22. April 2026, 14:25 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Samsung hat seine Galaxy-S26-Serie um eine Sicherheitsfunktion erweitert. Bleibt ein Smartphone eine bestimmte Zeit ungenutzt und gesperrt, führt es automatisch einen Neustart durch. Damit sollen sensible Daten besser vor unbefugtem Zugriff geschützt und gestohlene Geräte für Kriminelle deutlich schwerer nutzbar gemacht werden.
Samsung hat die neue Funktion namens „Inactivity restart“ Ende März für die Modelle der Galaxy-S26-Reihe ausgerollt. Sie funktioniert folgendermaßen: Wenn Besitzer ihr Smartphone innerhalb von 72 Stunden, also drei Tagen, nicht mindestens einmal entsperren, startet es automatisch neu. Das Gerät wechselt dadurch in den sogenannten „Before First Unlock“-Zustand, in dem die Datenverschlüsselung ihr höchstes Niveau erreicht.
Samsung-Smartphone riegelt sich nach 72 Stunden ab
Dabei werden laut der Website „Sammy Fans“ sämtliche entscheidenden Zugriffsschlüssel aus dem Arbeitsspeicher gelöscht. IT-Experten halten diese Sicherheitsbarriere für nahezu unüberwindbar. Nach dem Neustart ist eine Entsperrung zwingend per PIN, Passwort oder Muster erforderlich. Erst danach stehen Funktionen wie Fingerabdruckscanner, Benachrichtigungen oder die Anzeige eingehender Anrufe wieder vollständig zur Verfügung. Ist zusätzlich die SIM-Karte gesperrt, müssen Nutzer auch diese zunächst entsperren, um Anrufe empfangen zu können.
Die Funktion ist in den Sicherheitseinstellungen hinterlegt und standardmäßig deaktiviert. Nutzer müssen sie manuell aktivieren. Zu finden ist sie unter „Einstellungen“, „Sicherheit und Datenschutz“ sowie „Weitere Sicherheitseinstellungen“.
Samsung rät! Diese Einstellung sollten Smartphone-Nutzer unbedingt aktivieren
Sicherheits-Update für den Fingerabdrucksensor des Galaxy S10
Erweiterte Biometrie und KI-Diebstahlerkennung
Parallel zur Sperre nach 72 Stunden baut Samsung auch die biometrische Absicherung sensibler Bereiche innerhalb des Smartphone-Systems aus. Außerhalb vertrauter Orte wie dem Zuhause oder Arbeitsplatz genügt für bestimmte sicherheitsrelevante Einstellungen die Eingabe der Display-PIN nicht mehr. In diesen Fällen verlangt das System eine zusätzliche biometrische Verifizierung.
Das betrifft unter anderem die Übertragung des Samsung-Kontos per Smart Switch. Auch der Zugriff auf den sicheren Ordner oder private Galerie-Alben ist stärker geschützt. Selbst das Deaktivieren des sogenannten „Auto Blockers“, der nicht autorisierte App-Installationen verhindert, erfordert nun eine Identitätsbestätigung. Mehrfache falsche Eingaben führen zu einer vorübergehenden Sperrung des Bildschirms.
Das Update ist ein weiterer Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die Samsung zum Schutz seiner Geräte bereits eingeführt hat. Dazu zählt auch eine KI-gestützte Diebstahlerkennung, die Bewegungsmuster analysiert. Erkennt das System ein typisches Entreißen mit anschließender Fluchtbewegung, wird das Display sofort gesperrt. Ergänzend greift eine Offline-Gerätesperre, wenn das Smartphone über längere Zeit keine Netzwerkverbindung hat.
Besitzer können ein entwendetes Gerät zudem über eine verifizierte Telefonnummer aus der Ferne sperren, auch ohne Google-Konto.
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Update womöglich auch für ältere Modelle
Mit dem automatischen 72-Stunden-Neustart reagiert Samsung auf aktuelle Entwicklungen in der Branche. Auch Apple sowie alternative Android-Systeme wie GrapheneOS haben vergleichbare Mechanismen eingeführt. Laut Sicherheitsexperten würde die Kombination aus Hardware-Verschlüsselung, Biometrie und automatisierten Reaktionen den Anreiz für Diebstähle deutlich reduzieren.
Aktuell steht das Update nur für die Modelle der S26-Reihe bereit. Samsung plant jedoch, die neuen Sicherheitsfunktionen voraussichtlich auch auf ältere Geräte auszuweiten.