8. Januar 2026, 10:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Normale Smartphone-Kameras fangen die Spektralbänder für die von Menschen sichtbaren Farben Rot, Grün und Blau (RGB) ein. Derzeit erwägt Apple jedoch für ein zukünftiges iPhone den Einsatz eines multispektralen Bildsensors, der zusätzliche Lichtwellen erkennen kann – etwa auf dem Infrarot- und dem Ultraviolett-Band. Die Technik könnte zu einer besseren Objekterkennung beitragen und mehr Informationen über die Bildtiefe liefern.
Neue Sensoren derzeit in der Prüfung
Die Hinweise stammen von dem bekannten Leaker Digital Chat Station, der sie in einem Post auf der chinesischen Blog-Plattform Weibo geteilt hat. Demnach habe Apple Interesse an Multispektralsensoren signalisiert – „die Zulieferer prüfen diese, die Tests haben aber noch nicht begonnen.“
Aktuelle Smartphone-Kameras arbeiten mit Licht im roten, grünen und blauen Spektralbereich. Multispektrale Sensoren erfassen zusätzlich weitere Wellenlängen, etwa im nahen Infrarot. Dadurch können sie Bildinformationen einfangen, die mit herkömmlichen Sensoren nicht sichtbar sind.
Multispektrale Bildgebung bietet zahlreiche Vorteile
Diese zusätzlichen Informationen könnten es dem iPhone ermöglichen, Materialien und Oberflächen besser voneinander zu unterscheiden. Verschiedene Materialien reflektieren Licht je nach Wellenlänge anders. Multispektrale Sensoren können diese Unterschiede laut „MacRumors“ bei Oberflächen wie Haut, Stoffen, Pflanzen oder spiegelnden Flächen genauer erkennen.
Die detaillierte Unterscheidung von Materialien der iPhone-Kamera kann dabei helfen, die Motiverkennung zu verbessern. Auch Effekte wie das Freistellen bei Porträtaufnahmen könnten zuverlässiger funktionieren, da die Kamera Motive klarer vom Hintergrund trennen kann.
Bei der Verarbeitung von Bildaufnahmen in schlechten Lichtverhältnissen bieten die zusätzlichen Informationen einen weiteren Vorteil. Aber auch für maschinelles Lernen direkt auf dem Gerät, etwa zur Objekterkennung und zur Einschätzung der Bildtiefe, eignen sich die Daten. „MacRumors“ vermutet deshalb, dass sie auch zur Verbesserung von Apples KI-Bildanalyse mit Visual Intelligence beitragen können.
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Begrenzter Platz für Kamera im iPhone
Die Integration multispektraler Sensoren bringt jedoch technische Herausforderungen mit sich. Solche Systeme sind komplexer als herkömmliche Kameras und benötigen mehr Platz für zusätzliche Komponenten im Inneren des Geräts.
Die Technik befindet sich deshalb noch in der Evaluierungsphase. Sollten die Kosten oder der Aufwand den Nutzen nicht rechtfertigen, dürfte es die multispektrale Kamera nicht in ein fertiges iPhone schaffen.
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Variable Blende erneut bestätigt
Der Leaker Digital Chat Station greift in seinem Post noch ein weiteres Gerücht auf. Seinen Informationen zufolge testet Apple mit einem technischen Prototyp des iPhone 18 Pro die neue 48-MP-Hauptkamera mit variabler Blende. Damit lässt sich steuern, wie viel Licht auf den Sensor kommen soll. Zusätzlich soll auch die 48-MP-Telefotokamera eine größere Blendenöffnung bekommen.
Die ebenfalls im Gespräch befindliche 200-MP-Kamera stellt der Leaker jedoch infrage. Wie TECHBOOK bereits berichtete, habe Apple diese bislang nur getestet, ziehe sie aber nicht für die kommende iPhone-Generation in Erwägung. Die Materialtestphase mit einem Samsung-Sensor soll weiterhin andauern.
Das kommt mir bekannt vor
„Bevor ich auf iPhone umgestiegen bin, war mein letztes Android-Gerät das OnePlus 8 Pro. Das Smartphone hatte einen besonderen Trick auf Lager, den meines Wissens bis heute kein anderer Hersteller imitiert hat – aus gutem Grund. Im 8 Pro war ein zusätzlicher 5-MP-Farbsensor verbaut, der den sogenannten Photochrom-Filter ermöglichen sollte. Neben Schwarz und Weiß konnte dieser auch Infrarotlicht erkennen, was dem Unternehmen letztlich zum Verhängnis wurde.
Denn mit der Kamera war es möglich, bestimmte Materialien dank Infraroterkennung einfach zu durchleuchten. Ob Fernbedienung oder Herdplatte – plötzlich konnten Nutzer wie mit Röntgensicht Bilder vom Innenleben aller möglichen Objekte aufnehmen. Das ging natürlich gleich durch die Medien, da viele die Befürchtung hatten, dass man damit auch durch Kleidung sehen könnte. In einigen wenigen Fällen ließ sich das auch beweisen, OnePlus musste also reagieren. Per Software-Update wurde die Kamera komplett gesperrt und der Filter nur noch in Software simuliert.
Apple dürfte sich dieser Problematik bewusst sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Das Ganze macht mich aber gespannt auf die Möglichkeiten einer multispektralen Kamera. Denn auch wenn die Umsetzung vielleicht problematisch ist – eine Röntgenkamera ist einfach cool.“