Lohnt es sich?

Bei diesen Anbietern bekommen Sie Internet ohne Festnetz

DSL-Router
Weniger zahlen für Internet ohne Festnetz? Klingt gut, ist aber in den wenigsten Fällen möglich.
Foto: Getty Images

Einige Anbieter haben noch reine Internet-Tarife ohne Firlefanz im Angebot. TECHBOOK verrät, ob es sich wirklich lohnt.

Kaum ein Anbieter in Deutschland hat noch Internet-Tarife im Angebot, die ohne einen Festnetzanschluss kommen. Sowohl O2, Vodafone als auch die Telekom boten lange Zeit solche Tarife an, mittlerweile laufen diese jedoch nur noch für Bestandskunden weiter, Neukunden müssen hingegen einen Vertrag mit Festnetzanschluss abschließen.

DSL ohne Festnetz technisch nicht möglich

Ein DSL-Anschluss ohne Festnetz ist für die Anbieter nicht günstiger, da der Festnetzanschluss in der DSL-Technologie bereits enthalten ist. Alle Tarife, die ohne Festnetz kommen, würden also einfach nur die bereits vorhandene Telefonleitung nicht mitnutzen.

Früher bot Kabel Deutschland noch Tarife ohne Telefon an, da ein Telefonanschluss über Kabel anders als bei DSL nicht automatisch mit dabei ist. 2017 hat Vodafone, welches Kabel Deutschland übernommen hat, jedoch den letzten reinen Kabelanschluss eingestellt.

Aktuell gibt es Internet-Tarife ohne Telefon nur von den Anbietern Congstar, Unitymedia und Pyur, sowie Vodafone, wenn man LTE-Tarife dazuzählt.

Wie Sie mit einem Klick Ihre WLAN-Geschwindigkeit herausfinden

Congstar

DSL-Anschluss

Congstar, das zur Telekom gehört, ist der letzte deutschlandweit agierende DSL-Anbieter, bei dem es Internet noch ohne Festnetz-Flatrate gibt. Die Tarif-Option trägt den Namen „komplett 1“ und enthält einen DSL-Anschluss mit einer Übertragungsrate von bis zu 16 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) im Download und 1 Mbit/s im Upload. Ein Telefonanschluss ist auch in diesem Tarif enthalten, allerdings keine Flatrate. Telefonate kosten 2,9 Cent pro Minute. Das Paket kostet 24,99 Euro im Monat zuzüglich 9,99 Euro Bereitstellungspreis bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten. Es gibt den Tarif auch als monatlich kündbare Variante mit den gleichen Konditionen, außer dass die Bereitstellung 39,99 Euro kostet.

Hier geht es zum Congstar-DSL-Tarif.

Das „komplett 1“-Angebot ist nicht besonders schnell und es gibt einige Anbieter, die für gleiche oder höhere Geschwindigkeiten weniger Geld verlangen. Immerhin liefert Congstar damit den günstigsten Telekom-Internetzugang, denn bei der Telekom selbst zahlt man ab dem sechsten Monat 34,95 Euro für das kleinste Paket.

Auch interessant: Das ist der Unterschied zwischen LTE, 4G und 5G

LTE-Tarif

Congstar hat parallel zum klassischen DSL-Anschluss auch sogenannte „Homespot“-Tarife im Angebot. Diese kommen ohne einen DSL-Anschluss aus und funktionieren über das mobile LTE-Netz der Telekom. Der Vorteil ist, dass man sofort lossurfen kann, ohne auf Anschlussfreischaltungen zu warten. Außerdem kann der „Homespot“ überall hin mitgenommen werden. Eine Telefonie-Option gibt es für die Tarife nicht.

Nachteil sind die im Vergleich zu einer DSL-Flatrate relativ hohen Kosten. Der kleinste Tarif „M“ mit 30 Gigabyte (GB) Datenvolumen kostet bereits 20 Euro im Monat und ist auf 20 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit beschränkt. Der L-Tarif mit 50 GB kostet 30 Euro und der XL-Tarif mit 100 GB schlägt mit 40 Euro zu Buche. Beide haben eine Downloadgeschwindigkeit von maximal 40 Mbit/s.

Hier geht es zu den LTE-Tarifen von Congstar.

Die „Homespot“-Tarife haben eine Vertragslaufzeit von einem oder 24 Monaten. Die monatliche Grundgebühr bleibt davon unberührt, jedoch ist der Bereitstellungspreis für 24 Monate mit 10 Euro etwas günstiger als für einen Monat mit 30 Euro.

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Vodafone

Anbieter Vodafone hat erst 2017 die letzten reinen Internet-Tarife aus der Kabel- und DSL-Buchse eingestellt. Seitdem können nur noch Bestandskunden die Tarife „RED Internet 25 Cable“ und „RED Internet DSL“ nutzen. Einzige Alternative von Vodafone ist nun der „Gigacube“, der ähnliche wie Congstars „Homespot“ funktioniert.

Hier geht es zum Gigacube-LTE-Tarif von Vodafone.

Der Gigacube ist einfach ein LTE-Empfänger, der auf das 4G-Netz von Vodafone zugreift und als Hotspot für Smartphone, Tablet, Laptop und andere WLAN-fähige Geräte dient. Eine Flatrate sucht man hier vergeblich, das Datenvolumen ist begrenzt. 50 GB kosten bei Vodafone 34,99 Euro im Monat, 200 GB gibt es für 54,99 Euro. Immerhin ist die Downloadgeschwindigkeit mit 200 Mbit/s recht hoch. Die Hardware selbst gibt Vodafone für einen Euro an den Käufer weiter. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate, ein Anschlusstermin ist nicht erforderlich, der Gigacube wird einfach in die Steckdose gesteckt und es kann losgehen.

Unitymedia

Einziger Anbieter in Deutschland, der tatsächlich Internet über Kabel ohne Telefonanschluss anbietet, ist das Unternehmen Unitymedia. Noch nie davon gehört? Kein Wunder, das Unternehmen ist nur in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen tätig.

Hier geht es zur Tarifwahl von Unitymedia.

Unitymedia bietet zwei verschiedene Internet-Tarife an, die beide eine Vertragslaufzeit von mindestens 24 Monaten haben. Der Tarif „Internet Comfort 60“ hat eine Internetflat mit bis zu 60 Mbit/s Download- und bis zu 3 Mbit/s Uploadgeschwindigkeit und kostet 24,99 Euro im Monat. „Internet Premium 120“ ist exakt doppelt so schnell (120 Mbit/s und 6 Mbit/s) und kostet 29,99 Euro pro Monat. Der Kabelanschluss kostet einmalig 69,99 Euro.

Wie viel Internet-Geschwindigkeit brauche ich wirklich?

Pyur

Ähnlich wie Unitymedia ist Pyur nicht deutschlandweit vertreten. Schwerpunkt des Anbieters ist Ostdeutschland: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind flächendeckend vertreten. Im restlichen Teil des Landes wird nur punktuell Internet angeboten, vor allem in Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt, Nürnberg und Düsseldorf, aber auch ein paar verteilten Gemeinden. Hervorgegangen aus Primacom und Tele Columbus bietet Pyur seit 2017 reines Internet über Glasfaserleitungen an – ganz ohne Festnetzzwang.

Pyur hat drei Internettarife im Angebot, die nach drei Monaten Laufzeit monatlich kündbar sind. Im Tarif „Pro Surf 20“ bekommt man für 20 Euro im Monat einen Zugang mit einem Download-Speed von maximal 20 Mbit/s und einem Upload-Speed von 1 Mbit/s. Mit „Pro Speed 200“ sind 200 Mbit/s im Download und 8 Mbit/s im Upload drin, das Ganze kostet 30 Euro im Monat. Für 40 Euro erhält man den Tarif „Pro Speed 400“, mit dem es mit bis zu 400 Mbit/s Download und 12 Mbit/s Upload ins Internet geht. Bei allen Tarifen ist eine WLAN-Kabelbox inklusive. In der sehr transparenten Tarifübersicht können Interessenten genau einsehen, welche Mindestgeschwindigkeit garantiert wird und welche Geschwindigkeit im Normalfall zur Verfügung steht.

Hier geht es zum Tarifangebot von Pyur.

Die Preise bei Pyur sind sehr fair, da das Unternehmen reine Internettarife als Grundlage anbietet, die dann um Festnetzzugang und Allnet-Flat erweitert werden können. Es ist recht einfach: Wer nur Internet braucht und auf einen Festnetzzugang verzichten kann, ist bei Pyur ganz richtig. Bei der Mischung aus hoher Geschwindigkeit zum fairen Preis und der monatlichen Kündigungsmöglichkeit kann kein anderer Anbieter mithalten. Einziges Manko ist die begrenzte Verfügbarkeit, denn schnelle Glasfaserkabel bringen nichts, wenn sie nicht bis in die eigenen vier Wände reichen.

Internet lahm? So überprüfen Sie Ihren Anschluss

Reiner Handy-Tarif als Alternative?

Viele Anbieter haben mittlerweile Internet-Tarife im Angebot, die über die deutschen LTE-Netze funktionieren. Der Homespot von Congstar und der Gigacube von Vodafone sind hier nur Beispiele. Auch Aldi Talk und Lidl Connect bieten reine LTE-Tarife an, ein Surfstick oder persönlicher Hotspot wird zusätzlich noch benötigt. Die Preise sind jedoch relativ hoch, so kosten 2,5 GB Datenvolumen bei Aldi Talk bereits 9,99 Euro im Monat.

Lediglich diejenigen, die mit wenig Datenvolumen wie etwa für Mails und das gelegentliches Browsen im Internet auskommen, können einen Handy-Tarif in Betracht ziehen. Aber Vorsicht, allein ein Smartphone-Update kann mehrere Gigabyte groß sein und das Volumen schnell aufbrauchen.

TECHBOOK meint

„So habe ich mir das nicht vorgestellt: Auf der Suche nach einem Internettarif ohne Festnetzanschluss wurde ich herbe enttäuscht. Selbst bei Internet über den Kabelanschluss wird man dazu gezwungen, einen Festnetzanschluss mitzunehmen, selbst wenn dieser überhaupt nicht gebraucht wird. Ein paar Euro sparen für etwas, das ich gar nicht haben will? Fehlanzeige. Wirkliche Alternativen sind nur Pyur und Unitymedia, die schnelles Internet für faire Preise anbieten. Schade nur, dass ich zu keinem von beiden einen Zugang habe, da ich nicht im Einzugsbereich bin.“ – Adrian Mühlroth, Redakteur

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