Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

E-Mobility

Die besten E-Roller in Deutschland

Die besten E-Roller in Deutschland
Elektrische Motorroller sind eine leise und abgasfreie Alternative zu klassischen ScooternFoto: Getty Images

Sie mögen vielleicht nie den Status als Kultobjekt erreichen, den ihre benzinbetriebenen Brüder als Insignie der Mod-Kultur Anfang der 1960er-Jahre innehatten, doch dafür sind Elektroroller ganz auf der Höhe der Zeit: leise, wendig und dabei keine Belastung für die Umwelt. TECHBOOK präsentiert fünf smarte Cruiser.

E-Roller gibt es in drei Geschwindigkeitsklassen: zwischen 20 und 32 Kilometern pro Stunde, bis zu 45 und bis zu 110 Stundenkilometern. Beim Kauf entscheidend ist die bevorzugte Verwendung: ob als reines Fortbewegungsmittel für kurze Distanzen beispielsweise in der Stadt, als motorisierter Untersatz für kleinere Touren oder als Gefährte für längere Strecken auf der Landstraße. Die emissionsfreien Schleicher sind vielseitig einsetzbar. Voraussetzung ist ein Führerschein Klasse A1 oder Klasse B (Pkw-Führerschein) beziehungsweise der Motorradführerschein (A) für schnellere E-Roller. Fahrer brauchen zudem eine Haftpflichtversicherung und müssen auf Fahrzeugen, die schneller als 20 Stundenkilometer fahren, einen Helm tragen.

Was müssen E-Roller können?

Die Schlüsselfrage bei einem E-Roller ist die nach seiner Reichweite. Hier entscheidend: Wie stark ist das Herz des Fahrzeugs, sein Akku? Bei Elektrorollern kommen folgende Stromquellen zum Einsatz: Blei-Gel-Akkus (mit rund 200 Euro am billigsten, aber auch mit der kürzesten Lebensdauer und Reichweite), Blei-Vlies-Akkus (für kurze Strecken geeignet, sehr schwer), Nickel-Metallhydrid- und Blei-Nickelhydrid- Akkus (längere Lebensdauer und etwas bessere Reichweite als die beiden ersten Optionen) sowie Lithium-Ionen-Akkus (die beste Lösung, lange Lebensdauer, aber am teuersten und nicht recycelbar).

Ganz pauschal lässt sich die Frage nach der Reichweite nicht beantworten, denn wie lange ein Akku hält, hängt auch von der individuellen Fahrweise ab. Ein aggressiver Fahrstil verbraucht mehr Energie als ein sanfter. Als Faustregel gilt: Die für die langsamen Modelle verwendeten Bleibatterien reichen für zirka 20 Kilometer. Schnellere E-Scooter mit Lithium-Ionen-Akku schaffen in etwa 50 Kilometer und die rasanten Flitzer ungefähr 70 bis 100 Kilometer, abhängig von der Art der Strecke (z. B. eben oder mit vielen Steigungen). Doch egal, wie hoch der Verbrauch ist: E-Roller sind extrem günstig. Je 100 Kilometer fallen im Schnitt nur 80 Cent an Stromkosten an, das ist bei gleicher Entfernung ein Sechstel dessen, was man bei einem Zweitaktroller investieren muss.

Die Empfehlung der Redaktion: elrofu Elektroroller ROBO-S

Das Modell ROBO-S von Elektroroller Futura ist ein Kraftpaket in der oberen Geschwindigkeitsklasse. Mit seinem durchzugsstarken Motor lässt sich eine Spitzengeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern erreichen. Gespeist von 2 herausnehmbaren 9 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akkus (je 72 V/20 Ah) erzielt der Elektroroller eine Reichweite von 100 Kilometern. Ein idealer Gefährte für ausgedehnte Spritztouren im Sommer. Der E-Roller mit Straßenzulassung ist hochwertig verarbeitet und bietet mit seinem modernen Design auch optische Reize.

Ausstattung

 elrofu Elektroroller ROBO-S
ProdukttypElektroroller
AntriebsartRadnabenmotor
Spitzen-/Dauerleistung (kW)4,0/3,6
AkkuAkkutyp: Lithium-Ionen
Akkuanzahl Serie/Option: 2/2
Bremse vorne/hintenCBS-Scheibenbremsen
Beschleunigung 0–60 km/h (s)9
Höchstgeschwindigkeit (Herstellerang.) (km/h)80
Reichweite (km)76
Gewicht (kg)95
AusstattungFingerabdrucksensor, App, Schnellladegerät (Ladezeit: 10 Ah pro Stunde, Ladezeit pro Akku: 2 Stunden)

Vorteile und Nachteile elrofu Elektroroller ROBO-S

Pro

  • + Große Reichweite und hohe Geschwindigkeit möglich
  • + Entnehmbare Akkus
  • + Modernes Design
  • + Hochwertiges Display mit Fingerabdrucksensor

Contra

  • – Höchstgeschwindigkeit sinkt mit abfallendem Ladestand der Akkus
  • – Keine Reichweitenanzeige
  • – Kein ABS

Sieger der Herzen: Govecs Schwalbe L3e

Nicht nur für Ostalgiker: Der E-Roller Schwalbe L3e von Govecs ist quasi die 2.0-Version des DDR-Kultrollers Simson KR 51, umgangssprachlich auch „Schwalbe“ genannt, der in der DDR zwischen 1964 und 1986 produziert wurde. Es gibt ihn in einer 45- und einer 90-Stundenkilometer-Ausführung. Erstere darf man mit einem Pkw-Führerschein fahren, für Zweitere bedarf es der Fahrerlaubnisklasse A1. In puncto Fahrgefühl ist das mit stolzen 140 Kilogramm in der Klasse der Schwergewichte zu verortende Designwunder praktisch unschlagbar, nicht umsonst landete es beim Elektrorollertest des ADAC souverän auf dem 2. Patz. Dort punktete die Schwalbe mit „dem kraftvollsten Motor im Feld, kurzen Ladezeiten, guter Verarbeitung und ausgewogenen Fahreigenschaften“. Im Boost-Modus fühlt man sich auf diesem Kraftpaket von einem Elektroroller eher wie Peter Fonda in „Easy Rider“ als wie Phil Daniels in „Quadrophenia“.

Fährt man den Cruiser nicht im gemächlichen Eco-, sondern im Boost-Modus, reicht eine Akkuladung für maximal 80 Kilometer, je nach Fahrverhalten und Streckenbeschaffenheit. Leider hat das sonst fast uneinholbare Gefährt auch einige nicht zu beschönigende Defizite. So ist der – immerhin in nur 5 Stunden aufladbare – Akku fest verbaut und mit einem 5 Meter langen Spiral-Ladekabel ausgestattet, das mit ihm fest verbunden ist. Ergo: Akkuwechsel oder Nachladen im Büro oder in der Wohnung – Fehlanzeige. Auch die Nutzung des USB-Anschlusses ist mit Hürden verbunden, befindet sich dieser doch unter der Sitzbank. Weitere Wermutstropfen sind das fehlende Helmfach und der relativ hohe Preis von zirka 7.000 Euro. Ansonsten: Sieger der Herzen!

Ausstattung

 Govecs Schwalbe L3e
ProdukttypElektroroller
AntriebsartDoppelriemenantrieb
Spitzen-/Dauerleistung (kW)8
AkkuAkkutyp: BOSCH Lithium-Ionen
Akkuanzahl: 2
Fest installiert
Ladezeit: ca. 5 h
Bremse vorne/hintenCBS-Scheibenbremsen
Höchstgeschwindigkeit (Herstellerang.) (km/h)90
Reichweite (km)Bis zu 90 km (2 Batterien) im GO-Modus
Gewicht (kg)140 (inkl. 2 Batterien)
AusstattungRekuperation, verschiedene Farboptionen, USB-Ladeanschluss unter dem Sitz

Vorteile und Nachteile Govecs Schwalbe L3e

Pro

  • + Bester Antrieb seiner Klasse
  • + Schnellste Beschleunigung seiner Klasse
  • + Bestes Bremssystem seiner Klasse
  • + Hohe Reichweite
  • + Tolles Design
  • + Klimaneutral

Contra

  • – Plastik statt Blech
  • – Schwer
  • – Relativ teuer
  • – Kaum Stauraum
  • – Fest verbauter Akku

Auch interessant: Die besten E-Scooter mit Straßenzulassung in Deutschland

Kult mit Schönheitsfehlern: Piaggio Vespa Elettrica 70

Den E-Roller der Kultmarke gibt es in einer 45- und einer 70-Stundenkilometer-Ausführung. Letztere punktet mit einer zügigen Beschleunigung beim Start an der Ampel. Der ADAC lobt in seinem Elektrorollertest besonders, dass „das Fahrwerk den besten Kompromiss aus Agilität und Komfort findet“. Auch die gute Ergonomie wird positiv hervorgehoben. Was hingegen als klares Manko herausgearbeitet wurde, sind „die mit Abstand schlechtesten Fahrleistungen im Test“. Laut ADAC bliebe dadurch der Fahrspaß weitgehend auf der Strecke. Dennoch landete das Modell Vespa Elettrica 70 mit einer Gesamtnote von 2,5 auf einem soliden dritten Platz.

Ausstattung

 Piaggio Vespa Elettrica 70
ProdukttypElektroroller
AntriebsartE-Motor, Antrieb über Konstantübersetzung
Spitzen-/Dauerleistung (kW)4,0/3,6
AkkuLithium-Ionen
Akkuanzahl: 1
Fest installiert
Ladezeit: ca. 4 h
Bremse vorne/hintenScheibe/Trommel
Höchstgeschwindigkeit (km/h)67
Reichweite (km)68 im Modus „Power“
Gewicht (kg)132

Vorteile und Nachteile Piaggio Vespa Elettrica 70

Pro

  • + Gute Fahreigenschaften
  • + Gute Ergonomie
  • + Ladezeit des 4,2 kWh großen Akkus nur 4 Stunden
  • + Geräumiges Ablagefach

Contra

  • – Endgeschwindigkeit nur 67 km/h
  • – Reichweite nur 68 Kilometer
  • – Fest verbauter Akku

Der Langstreckenläufer: elrofu Elektroroller ANGRY HAWK

Das Modell ANGRY HAWK von Elektroroller Futura ist ein Highspeed-E-Roller, der es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern, eine Leistung von 4.000 Watt und eine beachtliche Reichweite von 100 Kilometern bringt. Neben einer prozentgenauen Akkuanzeige, einem Fingerabdrucksensor, der bis zu 5 verschiedene Fingerabdrücke speichert, und einem extragroßen LCD-Display ist bei ihm besonders hervorzuheben, dass die beiden 9 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akkus herausnehmbar sind. Das ermöglicht ein Nachladen im Büro oder in der Wohnung sowie einen Akkuwechsel unterwegs. Zudem punktet der E-Roller ANGRY HAWK mit geringen Wartungskosten.

Ausstattung

 elrofu Elektroroller ANGRY HAWK
ProdukttypElektroroller
Spitzen-/Dauerleistung (kW)4
AkkuLithium-Ionen
Akkuanzahl: 2
Herausnehmbar
Ladezeit: ca. 4 h
Bremse vorne/hintenBremssystem: CBS
Höchstgeschwindigkeit (km/h)80
Reichweite (km)100
Gewicht (kg)95
AusstattungLED-Scheinwerfer, LCD-Display, Fingerabdrucksensor, Topcase

Vorteile und Nachteile elrofu Elektroroller ANGRY HAWK

Pro

  • + Große Reichweite und hohe Geschwindigkeit möglich
  • + Bremsstärke manuell verstellbar
  • + Modernes Design
  • + Geringe Betriebskosten von ca. 85 Cent pro 100 km

Contra

  • – Führerschein Klasse A1 erforderlich

Das Akku-Wunder: iamelectric X1

Der Elektroroller iamelectric X1 ist mit einem Bosch-Motor ausgestattet und garantiert mit seinen Scheibenbremsen ein hohes Maß an Sicherheit. Bei der maximalen Reichweite fällt er mit 70 Kilometern zwar um zirka 30 Kilometer hinter die Tabellenführer dieser Kategorie zurück, setzt sich jedoch mit seinem austauschbaren Lithium-Ionen-Akku mit 26 Amperestunden von Samsung an die Spitze des breiten Mittelfelds. Ein Alleinstellungsmerkmal, sind doch die meisten E-Roller nur mit einer 20-Amperestunden-Stromquelle ausgestattet.

Für den E-Roller iamelectric X1 bedeutet das rund 10 Kilometer mehr Reichweite als bei vergleichbaren Modellen, die im Schnitt schon nach 60 Kilometern schlappmachen. 1.000 Ladezyklen verträgt diese leistungsstarke und mit 12 Kilogramm außergewöhnlich leichte Pumpe, die in sportlichen 4 Stunden wieder voll aufgeladen ist. Das Modell iamelectric X1 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde. Auch in puncto Design macht es mit seinem X-förmigen Frontlicht eine gute Figur. Ein echter Hingucker, der zudem zu einem Preis zu haben ist, bei dem auch der kleine Geldbeutel mithalten kann.

Ausstattung

 iamelectric X1
ProdukttypElektroroller
Spitzen-/Dauerleistung (kW)2
AkkuLithium-Ionen-Akku von Samsung
Akkuanzahl: 1 oder 2
Herausnehmbar
Ladezeit: ca. 4 h
Bremse vorne/hintenScheibe/Scheibe
Höchstgeschwindigkeit (km/h)45
Reichweite (km)70
Gewicht (kg)70
AusstattungTempomat, Alarm, LED, Lautsprecher, Bluetooth, intelligentes Ladegerät

Vorteile und Nachteile iamelectric X1

Pro

  • + Große Reichweite
  • + Leichter 26-Ah-Lithium-Ionen-Akku
  • + Auch in einer Doppelbatterieversion erhältlich
  • + Hohe Sicherheit

Contra

  • – Elektromotor mit nur 2.200 Watt
  • – Höchstgeschwindigkeit nur 45 km/h

Fazit

Ein zu teurer Ostalgieklassiker und eine leicht schlappe Kult-Wespe machen dem Modell ROBO-S von Elektroroller Futura Platz auf dem Siegertreppchen. Eine Nummer 1, die mit einer Spitzengeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern und einer Reichweite von 100 Kilometern keine Wünsche offenlässt.