Volkswagen hat in den Vereinigten Staaten einen Rückruf für 22.524 ID.4 angeordnet. Betroffen sind Modelljahre 2023 bis 2026, die zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 1. Februar 2025 gebaut wurden. Der Grund: Bestimmte Hochvoltbatterien können unter bestimmten Bedingungen Feuer fangen.
Die betroffenen Fahrzeuge stammen aus dem US-Werk Chattanooga in Tennessee und sind mit Batterien von SK Battery America ausgestattet, wie das Fachmagazin „Electrek“ berichtet. ID.4-Modelle aus europäischer oder chinesischer Produktion sowie Fahrzeuge mit Batterien von LG Chem sind nach Angaben von Volkswagen nicht von dem Problem betroffen.
Was ist das Problem?
In bestimmten Hochvoltbatterien können spezielle Ladeprofile in Kombination mit einem Ladestand über 80 Prozent eine sogenannte thermische Ausbreitung auslösen. Bei diesem gefährlichen Prozess überhitzt eine Batteriezelle und bringt benachbarte Zellen zum Überhitzen – im schlimmsten Fall kann das gesamte Batteriepaket in Brand geraten.
Zwischen dem 18. Januar 2024 und dem 7. August 2026 gingen bei VW in den USA 22 Beschwerden zu diesem Problem ein. Am 23. September 2026 entschied sich der Hersteller für den freiwilligen Rückruf. Das Problem war erstmals am 17. Juni 2026 aufgefallen, als Ingenieure Auffälligkeiten beim Isolationswiderstand und bei der Schnelllade-Leistung feststellten.
Diese Batterien kommen von SK Battery America in Commerce im US-Bundesstaat Georgia. Volkswagen schätzt, dass nur etwa 0,1 Prozent der zurückgerufenen Fahrzeuge tatsächlich den Defekt aufweisen – also rund 22 Autos. Dies ist bereits der zweite größere Batterierückruf bei Volkswagen in diesem Jahr: Anfang 2026 musste der Hersteller weltweit fast 100.000 Elektrofahrzeuge zurückrufen.
Was sollten Besitzer tun?
ID.4-Besitzer außerhalb der USA müssen sich keine Sorgen machen, da der Rückruf nur für Fahrzeuge gilt, die mit Batterien des US-Herstellers SK Battery America bestückt sind. In anderen Ländern – darunter Europa – kommen hauptsächlich Batterien von LG zum Einsatz.
Volkswagen empfiehlt jedoch allen Besitzern betroffener Fahrzeuge dringend, die Batterie bis zur Verfügbarkeit einer dauerhaften Lösung nicht über 80 Prozent aufzuladen. Das Risiko steigt besonders bei häufiger Nutzung starker Schnellladestationen. Als temporäre Maßnahme werden Händler Warnaufkleber im Fahrzeug anbringen, unter anderem auf dem Armaturenbrett und an der Ladeklappe. Je nach Fahrzeugkonfiguration kann Volkswagen bei manchen Modellen per Update die maximale Ladung automatisch auf 80 Prozent begrenzen.
Ab dem 27. November 2026 erhalten die Besitzer Benachrichtigungsbriefe mit Details zu den Sicherheitsrisiken. Sobald eine endgültige Lösung entwickelt ist, folgt ein zweites Schreiben.
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