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Schwere Vorwürfe!

Apple und Google sollen verbotene Nudify-Apps beworben haben

KI-Apps
Ein Bericht wirft Apple und Google Fehler beim Umgang mit Nudify-Apps vor Foto: Getty Images
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Manuel Bauer

21. April 2026, 7:39 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

In den App-Stores von Apple und Google gelten klare Regeln. Ein neuer Bericht legt nun nahe, dass problematische KI-Apps dort trotzdem weiter sichtbar bleiben.

Gefälschte Nacktbilder und manipulierte Pornovideos sind im Netz seit Jahren ein großes Problem. Seit dem Aufstieg moderner KI-Tools hat sich die Lage noch einmal deutlich verschärft. Entsprechende Apps machen es immer leichter, täuschend echt wirkende Inhalte zu erstellen und zu verbreiten.

Was Nudify-Apps möglich machen

Sogenannte Nudify-Apps können Gesichter beliebiger Menschen in sexuelle Darstellungen einbauen. Damit lassen sich aus normalen Aufnahmen täuschend echt wirkende Nacktbilder und Pornovideos erstellen und verbreiten. Für die Betroffenen kann das gravierende Folgen haben. Kritik gab es in diesem Zusammenhang auch an Elon Musk. Er nutzte die Erstellung gefälschter Pornobilder als Werbung für seinen KI-Assistenten Grok. Apple und Google verbieten solche Anwendungen in ihren App-Stores zwar offiziell. Genau deshalb wiegen die neuen Vorwürfe aber besonders schwer.

Bericht spricht von vielen Treffern in den Stores

Die Website „Tech Transparency Project“ erhebt schwere Vorwürfe gegen die beiden US-Unternehmen. Nach eigenen Recherchen fanden die Betreiber zahlreiche entsprechende Anwendungen im Google Play Store und in Apples App Store. Schon Suchbegriffe wie „Nudify“, „Undress“ oder „Deepnude“ sollen gereicht haben, um viele dieser Apps sichtbar zu machen. Dazu kamen Werbebanner und automatische Empfehlungen, die Nutzer auf weitere Angebote dieser Art aufmerksam machten. Damit geraten nicht nur die Apps selbst in den Fokus, sondern auch die Mechanismen der Stores.

Besonders brisant ist ein weiterer Punkt: Die Suchfelder in den App-Stores sollen heikle Begriffe automatisch ergänzt und vervollständigt haben. Auf diese Weise ließen sich offenbar noch mehr einschlägige Anwendungen finden. Das steht im Widerspruch zu den offiziellen Regeln beider Unternehmen. Wenn verbotene Apps nicht nur auftauchen, sondern über Suchhilfen und Empfehlungen leichter gefunden werden, wirft das Fragen zur Durchsetzung der eigenen Vorgaben auf.

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483 Millionen Downloads und hohe Umsätze

Die entdeckten Anwendungen sollen zusammen rund 483 Millionen Downloads erreicht haben. Außerdem sollen sie etwa 122 Millionen US-Dollar umgesetzt haben, was aktuell (Stand: 21. April 2026) circa 104 Millionen Euro entspricht. Noch heikler wird der Fall durch die Altersfreigaben. 31 der gefundenen Apps sollen für Minderjährige freigegeben gewesen sein. Damit hätten selbst Kinder Zugriff auf solche Anwendungen haben können. Apple lehnte einen Kommentar ab. Google erklärte, den Vorwürfen nachzugehen und bereits mehrere beanstandete Apps entfernt zu haben.

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So reagieren Apple und Google

Offen blieb dennoch, wie diese Anwendungen überhaupt in den Play Store gelangen konnten. Eine Antwort darauf gab Google zunächst zwar nicht, löschte aufgrund des Reports aber sieben Apps. Gegenüber „Android Authority“ erklärte der Konzern wenig später, dass bereits weitere kritisierte Apps aus dem Google Play Store entfernt wurden. Zudem arbeite man weiter daran, das Problem zu lösen. Google betont, dass Anwendungen mit sexuellen Inhalten im Store keinen Platz hätten und Verstöße konsequent geahndet würden.

Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Fall berichtet hatte, entfernte auch Apple Programme aus dem Angebot. Dort verschwanden bislang 15 Apps. Insgesamt hatte das „Tech Transparency Project“ jedoch 18 Programme bei Apple gemeldet, während im Google Play Store 20 Apps identifiziert wurden. Die Kritik an beiden Konzernen bleibt damit bestehen. Denn der Vorwurf richtet sich nicht nur gegen die bloße Präsenz solcher Apps, sondern auch gegen ihre zusätzliche Sichtbarkeit über Suche, Werbung und Empfehlungen.

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