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Vielversprechende Tests

18.000 mAh! Kommt bald der Super-Akku in Samsung-Smartphones?

Akkuanzeige auf einem Smartphone
Samsung prüft Silizium-Carbon-Akkus mit bis zu 20.000 mAh Foto: picture alliance / imageBROKER | Valentin Wolf
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

12. März 2026, 9:22 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Selbst in Samsungs absoluten Top-Smartphones müssen sich Nutzer seit Jahren mit 5000-mAh-Akkus begnügen. Andere Länder sind deutlich weiter und verbauen Batterien in ihren Smartphones, die teils mehrere 10.000 mAh bieten. Doch nun deutet sich ein Umdenken bei Samsung an, denn der Konzern hat Tests mit neuartigen Silizium-Carbon-Akkus mit deutlich höherer Kapazität gestartet.

Die Informationen zum Test stammen aus internen Dokumenten, die aktuell über X im Umlauf sind. Sie geben nicht nur Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand, sondern auch in die Schwächen, die die Prototypen noch haben.

Akku mit 20.000 mAh scheiterte im Samsung-Test

Durchgeführt werden die Probeläufe durch Samsung SDI, einer Tochtergesellschaft des südkoreanischen Samsung-Konzerns, die auf die Entwicklung sowie die Produktion von Energiespeichern spezialisiert ist. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Akku-Lieferanten innerhalb des Samsung-Konzerns und entwickelt unter anderem neue Zellchemien wie Silizium-Carbon-Akkus, die eine höhere Energiedichte ermöglichen sollen. Die Energiedichte gibt dabei an, wie viel Energie in einem bestimmten Volumen gespeichert werden kann – also wie viel Akkukapazität in ein möglichst dünnes Gehäuse passt.

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Den Informationen aus den internen Unterlagen zufolge hat Samsung SDI Akkus mit 12.000 mAh, 18.000 mAh und 20.000 mAh getestet. Die größte Variante mit 20.000 mAh soll in Versuchen nach rund 960 Ladezyklen einen Defekt gezeigt haben. Für den Einsatz in Seriengeräten gilt dieser Wert als nicht ausreichend.

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Hürden bei 12.000 und 18.000 mAh

Vielversprechender für den seriellen Einsatz sind somit die Akkus mit Kapazitäten von 12.000 oder 18.000 mAh. Hier werden die Tests aktuell noch fortgesetzt. Als Ziel peilt Samsung SDI dabei rund 1500 Ladezyklen an, bevor die Kapazität auf 80 Prozent sinkt. Ob diese Werte erreicht werden können, ist derzeit noch offen.

Der 12.000-mAh-Akku trägt die Bezeichnung SDI-DC12K-SiC-V2 und setzt auf eine Zweizellenbauweise. Verbaut werden eine 6800-mAh-Zelle mit 4,7 Millimeter Dicke sowie eine 5200-mAh-Zelle mit 3,2 Millimeter. Die Gesamtdicke des Moduls soll unter 9,3 Millimeter bleiben, wobei einzelne Testmuster diesen Wert offenbar überschritten.

Beim 18.000-mAh-Modell SDI-TC18K-SiC kommen drei übereinander gestapelte Zellen zum Einsatz: 6699 mAh bei 4,2 Millimeter, 6000 mAh bei 3,9 Millimeter und 5257 mAh bei 3,28 Millimeter. Geplant ist eine Bauhöhe von etwa 12,3 Millimetern. Durch zusätzliche Wärmeleitschichten erreichten die bisherigen Prototypen jedoch 12,8 Millimeter.

Deutlich längere Laufzeiten bei Alltagsaufgaben

Für den 12.000-mAh-Akku rechnen die Entwickler bei aktiver Nutzung mit 4G- und WLAN-Verbindung mit einer Bildschirmzeit von 20 bis 25 Stunden. Die Variante ist auf Stabilität ausgelegt. Der größere 18.000-mAh-Akku zielt dagegen vor allem auf maximale Laufzeit ab. Aufgrund der Bauhöhe von 12,8 Millimeter ist er eher für robuste Outdoor-Smartphones geeignet als für klassische Modelle.

Zum Vergleich: In der Galaxy-S26-Serie verbaut Samsung weiterhin maximal 5000 mAh. Das Galaxy S26 Ultra besitzt ebenfalls einen 5000-mAh-Akku. Lediglich das Galaxy Z TriFold übertrifft diesen Wert mit 5600 mAh, verteilt auf drei Segmente. Während mehrere chinesische Hersteller in ihren Flaggschiffen bereits Kapazitäten von über 7000 mAh und mehr einsetzen, bleibt Samsung bei regulären Geräten bislang zurückhaltend.

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Silizium-Carbon-Akkus im Vergleich zu klassischen Akkus

In Smartphones, Tablets und den meisten anderen mobilen Geräten kommen derzeit überwiegend Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Dabei handelt es sich meist um Varianten mit Graphit-Anode und flüssigem Elektrolyten. Technisch am weitesten verbreitet sind Lithium-Ionen-Polymer-Akkus (Li-Polymer), eine Bauform des klassischen Lithium-Ionen-Akkus, die besonders flach gefertigt werden kann und sich daher gut für schlanke Geräte eignet.

Silizium-Carbon-Akkus befinden sich bislang noch in der Entwicklungs- oder frühen Einführungsphase. Einzelne Hersteller, vor allem aus China, setzen bereits teilweise Silizium-Anteile in der Anode ein, um die Energiedichte zu erhöhen. Die Akkus ersetzen das Graphit in der Anode ganz oder teilweise durch Silizium, das deutlich mehr Lithium-Ionen aufnehmen kann und dadurch eine höhere Energiedichte ermöglicht – also mehr Kapazität bei gleichem Volumen. Allerdings dehnt sich Silizium beim Laden stark aus und zieht sich beim Entladen wieder zusammen, was Materialbelastung und eine verkürzte Lebensdauer verursachen kann. Silizium-Carbon-Technologie verspricht somit größere Akkus in dünneren Geräten, ist aber technisch anspruchsvoller und bislang weniger langlebig als klassische Lithium-Ionen-Akkus.

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Wie geht es nach den Tests weiter?

Im Rahmen des Galaxy-Unpacked-Events bestätigte Samsung in Gesprächsrunden mit Journalisten, an Silizium-Akkus zu arbeiten. Ein Einsatz soll jedoch erst erfolgen, wenn umfangreiche Tests abgeschlossen sind und ein klarer Mehrwert für Nutzer besteht. Derzeit gilt die Produktion in den benötigten Stückzahlen als aufwendig, zudem ist die Lebensdauer noch geringer als bei etablierten Lösungen.

Interne Notizen verweisen darauf, dass Samsung SDI an einer überarbeiteten Stapelung der Zellen sowie an neuen Zwischenschichten arbeitet. Zusätzlich wird die Firmware des Batteriemanagements angepasst. Ob bereits kommende Modelle wie das Galaxy S27 Ultra oder das Galaxy Z Fold 8 von der neuen Technologie profitieren, ist bislang offen.

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