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Nach Rückruf von Millionen Modellen!

Mögliche Ursache für brennende Powerbanks von Anker gefunden

Powerbank von Anker auf einem Tisch
Einige Modelle von Anker-Powerbanks könnten Brandgefahr aufweisen Foto: Getty Images
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Woon-Mo Sung
Redakteur

23. Juli 2025, 17:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Eigentlich gelten die Produkte der Firma Anker als beliebte und zuverlässige Begleiter im Alltag. Doch der Hersteller musste sich in der jüngeren Vergangenheit selbst eingestehen, dass nicht immer alles stimmt. Tatsächlich hat Anker mehrere seiner Powerbanks wegen Brandgefahr zurückgerufen. Genaue Ursachen für das Problem waren bislang nicht bekannt; Anker selbst gab bislang eher vage Hinweise heraus. Doch jetzt haben die Experten von Lumafield wortwörtlich ein betreffendes Powerbank-Exemplar durchleuchtet und sind auf eine mögliche Erklärung gestoßen.

Anker-Powerbank mit Brandgefahr nicht wegen Akku?

Erst im Juni dieses Jahres machte die Meldung die Runde, wonach Anker eine Powerbank wegen Brandgefahr zurückrufen musste – TECHBOOK berichtete. Damals hieß es, dass der Grund ein Problem mit dem Lithium-Ionen-Akku war. Mehr als eine Million Exemplare der Powerbank „Powercore 10000“ allein in den USA waren davon betroffen. Kurze Zeit später startete Anker eigenen Angaben nach auch einen Rückruf für fünf weitere Modelle.

In letzterer Mitteilung deutete das Unternehmen an, dass die Ursache für mögliche Probleme in verbreiteten Batteriezellen eines einzelnen Zulieferers lägen. Bei Lumafield hat man sich aber insbesondere die „Powercore 10000“ mittels Röntgenstrahlen angeschaut und festgestellt, dass die Batteriezellen gar nicht die Ursache für etwaige Gefahren sein können.

Bauweise von Anker-Powerbank für Brandgefahr möglicher Grund

Anschließend untersuchten die Experten, wie die einzelnen Komponenten zusammengebaut wurden. Dabei stellte man einen Aspekt fest, der bei der Anker-Powerbank für Brandgefahr sorgen kann. Denn während in einigen Exemplaren isolierte Drähte für die Verbindung positiver und negativer Pole zum Einsatz kommen, fand man in anderen jedoch nur Flachdrähte vor. Zugleich gebe es auch generelle Unterschiede, wie diese verbaut sind.

Wie man bei Lumafield weiter ausführt, scheint die Distanz zwischen den positiven und negativen Stromschienen innerhalb der einzelnen „Powercore 10000“-Powerbanks zu variieren. Man glaubt, dass die unmittelbare Nähe „in einigen Szenarien“ dazu führen kann, dass die negative Schiene einen Kurzschluss erzeugt.

Konkrete Problematik vermutlich komplexer

Ob dies am Ende tatsächlich bei Anker-Powerbanks für Brandgefahr sorgt, beziehungsweise diese bereits in Einzelfällen ausgelöst hat, ist final aber nicht sicher zu beurteilen. Die Untersuchung legt zumindest einen sehr wahrscheinlichen Grund nahe.

Auch hat man bei Lumafield lediglich fünf Exemplare der „Powercore 10000“ untersucht und dabei bereits Unterschiede in der Bauweise und auch bei den Batteriezellen festgestellt. Mehr Geräte würden voraussichtlich noch mehr Varianten enthüllen. Das bedeutet aber auch, dass mehr Stichproben vielleicht doch Probleme mit den Batteriezellen offenbaren könnten. Das würde die Begründung von Anker stärken.

Auch interessant: Bei der Verwendung einer Powerbank hierauf unbedingt achten!

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Änderungen bei Zulieferer ebenfalls möglicher Grund

Wie und warum es zu den verschiedenen Bauweisen kommt, ist ebenfalls nicht bekannt. Die Vermutung liegt aber nahe, dass dies das Resultat einer komplexen Lieferkette ist, in der verschiedene andere Hersteller Komponenten beitragen. Dabei ist es nicht leicht, die Qualität aller Beteiligten sicherzustellen.

Wie die „Global Times“ unter Berufung auf die chinesische Zeitung „The Paper“ berichtet, hat es nämlich auch in China Rückrufaktionen für Powerbanks gegeben. Betroffen waren neben Anker auch Romoss. Anker gab „Global Times“ zufolge an, dass ein Zulieferer angeblich Änderungen bei den verwendeten Rohmaterialien vorgenommen habe, die zum Verschleiß von Isolierungen geführt haben können. Auf „Weibo“ ergänzte ein User, dass auch Xiaomi, Ugreen, Baseus und Aukey Batteriezellen des betroffenen Zulieferers verwenden. Die chinesische Marktaufsichtsbehörde hat bereits reagiert und mehreren Batterieherstellern die Zertifizierung entzogen.

Kunden in Deutschland sollten achtsam sein

Zwar wurden die Rückrufaktionen vornehmlich in anderen Märkten vorgenommen. Trotzdem verkauften die Hersteller ihre Geräte auch in Deutschland. Von daher sollten Verbraucher überprüfen, ob sie betroffen sind oder nicht und gegebenenfalls eine Rückgabe oder einen Umtausch in die Wege leiten.

Wie man bei Anker zur Untersuchung von Lumafield steht, ist nicht bekannt. TECHBOOK hat beim Hersteller eine entsprechende Anfrage gestellt. In einer Antwort möchte sich das Unternehmen nicht ausdrücklich dazu äußern, betont aber, Fehler selbst entdeckt und adressiert zu haben. Zudem hat das Unternehmen vor Kurzem in einem neuen Blog-Beitrag dargelegt, wie man in Zukunft die Batteriesicherheit verbessern möchte. Neben besseren Batterietests und unabhängiger Bewertung des Zusammenbaus will man auch die Lieferkette stärker im Blick behalten.

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