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Vom Amazon-Geheimtipp zur Weltmarke

Was hinter Anker steckt – und warum die Produkte so beliebt sind

Anker verkauft nicht nur Powerbanks, sondern auch Kopfhörer, Kabel und weitere Produkte
Anker verkauft nicht nur Powerbanks, sondern auch Kopfhörer, Kabel und weitere Produkte Foto: Getty Images
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23. April 2026, 9:00 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Produkte von Anker sind vor allem über Amazon bekannt geworden. Das Unternehmen verkauft heute ein breites Spektrum an Technikzubehör – von Kabeln und Netzadaptern über Powerbanks bis hin zu Kopfhörern und Webcams. Hinter der Marke steht ein chinesisches Technologieunternehmen, das sich in wenigen Jahren international etabliert hat.

Gegründet wurde Anker im Jahr 2011 von Steven Yang. Er arbeitete zuvor als Softwareentwickler bei Google und erkannte in dieser Zeit ein praktisches Problem: Viele Ladegeräte für Laptops und Smartphones galten oft als qualitativ unzuverlässig, langsam oder überteuert.

Der entscheidende Impuls zur Gründung entstand eher zufällig. Yang entwickelte für den Online-Shop seiner Freundin ein System zur automatisierten Bestellabwicklung auf Amazon. Dabei erkannte er das Potenzial der Plattform für den Vertrieb eigener Produkte. Noch im selben Jahr kündigte er seinen Job bei Google und begann, unter dem Namen Anker zunächst Ersatzakkus und Ladegeräte zu verkaufen.

Das Geschäftsmodell war von Anfang an klar: solide Qualität zu vergleichsweise günstigen Preisen, kombiniert mit effizientem Onlinevertrieb. Yang baute Produktions- und Lieferketten in China auf und nutzte Amazon gezielt als zentralen Vertriebskanal.

Wachstum über Amazon hinaus

In den ersten Jahren verkaufte Anker seine Produkte vor allem über Amazon. Der Erfolg des Unternehmens war eng mit dem Marktplatz verknüpft. Mit steigender Nachfrage erweiterte Anker jedoch sowohl seine Vertriebswege als auch sein Sortiment.

Ausgehend von Ersatzakkus entwickelte sich das Unternehmen zu einem breit aufgestellten Anbieter für Elektronikzubehör, der mittlerweile zu den bekanntesten Zubehörmarken im Online-Handel gehört. Heute umfasst das Portfolio unter anderem Ladegeräte, Powerbanks, USB-Hubs, Kabel, Audio-Produkte und Kamerazubehör. Zudem ist Anker in weitere Produktbereiche vorgedrungen, etwa mit mobilen Stromspeichern oder 3D-Druckern unter der Marke AnkerMake.

Parallel dazu baute das Unternehmen mehrere Submarken auf. Unter Soundcore werden Audio-Produkte wie Kopfhörer und Lautsprecher vertrieben, Eufy steht für Smart-Home-Geräte, und Nebula bündelt Unterhaltungselektronik wie portable Beamer.

Nach Unternehmensangaben nutzen heute weltweit deutlich über 100 Millionen Kunden Produkte von Anker. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern aktiv und erzielt Umsätze in Milliardenhöhe.

Eigene Entwicklungen als Wettbewerbsvorteil

Ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs ist die Weiterentwicklung eigener Ladetechnologien. Mit PowerIQ führte Anker früh eine Lösung ein, die angeschlossene Geräte automatisch erkennt und die jeweils optimale Ladeleistung bereitstellt.

Ergänzend setzt das Unternehmen auf etablierte Schnellladestandards wie USB Power Delivery und entwickelt diese kontinuierlich weiter. Ziel ist es, Ladezeiten zu verkürzen und gleichzeitig die Kompatibilität mit möglichst vielen Geräten sicherzustellen.

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Positives Markenimage, aber auch Kritik

Ein zentraler Faktor für den Erfolg ist die konsequente Ausrichtung auf Kundenzufriedenheit. Anker machte sich früh einen Namen durch vergleichsweise günstige Preise, kombiniert mit zuverlässiger Qualität und kundenfreundlichem Service. Ein Beispiel dafür war die sogenannte „Happy Card“, die lange Zeit vielen Produkten beilag. Sie forderte Kunden aktiv dazu auf, bei Problemen direkt Kontakt aufzunehmen – ein Ansatz, der Vertrauen schaffen und negative Bewertungen vermeiden sollte.

Auch in Produkttests schneidet Anker regelmäßig gut ab. Insbesondere im Bereich Ladezubehör und Powerbanks wird das Unternehmen häufig als Preis-Leistungs-Tipp genannt.

Trotz des Erfolgs blieb Anker nicht frei von Problemen. In den vergangenen Jahren musste das Unternehmen mehrfach Produkte zurückrufen, darunter auch Powerbanks und Ladegeräte. Grund waren unter anderem Sicherheitsrisiken wie mögliche Überhitzung oder Brandgefahr. Solche Vorfälle sind in der Branche zwar nicht ungewöhnlich, zeigen aber die Herausforderungen bei der Qualitätssicherung im stark wachsenden Elektronikmarkt. Anker reagierte in den betroffenen Fällen mit Rückrufaktionen und Austauschprogrammen für Kunden.

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Globales Unternehmen mit chinesischen Wurzeln

Ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung war der Gang an die Börse. Anker Innovations ist seit 2020 an der chinesischen Shenzhen Stock Exchange im wachstumsorientierten ChiNext-Segment notiert. Mit dem Börsengang sicherte sich das Unternehmen zusätzliches Kapital für Expansion und Produktentwicklung. Gleichzeitig unterliegt Anker damit strengeren Transparenz- und Berichtspflichten, wie sie für börsennotierte Unternehmen üblich sind.

Heute ist Anker ein international aufgestelltes Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern weltweit. Der rechtliche Firmensitz von Anker Innovations befindet sich im zentralchinesischen Changsha in der Provinz Hunan. Die operative Zentrale liegt jedoch im südchinesischen Shenzhen, einem der wichtigsten Technologiezentren des Landes, wo ein Großteil der Produktentwicklung und Unternehmenssteuerung erfolgt. Zusätzlich unterhält das Unternehmen Standorte in Europa und den USA, darunter auch ein Büro in München.

Die Entwicklung von Anker zeigt, wie sich ein vergleichsweise kleines Start-up durch die Kombination aus Onlinevertrieb, effizienter Produktion und klarer Produktstrategie innerhalb weniger Jahre zu einer globalen Marke entwickeln kann.

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