31. März 2026, 16:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Österreich will beim Thema Social Media für Kinder schneller handeln als andere Staaten. Während auf europäischer Ebene noch diskutiert wird, kündigt die Regierung bereits konkrete Schritte an. Noch im Sommer 2026 soll ein Gesetzesentwurf vorgelegt werden. Ziel ist es, die Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren zu verbieten. Damit geht das Land einen eigenen Weg und wartet nicht auf eine gemeinsame Lösung innerhalb der EU.
Die Debatte über ein solches Verbot ist weiterhin umstritten. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schutz für Minderjährige. Kritiker bezweifeln hingegen, dass ein Verbot tatsächlich wirksam ist. Trotzdem orientieren sich immer mehr Länder an internationalen Beispielen. Besonders Australien hat mit einer entsprechenden Regelung im Dezember 2025 einen Impuls gesetzt, der weltweit Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Gesetzesentwurf soll bis Juni 2026 stehen
Die österreichische Regierung möchte ihre Pläne zeitnah umsetzen. Laut einem Bericht von „Golem“ soll der Gesetzesentwurf spätestens Ende Juni 2026 vorliegen. Kern der Regelung ist eine zweistufige Alterskontrolle für soziale Medien. Diese soll sicherstellen, dass Kinder unter 14 Jahren keinen Zugang zu entsprechenden Plattformen erhalten.
Wichtig dabei ist: Die Altersprüfung soll ohne die Speicherung persönlicher Daten funktionieren. Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler betont, dass man nicht länger zusehen wolle, wie soziale Netzwerke negative Auswirkungen auf Kinder haben.
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Medienkompetenz soll stärker gefördert werden
Das geplante Verbot richtet sich nicht gegen einzelne Anbieter. Stattdessen möchte die Regierung bestimmte Kriterien festlegen, die für alle Plattformen gelten. Dazu gehört unter anderem der Einsatz von Algorithmen, die Nutzer möglichst lange an Inhalte binden sollen.
Auch Dienste, die Kinder sexualisierter Gewalt aussetzen könnten, sollen unter die Regelung fallen. Unklar ist jedoch, wie die Regierung solche Verstöße konkret nachweisen will. Ebenso offen bleibt, wie Anbieter rechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollen.
Neben dem Verbot setzt Österreich auch auf Prävention. Die Regierung plant, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen gezielt zu stärken. Dieses Thema soll künftig stärker im Schulunterricht verankert werden, um junge Menschen besser auf digitale Herausforderungen vorzubereiten. Auch Inhalte rund um künstliche Intelligenz sollen dabei eine Rolle spielen. Um Platz im Stundenplan zu schaffen, ist vorgesehen, den Umfang des Fremdsprachenunterrichts leicht zu reduzieren.
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EU-Pläne bleiben weiter offen
Österreich unterstützt grundsätzlich die Pläne der EU für eine einheitliche Regelung. Allerdings rechnet die Regierung nicht mit einer schnellen Umsetzung. Deshalb will das Land eigenständig handeln.
Auch in Deutschland gibt es ähnliche Überlegungen. Familienministerin Karin Prien stellt ebenfalls eine nationale Lösung in Aussicht, falls die EU zu lange braucht. Gleichzeitig geht sie davon aus, dass Brüssel schon bald konkrete Vorschriften vorlegen könnte.