11. März 2026, 9:25 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Auf X tauchen immer häufiger KI-veränderte Bilder auf. Nun reagiert die Plattform mit einer neuen Einstellung beim Upload von Fotos. Sie soll Manipulationen und deren etwaige Sexualisierung durch den Chatbot Grok verhindern.
Der Kurznachrichtendienst X versucht, Nutzer besser vor KI-Manipulationen ihrer Fotos zu schützen. Hintergrund sind Fälle, in denen Bilder mit Hilfe des Chatbots Grok verändert wurden. Anfang Januar wurde diese Funktion laut Berichten missbraucht, um Fotos von Männern, Frauen und Kindern zu fälschen und zu sexualisieren. Die Plattform reagiert jetzt darauf mit einer neuen Einstellung, die direkt beim Hochladen eines Bildes aktiviert werden kann. Sie soll verhindern, dass Grok ein Bild automatisch bearbeiten kann.
Neue Einstellung beim Bild-Upload
Beim Hochladen eines Bildes kannst Du einen Schalter aktivieren, der Änderungen durch Grok blockieren soll. Die Funktion trägt die Bezeichnung „block modifications by Grok“. Wie „Social Media Today“ berichtet, ist die Einstellung derzeit in der iOS-App verfügbar. Sie befindet sich direkt in den Optionen beim Bild-Upload. Nutzer können damit festlegen, ob ihr Bild durch den KI-Chatbot verändert werden darf oder nicht. Die neue Einstellung ist Teil der Maßnahmen von X, mit denen das Unternehmen auf Kritik rund um KI-Manipulationen reagiert.
Sexualisierte Deepfakes von Frauen und Minderjährigen im Umlauf
ChatGPT in WhatsApp jetzt mit Bildanalyse und Sprachnachrichten
Grok-Update mit Schwächen
Der Schutz funktioniert jedoch nur eingeschränkt. Die Option verhindert nur, dass das Konto @Grok unmittelbar unter einem Bild markiert wird, um eine Bearbeitung in die Wege zu leiten. Nach internationalem Aufschrei hatte X diese Möglichkeit bereits zuvor eingeschränkt. Für kostenlose X-Konten ist die direkte Nutzung inzwischen begrenzt. Anwender mit einem Premium-Bezahlabo können Grok immer noch markieren und Fotos bearbeiten lassen. Damit bleibt die Funktion grundsätzlich weiterhin verfügbar, auch wenn der neue Schalter zusätzliche Einschränkungen einführen soll.
Auch interessant: Sexualisierte Deepfakes von Frauen und Minderjährigen im Umlauf
Einschränkungen lassen sich aushebeln
Tests beweisen, dass sich die neue Sperre teilweise aushebeln lässt. In der App können User ein Bild gedrückt halten und anschließend „Edit image with Grok“ wählen. Das Foto wird direkt in der Grok-App geöffnet. Es gibt zudem noch eine weitere Alternative: Ein geschütztes Bild kann heruntergeladen und danach erneut hochgeladen werden. Anschließend lässt es sich wieder von Grok bearbeiten. Zudem erscheint die neue Einstellung bislang weder beim Upload über den Webbrowser noch bei Bildern, die bereits früher auf der Plattform veröffentlicht wurden.
Die Option ist aktuell nur in der iOS-App sichtbar und wurde offenbar ohne größere Ankündigung eingeführt. Ob und wann eine Android-Version erscheint, ist aktuell nicht bekannt.