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Mehr Datenschutz

Google Werbe-Cookies bis 2024 abschaffen

Seit einiger Zeit müssen Webseiten offenlegen, welche Cookies sie von Besuchern verlangen. Das könnte bald ein Ding der Vergangenheit sein.
Seit einiger Zeit müssen Webseiten offenlegen, welche Cookies sie von Besuchern verlangen. Das könnte bald ein Ding der Vergangenheit sein.Foto: dpa picture alliance

Jahrzehntelang waren Cookies das Rückgrat für personalisierte Werbung im Internet. Mangelnder Datenschutz und Missbrauch waren jedoch schon immer ein Problem. Deshalb hat Google angekündigt, bald sämtliche Werbe-Cookies abzuschalten.

Matt Brittin, Vorsitzender von Google EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), hat auf der „DMEXCO“-Messe in Köln über die Pläne des Unternehmens gesprochen, Werbe-Cookies abzuschalten. Dabei lag der Fokus auf der Entwicklung „neuer Lösungen, bei denen Privatsphäre im Mittelpunkt steht“.

Google möchte Werbetreibenden beim Umstieg helfen

Konkret hat Brittin zwei neue Technologien vorgestellt, um den Übergang von Werbe-Cookies erleichtern sollen. Da wäre zuerst das „Google Ads Privacy Hub“, das ab sofort in Deutschland zur Verfügung steht. Darin können werbetreibende Unternehmen mehr über Innovationen im Marketing-Bereichen und deren Umsetzung erfahren. Beim zweiten Tool stehen die Nutzer im Vordergrund. Im neuen „My Ad Center“ können sie kontrollieren, welche Werbung sie in der Google-Suche, Discover und YouTube sehen. Laut Google können Nutzer so „mehr von dem, was sie mögen, und weniger von dem, was sie nicht mögen, sehen“. Von nützlicher und relevanter Werbung würden nicht nur Nutzer, sondern auch Unternehmen profitieren.

Was sind Werbe-Cookies überhaupt?

Google will Datensammeln über sogenanntes Cookie-Tracking abschaffen. Derzeit können sogenannte Third-Party Cookies das Nutzungsverhalten über mehrere Webseiten hinweg verfolgen. Diese Technologie läuft bald aus und soll keinen Nachfolger bekommen. Die Cookies von Drittanbietern sind seit Langem Grundlage für individualisierte Online-Werbung. In einem Post auf dem Google-Blog bestätigt das Unternehmen, das es keine neuen Tools entwickelt, um den Internet-Verkehr von Nutzern zu verfolgen. Der Schritt dürfte die Art und Weise, wie Online-Werbung funktioniert, nachhaltig ändern. Google hatte bereits Anfang 2020 angekündigt, die Cookies von Drittanbietern abzuschaffen. Damit beugt es sich dem Druck in Europa und den USA, höhere Datenschutzstandards einzuhalten.

Google will aggregiertes Tracking statt Cookies

So ganz will sich Google natürlich nicht von Werbe-Tracking verabschieden, schließlich ist Werbung Kerngeschäft des Unternehmens. Es arbeitet schon seit Längerem an einer neuen Technologie namens „FLoC“ (Federated Learning of Cohorts – gebündeltes Erforschen von Kohorten). FLoC trackt Individuen nicht mehr einzeln, sondern nur noch als Gruppe mit gemeinsamen Interessen.

Deutsche Verleger reagierten skeptisch. „Jetzt bewahrheitet sich, wovor kleinere digitale Unternehmen seit Jahren gewarnt haben: dass Google aufgrund seiner Marktmacht nicht mehr auf Cookies angewiesen ist“. Das erklärte der Branchenverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Denn Google sammle täglich Millionen Daten etwa mit Hilfe des Chrome Browsers. „So kann Google personenbezogene Werbung (‚Behavioral Advertising‘) viel ausgefeilter als alle anderen Marktteilnehmer zum eigenen Vorteil nutzen und damit viel Geld verdienen.“ Es sei an der Zeit, dass die EU-Kommission eingreife „und den Bürgerinnen und Bürgern Europas ihre digitale Souveränität gegenüber den Internet-Giganten zurückgibt.“

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Kein individuelles Tracking mehr

Datenschützer kritisieren seit Jahren, dass Unternehmen wie Google Cookies verwenden, um Datensätze über das Surfen auf Seiten zu sammeln, die ihnen nicht gehören. Damit können sie Profile über die Interessen der Nutzer erstellen und personalisierte Werbung schalten. Cookies werden auf dem Online-Gerät des Verbrauchers gespeichert und enthalten Informationen über die besuchten Websites oder seinen Standort. Jetzt verspricht Google, keine andere Technologie zu verwenden, um Cookies zu ersetzen. Auch will es keine Funktionen in Chrome einzubauen, um sich selbst Zugang zu diesen Daten zu verschaffen. Dennoch testet der US-Technologieriese weiter Möglichkeiten für Unternehmen, Werbung an große Gruppen von anonymen Nutzern mit gemeinsamen Interessen zu richten.

„Um das Internet offen und zugänglich für alle zu halten, müssen wir alle mehr für den Schutz der Privatsphäre tun – und das bedeutet nicht nur ein Ende der Third-Party Cookies, sondern auch jeglicher Technologie, die dazu verwendet wird, einzelne Personen zu verfolgen, während sie im Internet surfen“, erklärte Google-Manager David Temkin.

Quelle

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Mit Material von reuters

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