2. November 2025, 16:20 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Während der technische Fortschritt immer weiter vorangetrieben wird, ist auf der anderen Seite Nostalgie zu beobachten. So erklärt sich, dass so manches tot geglaubte Gerät aktuell ein Revival feiert. Von Polaroidkameras bis Tamagotchis: TECHBOOK stellt die neue alte Technik vor.
Flip Phones erobern den Smartphone-Markt
Die guten alten Klapp-Handys – heute meist Flip Phones, manchmal aber auch als Foldables oder Falt-Smartphones genannt – gibt es schon seit einer Weile. Spätestens 2025 feiern sie aber endgültig ein Comeback. Die Rede ist nicht von Retro-Geräten, sondern von modernen, faltbaren High-End-Smartphones. Hersteller wie Samsung mit dem Galaxy Z Flip 7 und Z Fold 7, Motorola mit dem Razr 60 Ultra und Google mit dem Pixel 9 Pro Fold haben diesen Trend messbar befeuert. Auch Apple plant den Einstieg in diese Kategorie: Das erste faltbare iPhone, das iPhone Fold, soll 2026 auf den Markt kommen.
Die Popularität von Klapp-Handys zeichnet sich bereits seit dem Jahr 2023 ab, maßgeblich vorangetrieben durch TikTok. Inzwischen spiegelt sie sich auch in den Verkaufszahlen wider. So konnte Samsung laut dem Marktforschungsunternehmen Canalys im zweiten Quartal 2025 seinen Marktanteil im US-Smartphone-Markt von 23 Prozent auf 31 Prozent steigern, während der Marktanteil von Apple im gleichen Zeitraum von 56 Prozent auf 49 Prozent zurückging.
Polaroid und weitere alte Technik erlebt gerade ein Revival
Gehören Sie auch zu den Menschen, die es schade finden, dass man Fotos heutzutage oft nicht mehr anfassen kann? Die Fotoordner auf den meisten Smartphones quellen über vor Schnappschüssen, die so schnell wieder in Vergessenheit geraten, wie sie gemacht wurden.
Fotografie verkommt zum Fastfood, bringt es der „Standard“ auf den Punkt. Und als Gegenbewegung dazu sind in der jüngeren Vergangenheit die Absatzzahlen für Digitalkameras wieder gestiegen, wie Branchenberichte, Herstellerangaben und Fachhändlerdaten zeigen. Auch scheinen viele tatsächlich das physische Foto zu vermissen. So erklärt sich, warum die gute alte Sofortbildkamera nicht mehr nur ein gern gesehener Party-Gag ist oder zum Beispiel auf Hochzeiten und Familienfeiern zum Einsatz kommt. Polaroid etwa hat zuletzt mehrere neue Generationen von Sofortbildkameras präsentiert.
Der Name Polaroid wird häufig synonym für Sofortbildkameras verwendet. Das Gerät der Marke war immerhin das erste Gerät dieser Art, es kam bereits 1948 auf den Markt. Später brachten auch andere Hersteller vergleichbare Fotoapparate heraus, und sie tun es auch heute wieder. Etwa die Fujifilm Instax Mini ist gerade vor allem bei jungen Leuten beliebt. Die Funktionsweise ist vom Grundprinzip her gleich: Beim Auslösen wird das Foto belichtet, wie bei einer herkömmlichen Kamera. Dabei enthält der Sofortfilm mehrere Schichten mit verschiedenen Chemikalien. Wenn das Foto aus der Kamera geschoben wird, laufen die Chemikalien durch eine Walze gleichmäßig darüber. Dadurch wird eine chemische Reaktion ausgelöst, die das Bild innerhalb weniger Minuten sichtbar macht.
Klar, die Filme und Chemikalien der neuen Generationen von Sofortbildkameras wurden modernisiert, um bessere Farben, längere Haltbarkeit und eine einfachere Handhabung zu erreichen. So wurde etwa die neue Polaroid Now Generation 3 Instant Camera „für schärfere Bilder unter verschiedenen Lichtverhältnissen optimiert“. Die Position des Belichtungsmessers ist nun besser gewählt, heißt es in der Pressemitteilung zum Launch, und der Entfernungsmesser akkurater. Außerdem verfügt die neue Sofortbildkamera über ein fortschrittlicheres Autofokussystem mit zwei Objektiven, eine integrierte Stativhalterung, Filterkompatibilität, einen Selbstauslöser und Doppelbelichtungsmodi.
Retro-Produkte sind jetzt absolut im Trend
Faltbares iPhone kommt! Neue und überraschende Details veröffentlicht
Musik kommt zurück auf Vinyl
Von Bildern, die man wieder in den Händen halten kann, hin zur Musik. Natürlich muss man einräumen, dass die Erfindung des Audiostandards MP3 ein bedeutender Meilenstein war. Doch Nostalgikern fehlte mit ihr vermutlich das Gefühl, Musik wirklich zu besitzen – sie ins Regal einzuordnen und aufzulegen. Seit einiger Zeit können sie das wieder verstärkt. Denn inzwischen sind Schallplatten wieder angesagt. Und wie!
Auch interessant: Warum die Kassette gerade ihr Comeback erlebt
„Schallplattenpresser können sich vor Aufträgen kaum noch retten“, heißt es dazu in einer aktuellen ARD-Reportage. Demnach bringen große Platten-Labels seit einer Weile Musikalben von früher wieder auf Vinyl heraus. Der Gebrauch sei dabei ein besonderer, heißt es. Anders als bei digitalen Titeln via Spotify und Co., die man oft unbedacht durchzappt, erlebe man Musik auf Vinyl sehr viel intensiver und bewusster.
Tamagotchis stehen wieder in den Läden
Mal im Ernst: Waren Tamagotchis jemals wirklich weg? TECHBOOK berichtete immer wieder über die längst zum Kult gewordenen Elektronikspielzeuge. Wer die kleinen Viecher schon kannte und liebte, als sie 1996 erstmals auf den Markt kamen, hatte wahrscheinlich immer einen Platz in seinem Herzen für sie frei.
Somit gab es für Fans im Juli dieses Jahres richtig gute Nachrichten: Der japanische Hersteller Bandai veröffentlichte mit „Tamagotchi Paradise” eine neue Auflage des Spielzeugs. Und dieses Mal ist es wirklich in der Neuzeit angekommen. Es verfügt über ein größeres Display – mit Farbe – und eine Zoom-Funktion, mit der Nutzer genau nachsehen können, was ihr kleines virtuelles Haustier so treibt. Zudem ist es in zahlreichen Sprachen erhältlich und kann mit anderen Geräten verbunden werden.
Ob das heute wirklich noch jemand kauft, fragen sie sich? Schließlich könnte ja, wer mit einem handlichen Gerät spielen will, einfach sein Smartphone fürs Mobile Gaming nutzen. Doch das ist wahrlich nicht dasselbe, wie ein Bericht der „Tagesschau“ zeigt. Dieser wohnte dem Verkaufsstart der neuen alten Technik im vergangenen August in einem Kaufhaus in Tokio bei, und „es dauert keine 60 Sekunden und sämtliche für diesen Tag vorrätigen Exemplare sind vergriffen“, heißt es da.