Datenschutz-Problem?

Samsung-Smartphones senden Daten ungefragt nach China!

Samsung Galaxy Note 7
Samsung installiert ab Werk bereits einige Apps auf seinen Smartphones
Foto: Getty Images

Auf vielen Samsung-Smartphones ist eine Anwendung vorinstalliert, die Daten an eine chinesische Sicherheitsfirma übermittelt. Das besagte Unternehmen fiel in der Vergangenheit allerdings des Öfteren negativ auf. Dennoch können betroffene Kunden wenig tun, denn die App „Device Care“ beziehungsweise „Gerätewartung“ lässt sich nicht deinstallieren.

Mit Device Care bietet Samsung eine Anwendung an, die fest in das System der Smartphones integriert ist. Sie lässt sich weder deinstallieren noch deaktivieren. Gedacht ist sie zur Pflege und Wartung des Gerätes, eigentlich also eine durchaus nützliche Funktion. Nutzer können mit Device Care den Zustand ihres Samsung-Smartphones auf einen Blick überprüfen sowie mögliche Probleme wie einen zu vollen Speicher oder eventuell vorhandene Schadsoftware (Viren, Spyware) erkennen und umgehend Maßnahmen ergreifen.

Device Care greift auf chinesische Server zu

Nun hat ein Nutzer allerdings entdeckt, dass die Anwendung Daten an ein chinesisches Unternehmen namens Qihoo360 sendet. Er scannte sein Smartphone, ein Galaxy S10, mit dem Netzwerküberwacher Wireshark, der Verbindungen zu gleich mehreren Servern von Qihoo360 nachweisen konnte, wenn Device Care aktiv war. Nicht ersichtlich war durch diese Analyse allerdings, welche Daten genau an Qihoo360 übermittelt wurden.

Samsung selbst gab auf Nachfrage des Onlinemagazins „The Verge“ an, dass lediglich Angaben wie das Smartphone-Modell, dessen Android-Version sowie die Speicherkapazität des Gerätes an die chinesische Sicherheitsfirma übertragen werden. Diese Informationen seien zur Optimierung des Speichers sowie zur Erkennung von Junk-Dateien notwendig, so der Hersteller. Weiterhin betonte Samsung, dass keinerlei Daten übertragen werden, die es ermöglichen, Dateien auf dem Smartphone zu identifizieren.

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Qihoo360 hat fragwürdigen Ruf

Laut des Kommentars von Samsung hat die Verbindung mit Qihoo360 also durchaus ihre Berechtigung und hilft, das Smartphone zu verwalten. Das Programm wird vom Anbieter zudem aggressiv beworben – in einer Browserleiste, die auch Werbung anzeigt, werden Nutzer fälschlicherweise vor einem Virus gewarnt. Klicken sie auf die Benachrichtigung, bietet ihnen Qihoo360 die Installation der eigenen Anti-Virus-Software an.

Generell muss bei chinesischen Unternehmen der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen und sensiblen Daten in Frage gestellt werden. Immer wieder muss sich die Regierung Vorwürfe anhören, sie würden Hardware und Systeme der heimischen Tech-Unternehmen dazu nutzen, andere Länder und Nutzer über Netze und Geräte auszuspionieren. Jüngster Höhepunkt in dieser Debatte war das von US-Präsident Trump ausgesprochene Embargo gegen chinesische Großkonzerne wie Huawei.

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