Regelmäßig geistern ominöse Kettenbriefe durch den beliebten Messenger WhatsApp. Die neueste Nachricht warnt vor der sogenannten Ping-Call-Abzocke, mit der Betrüger mutmaßlich Ihr Telefonbuch kopieren. Doch was steckt eigentlich hinter den ständigen Kettenbriefen? TECHBOOK klärt auf, was es wirklich mit der Panikmache auf sich hat.
In WhatsApp-Kettenbriefen wird vor vermeintlichen Betrügereien, Viren und sogar Geistern gewarnt. Die Nachrichten treffen dabei fast immer die Ängste der Empfänger und verbreiten sich deshalb in Windeseile. Eine Gefahr geht jedoch weder von den Kettenbriefen, noch von den Warnungen in selbigen aus.
Die neueste Masche, der Ping-Call-Kettenbrief
Die Verfasser des Kettenbriefs fordern Empfänger auf, die Nachricht sofort an Freunde und Familie weiterzuleiten, um zu vermeiden, dass Betrüger mit einem neuen Trick auf die Kontakte von vermeintlich Betroffenen zugreifen können. Wie mimikama.at berichtet, handelt es sich um bestimmte ausländische Rufnummern und Vorwahlen. Diese sind auch in dem Kettenbrief aufgelistet und rufen angeblich bei Ihnen an. Dabei sollen die Betrüger nur ein einziges Mal anklingeln.
Die Panikmache setzt sich in der WhatsApp-Nachricht fort. Dort heißt es: „Wenn Sie zurückrufen, können sie (die Betrüger, Anm. d. Red.) Ihre Kontaktliste in 3 Sekunden kopieren und wenn Sie eine Bank oder Kreditkartendetails auf Ihrem Telefon haben, können sie das auch kopieren.“
Doch damit nicht genug, denn es wird sogar noch von weiteren völlig absurden Gefahren gewarnt. Sollten Sie tatsächlich jemanden am Telefon haben, der nach Kettenbrief-Logik dann ja bereits auf Ihre Kontakte und Bankdaten Zugriff hat, sollen Sie keinesfalls bestimmte Tastenkombinationen eingeben. Dazu werden Sie angeblich vom Anrufer aufgefordert. Dank dieser sollen die Gauner Zugriff auf Ihre SIM-Karte bekommen und nicht nur Anrufe auf Ihre Kosten tätigen, sondern Sie auch noch als Verbrecher darstellen.
Spätestens hier wird klar, dass es sich wie immer um einen Fake handelt. Sowohl Schreibstil, als auch die Behauptungen zeigen, dass so keine ernstzunehmende Warnung aussehen kann. Technisch ist die Kopie des Telefonbuchs über einen Anruf auch nicht möglich. Grundsätzlich gilt jedoch, wenn Sie eine Nummer nicht kennen, rufen im Zweifelsfall einfach nicht zurück und informieren Sie sich im Internet über die Anrufernummer.
So sieht der Ping-Call-Kettenbrief aus, der über WhatsApp verbreitet wird | Foto: mimikama.at
So erkennen Sie Fakes auf WhatsApp
Gehen Sie immer davon aus, dass es sich bei WhatsApp-Kettenbriefen um Fakes handelt. Warum diese verschickt werden, ist unklar. Da sich damit in den meisten Fällen kein Geld verdienen lässt, ist davon auszugehen, dass sich die Ersteller lediglich einen Spaß erlauben. Ernstzunehmende Warnhinweise über Betrügereien und Viren in diesem Bereich kommen entweder von der Polizei oder namhaften Anti-Virus-Unternehmen. Diese werden jedoch nie per WhatsApp versendet, sondern in Medien herausgegeben.
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