Gates, der Klimawandel sei keine existenzielle Bedrohung der Menschheit. Er bezeichnete ihn als ernstes Problem, sah Investitionen in Armutsbekämpfung und Gesundheit aber als wichtiger an. Der derzeitige US-Präsident wertete das als Sieg gegen die sogenannte „Klimalüge“. Gates reagierte auf Trumps Äußerung mit der Bemerkung, dies sei „eine gigantische Fehlinterpretation des Memos“, und erklärte, er werde seine Ausgaben für Klima und Gesundheit sogar erhöhen.
- Facebook-Sperre: Laut Yahoo bezeichnete Gates die Sperrung von Donald Trump bei Facebook als „extreme Maßnahme“.
- Covid-19: Laut dem Online-Magazin „Wired“ sprach sich Gates dafür aus, Impfstoffe über große Pharmakonzerne und mit Patentschutz zu vertreiben. Kritiker sehen darin einen Grund für verzögerte Impfstoffverfügbarkeit in ärmeren Ländern. Die Gates Foundation weist dies zurück und betont die Bedeutung großer Produktionskapazitäten.
Auch mit 70 Jahren bleibt Bill Gates eine der bekanntesten Figuren der Technikwelt. Trotz seines Rückzugs aus dem Microsoft-Alltag verfolgt die Öffentlichkeit seine Aussagen und Aktivitäten weiterhin aufmerksam.