20. Mai 2026, 11:30 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2026 hat der Konzern zahlreiche neue KI-Funktionen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei Gemini 3.5. Das neue Modell soll künftig viele Google-Dienste antreiben und die Grundlage für neue KI-Funktionen bilden. Dabei geht es nicht nur um die Websuche, sondern auch um Apps, Shopping und persönliche Assistenten.
Google bezeichnet Gemini 3.5 als das bislang schnellste und zuverlässigste KI-Modell des Unternehmens. Den Anfang macht die Variante „Gemini 3.5 Flash“. Eine Pro-Version mit erweitertem Verständnis und höherer Genauigkeit soll später folgen. Eingesetzt wird das Modell unter anderem für den KI-Modus der Google-Suche sowie für Entwicklerdienste wie Google AI Studio und Android Studio.
Neue Funktionen mit Gemini Spark
Mit „Gemini Spark“ kündigt Google zudem einen persönlichen KI-Assistenten an. Der Helfer soll verschiedene Google-Dienste miteinander verbinden und Nutzern helfen, ihren digitalen Alltag besser zu organisieren.
Spark greift dafür auf Inhalte aus unterschiedlichen Anwendungen zu, darunter Mail, Kalender oder Notizen. Der Assistent soll beispielsweise Aufgaben zusammenfassen, Erinnerungen erstellen oder wichtige Fristen überwachen. Auch E-Mails bestimmter Absender kann Spark laut Google beobachten und automatisch Zusammenfassungen erstellen.
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Darüber hinaus soll sich der Assistent per Sprache steuern lassen. Google plant außerdem, dass Nutzer dem System weitere Fähigkeiten beibringen können. Spark befindet sich aktuell noch in der Testphase und startet zunächst in den USA für Abonnenten des Google-AI-Ultra-Programms. Wann der Dienst nach Deutschland kommt, ist bislang offen. Google verspricht dabei, dass Nutzer selbst festlegen können, auf welche Apps der Assistent zugreifen darf. Aktionen sollen zudem nur nach ausdrücklicher Zustimmung ausgeführt werden.
Gemini Omni soll KI-Videos verbessern
Auch bei KI-generierten Videos plant Google große Neuerungen. Dafür führt der Konzern „Gemini Omni“ ein. Das System kombiniert Videobearbeitung, Generierung und Kontextverständnis miteinander.
Google zeigte unter anderem Beispiele, bei denen bestehende Videoaufnahmen stark verändert wurden. So verwandelte die KI eine steinerne Umgebung in ein Szenario aus Seifenblasen. Dafür nutzt Omni laut Google umfangreiche Datensätze zu Materialien, physikalischen Eigenschaften, Referenzen und verschiedenen Stilen.
Das Unternehmen sieht außerdem Einsatzmöglichkeiten im Bildungsbereich. Dort soll Omni komplexe Inhalte mithilfe interaktiver und animierter Videos erklären. Die Funktion startet zunächst als „Flash“-Version für Nutzer von Google AI Plus, Google AI Pro und Google AI Ultra. Auch in YouTube Shorts und YouTube Create soll die Technik kostenlos verfügbar sein.
KI-Inhalte sollen besser erkennbar werden
Mit der steigenden Zahl KI-generierter Videos wächst auch die Nachfrage nach einer Kennzeichnung solcher Inhalte. Google kündigte deshalb an, dass Inhalte aus Gemini Omni mit dem Wasserzeichen „SynthID“ versehen werden.
Zusätzlich wollen laut Google auch andere Unternehmen wie Nvidia, OpenAI und Kakao diese Kennzeichnung einsetzen.
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Google-Suche wird stärker auf KI ausgerichtet
Die Google-Suche erhält ebenfalls neue KI-Funktionen auf Basis von Gemini 3.5 Flash. Der sogenannte KI-Modus soll schnellere und präzisere Antworten liefern. Außerdem plant das Unternehmen Änderungen an der Oberfläche. Die Suchleiste soll größer werden und besser mit natürlicher Sprache umgehen können. Ergänzend sollen neue Suchagenten personalisierte Inhalte und individuelle Feeds liefern.
Mit „Personal Intelligence“ verbindet Google zudem Inhalte aus Gmail, Google Fotos und Google Kalender mit Suchanfragen. Voraussetzung dafür ist, dass Nutzer angemeldet sind.
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Shopping-Offensive mit Universal Cart
Auch beim Online-Shopping setzt Google künftig stärker auf KI. Dafür kündigte das Unternehmen mehrere neue Systeme an. Das „Universal Commerce Protocol“ soll Händler, Lieferanten und Dienstanbieter besser miteinander vernetzen. Gleichzeitig soll das System Bezahlvorgänge vereinfachen und Nutzern helfen, passende Angebote schneller zu finden.
Ergänzend kommt das „Agent Payment Protocol“. Es soll laut Google Kundschaft, Händler, Zahlungsdienste und KI-Systeme sicher miteinander verbinden. Mit „Universal Cart“ plant Google außerdem eine automatische Einkaufsfunktion. Nutzer sollen Produkte in den Warenkorb legen und Wunschpreise festlegen können. Sinkt der Preis unter den angegebenen Wert, kann der KI-Agent den Kauf automatisch abschließen.
Der Start von Universal Cart ist für den Sommer in den USA geplant. Ob und wann die Funktionen auch in Europa erscheinen, ist bislang unklar.