Für rund 22,7 Millionen ADAC-Mitglieder wird die Mitgliedschaft 2027 teurer. Der Automobilclub erhöht seine Beiträge je nach gewähltem Tarif zum Teil deutlich. Allerdings kommt die Preiserhöhung später als ursprünglich vorgesehen. Eigentlich sollten die neuen Beiträge bereits ab Januar gelten, doch notwendige Prozesse verzögern sich.
Die Delegierten des ADAC beschlossen die höheren Beiträge bereits im Mai. Als Grund nannte der Automobilclub steigende Kosten, unter anderem für Pannenhilfe und Lebensrettung. Die Beiträge waren zuvor mehr als sechs Jahre lang stabil geblieben.
Darum kommt die Beitragserhöhung später
Für Einzelmitglieder verteuert sich die Mitgliedschaft je nach Tarif um 10 bis 35 Euro pro Jahr. Besonders deutlich fällt die Anpassung beim Premium-Tarif für eine Person mit Partner und Kindern aus. Hier steigt der Jahresbeitrag um 55 Euro von bisher 239 auf künftig 294 Euro.
Eigentlich sollten Mitglieder die höheren Beiträge bereits ab Januar zahlen. Offiziell heißt es: „Ursprünglich war geplant, die Beitragsanpassung zum 1. Januar 2027 vorzunehmen.“ Es fehlt jedoch weiterhin die notwendige Zustimmung der zuständigen Finanzbehörde, des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt). Diese sollte demnach bereits zur Hauptversammlung im Mai vorliegen.
ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh erklärt: „Die Hauptversammlung hat ihren Beschluss bewusst vorbehaltlich notwendiger Prozesse gefasst. Gleichzeitig war davon auszugehen, dass die Prozesse abgeschlossen sind, um die Beiträge ab dem 1. Januar 2027 anzupassen. Da es hier zu Verzögerungen kommt, wird die Beitragsanpassung noch nicht zum 1. Januar umgesetzt.“
Neue Beiträge sollen im ersten Halbjahr 2027 kommen
Damit steht zwar fest, dass die Mitgliedschaft teurer wird. Offen ist allerdings noch, ab wann Mitglieder tatsächlich die höheren Beiträge zahlen müssen. Der ADAC rechnet damit, die neuen Beiträge im Laufe des ersten Halbjahres 2027 einzuführen. Vorher sollen die Mitglieder ausreichend Zeit bekommen, sich auf die Änderung einzustellen.
„Hintergrund ist, dass der ADAC Mitglieder transparent und rechtzeitig, drei Monate vorab, informieren will, bevor die Beitragsanpassung umgesetzt wird“, so die ADAC-Sprecherin weiter.
Die für 2027 vorgesehenen zusätzlichen Leistungen starten dagegen wie geplant bereits im Januar. Dazu zählt unter anderem eine rund um die Uhr verfügbare Rechtsberatung bei Verkehrsunfällen.
Beitragserhöhung folgt auf unruhige Monate
Die Preisanpassung fällt zudem in eine schwierige Phase für den ADAC. Im Februar trat ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zurück. Er hatte sich für höhere Spritpreise ausgesprochen, damit Autofahrer von Diesel- und Benzinfahrzeugen auf klimaschonende Alternativen wie E-Autos umsteigen.
Seine Aussagen sorgten für Kritik. Nach mehreren Wochen und 60.000 Austritten zog der ADAC Konsequenzen.
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