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Revival

Na, haben Sie noch ein Festnetz-Telefon?

Nicht ständig das Smartphone in der Hand
Ein Tischtelefon im Büro hilft, die Grenze zwischen Arbeit und Privatem noch deutlicher zu ziehen.Foto: Christin Klose/dpa-tmn

In immer weniger Haushalten finden sich noch Festnetztelefone. Ihren Platz hat oft das Smartphone als universelle Kommunikationsplattform eingenommen. Doch im Home Office erlebt Festnetztelefonie ein Revival.

Die Telefoniegewohnheiten der Deutschen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Zuletzt sind Gesprächsminuten übers Festnetz von 193 Milliarden Minuten im Jahr 2010 auf 94 Milliarden Minuten 2019 zurückgegangen. Der Umfang der Smartphone-Telefonie nahm nach Zahlen der Bundesnetzagentur hingegen sogar noch leicht zu.

Ausgedient hat der gute alte Festnetzanschluss deswegen aber noch lange nicht. „Vor allem in vielen Geschäftsbereichen und Büros ist er kaum wegzudenken, um verlässlich erreichbar zu sein“, sagt Arne Düsterhöft vom Verbraucherportal „Finanztip.de“. Die Verlässlichkeit der Anschlüsse sei ein Grund, um auch im Privathaushalt nicht darauf zu verzichten.

„Auch wenn sich die Sprachqualität in den Handynetzen in den letzten Jahren stetig verbessert hat, lässt der Empfang gerade auf dem Land streckenweise immer noch zu wünschen übrig. Ist der nächste Sendemast zu weit entfernt oder die eigene Wohnung zu verwinkelt, verstehen wir den Gesprächspartner am anderen Ende nur noch abgehackt“, sagt Düsterhöft.

Festnetz-Telefonie ist meist im Paket drin

Die Gründe, aufs Festnetztelefon zu verzichten, mögen vielfältig sein. Finanzieller Natur sind sie aber sicher nicht. „Man kann sich ja kaum dagegen wehren, denn so ein Anschluss ist immer noch Bestandteil fast aller Internetanschlüsse, sagt Markus Weidner vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. Unterm Strich erzeugt der Telefonanschluss keine oder nur sehr geringe Mehrkosten.

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Ein guter Grund für die Festnetznummer sei zudem die Erreichbarkeit bei eventuellen Störungen. „Gibt es mit dem Mobiltelefon Probleme oder eine Netzstörung, ist das Festnetz immer noch ein Weg, um erreichbar zu bleiben oder eben auch den Mobilfunkanbieter anzurufen“, so Weidner.

Klassische Telefonanschlüsse auf analoger oder ISDN-Basis sind nach Zahlen der Bundesnetzagentur so gut wie ausgestorben. Gab es davon 2015 noch 16,2 Millionen, waren es 2019 nur noch 0,7 Millionen. Der Grund dafür ist eine Umstellung, die quasi alle Anbieter vorgenommen haben. Sie realisieren die Telefonanschlüsse nun übers Internet, wodurch die sie flexibler nutzbar sind – etwa über den Router und beliebige, daran angeschlossene Telefone, über spezielle Internettelefone oder sogar ortsunabhängig mit dem Smartphone.

DECT-Telefone sind populär

Als Telefon-Endgeräte für daheim sind insbesondere Mobilteile gefragt, die sich über den Funkstandard DECT mit ihrer Basis verbinden. „DECT-Telefone haben sich seit Jahren bewährt, moderne Endgeräte arbeiten meist strahlungsarm und sind in der Regel so konzipiert, dass man auch untereinander telefonieren kann, wenn mehrere Handapparate angeschlossen sind“, erklärt Wolfgang Pauler vom „Chip“-Fachmagazin.

Oft geht es auch ohne eigene DECT-Basis: „Große Hardwarepakete kann man sich meist sparen, denn viele Router-Hersteller haben die DECT-Basisstation bereits im Router-Gehäuse integriert, so dass dann nur noch die Handapparate angemeldet werden müssen“, erklärt Pauler.

Viele Router-Hersteller bieten sogar Apps, die das Smartphone zum Festnetz-Mobilteil machen. In diesem Fall verbindet sich das Smartphone dann nicht per DECT-Funk mit dem Router, sondern per WLAN. Insofern ist diese Lösung besonders interessant für alle, die keinen Router mit integrierter DECT-Basisstation besitzen.

Kaum Qualitätsunterschiede zwischen Festnetz und Mobilfunk

Kosten für Telefonanrufe spielen eine immer geringere Rolle. Denn Flatrates für Inlandsgespräche sind inzwischen Bestandteil vieler Festnetz-Tarife für Internet und Telefon. Wer oft ins Ausland und hier insbesondere ins Nicht-EU-Ausland telefoniert, kann unter Umständen über Call-by-Call-Vorwahlnummern Geld sparen, sagt Weidner. Call-by-Call ist aber nur bei Telekom-Anschlüssen möglich.

Was die Qualität der Telefonanrufe betrifft, haben die Mobilfunkanbieter inzwischen zum Festnetz aufgeschlossen. „Provider wie die Telekom oder Vodafone ermöglichen Handygespräche mit dem Sprachcodec Enhanced Voice Services (EVS), der einen deutlich größeren Frequenzbereich abdeckt.

„Telefonate mit dieser Technik sind so glasklar, als ob der Gesprächsteilnehmer neben einem steht“, sagt Weidner. Voraussetzung sei jedoch immer, dass beide Teilnehmer im LTE-Netz unterwegs sind und EVS-fähige Smartphones nutzen. DECT-Telefone erreichen mit dem Standard HD Voice ebenfalls eine hohe Sprachqualität.