Beim Thema Nordkorea dürften viele erst einmal an einen totalitären Staat, vollkommene Kontrolle der Bevölkerung, Hungersnöte und Rasseln mit Atomwaffen denken. Technisch qualitative Produkte gelten dort als untypisch. Umso überraschender wirkt ein Pixel-8-Klon aus Nordkorea. Der soll nämlich überzeugen.
Pixel-8-Klon in diesem Punkt besser als Original
Der Betreiber des YouTube-Kanals fenibook will in den Besitz eines Pixel-8-Klons aus Nordkorea gekommen sein. Der Name soll „People’s Pixel“ lauten, also in etwa „das Pixel des Volkes“. Und als Nachbau eines Google Pixel 8 Pros ist es ohnehin einige Jahre zu spät – das Original erschien immer Ende 2023.
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Doch auch wenn es sich nicht um aktuelle Hardware handelt, bietet das Nordkorea-Pixel überraschend gute Leistung, wie „Notebookcheck“ berichtet. Optisch ist es bis auf ein nordkoreanisches Logo (im Video verdeckt) nicht von Googles Gerät zu unterscheiden. Im Inneren läuft ein MediaTek Dimensity 7050 als Chip. Der ist zwar dem ursprünglichen Tensor G3 Chip deutlich unterlegen, bleibt aber dafür merklich kühler, auch bei anhaltender Beanspruchung.
Beim Arbeitsspeicher zeigte man sich sogar besonders großzügig. Statt der 12 GB RAM beim Vorbild spendierte man dem „People’s Pixel“ ganze 16 GB RAM. In diesem Punkt ist es also dem Original überlegen. Aber das ist längst nicht alles.
Auch die Kameras fallen erstaunlich gut aus. Mit dabei sind eine 50-MP-Hauptkamera von Omnivision, je eine Ultraweitwinkel- und Periskop-Teleobjektiv-Kamera von Samsung (ebenfalls mit 50 MP) sowie eine Frontkamera mit 32 MP. Dem Video nach soll das Teleobjektiv besonders herausstechen. Es überzeugt mit dreifachem Zoom und einer Naheinstellgrenze von nur 15 Zentimetern – ebenfalls besser als beim Original, wo der Wert bei einem Meter liegt.
Das Display schafft indes 120 Hertz bei der Bildwiederholrate nicht, sondern läuft nur auf 60 Hertz mit einer Auflösung von 1080 x 2400 Pixel. Dafür punktet die Helligkeitsregelung, die auch besser als bei Googles Ursprungsgerät ausfällt.
Zweifel an nordkoreanischer Verbreitung
Wer genau hinter diesem Pixel 8 in Nordkorea steckt, ist unklar. Für gewöhnlich schaffen es nur billige Modelle aus China in das abgeschottete Land, die dann einfach neu beschriftet werden. Die Qualität dieses spezifischen Nachbaus sticht also deutlich hervor.
Wie es im Video von fenibook auch heißt, soll das falsche Pixel 8 mit einem entsperrten Bootloader daherkommen. Das ermöglicht theoretisch die Installation anderer Software und sogar von Google-Diensten. Das wäre aber sicher nicht im Sinne der staatlichen Zensur, wo man selbst in die Autokorrektur manipulierend eingreift.
Es ist also anzunehmen, dass die Kopie entweder nicht weit verbreitet ist. Oder, falls doch, nicht lange überleben wird, ehe die Regierung es einkassiert.
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