Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
Evergreener Fernseher Tipps und Tricks Alle Themen
Hersteller raten

Neuen Fernseher im Winter bloß nicht sofort anschließen!

Frau schließt Fernseher an
Wer im Winter einen Fernseher kauft, sollte vor dem Anschluss etwas warten Foto: Getty Images
Artikel teilen
Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

9. Januar 2026, 13:22 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kauft man sich im Winter einen neuen Fernseher, sollte man vorsichtig sein. Der Temperaturunterschied zwischen dem Außen- und Innenbereich könnte das Gerät beschädigen – das besagt zumindest der Mythos.

Wer einen neuen Fernseher kauft, der möchte ihn am liebsten sofort im eigenen Wohnzimmer aufstellen und ausführlich ausprobieren. Doch dann die Überraschung: Der Lieferant weist darauf hin, dass man mit dem Anschließen ans Stromnetz noch ein wenig warten soll, bis sich das Gerät auf Zimmertemperatur erwärmt hat. Anderenfalls könne es Schäden an den Pixeln geben. Aber stimmt das wirklich? Sollte man bei einem neuen Fernseher im Winter tatsächlich warten, bis sich das Gerät auf Zimmertemperatur erwärmt hat? TECHBOOK wollte wissen, was an diesem Mythos dran ist, der auch in Tech-Foren im Internet immer wieder diskutiert wird. Wir haben daher bei den Herstellern nachgefragt.

Die Gefahr besteht nicht für die Pixel …

Tatsächlich ist die Sorge um eine Beschädigung der Pixel unbegründet. „Generell können Sony-Fernseher gleich nach Lieferung und Aufbau in Betrieb genommen werden, da ein kurzzeitiger Temperaturunterschied keine Auswirkungen hat. Der Rat des Lieferanten trifft auf Sony-Fernseher also nicht zu“, erklärt eine Sprecherin von Sony auf Nachfrage von TECHBOOK. Man könne die TVs sogar in Kühlräumen betreiben. Die Kälte kann dann zwar Schmierstreifen im Bild auslösen, aber das sei kein Versagen der Pixel. Kommt der Fernseher wieder in die Wärme, dann wird auch das Bild wieder normal. 

Samsung bestätigt diese Aussage. Nach Rücksprache mit deren Technik-Team erklärte ein Sprecher, dass eine Gefahr für die Pixel durch zu schnelles Einschalten nicht bestehe.

Das Gerücht, Fernseher könnten in der Kälte des Winters Schaden nehmen, könnte durch die vor allem vor einigen Jahren häufig genutzte LCD-Technologie entstanden sein. LCD steht für Liquid-Crystal-Display und in solchen Bildschirmen sorgen Flüssigkristalle für das Bild auf dem Fernseher. Vielleicht hat die Vorstellung, diese Flüssigkristalle können einfrieren wie Wasser, dieses Gerücht in die Welt gesetzt.

Mehr zum Thema

… sondern für das ganze Gerät!

Allerdings lauert die Gefahr im Winter nicht speziell bei Fernsehern, sondern generell sind die niedrigen Temperaturen eine Herausforderung für technische Geräte. Sowohl die Sprecher von LG als auch die von Philips gaben zu Bedenken, dass der Pixel-Mythos zwar an sich falsch sei, der Hinweis, im Winter vorsichtig mit durchgekühlter Technik wie Fernsehern oder Smartphones zu sein, aber durchaus seine Berechtigung hat. Die Gefahr lauert nämlich im Kondenswasser.

„Auf kalten Gegenständen kondensiert bei plötzlich erhöhter Umgebungstemperatur die Luft, was zu Wassertröpfchen oder einem Feuchtefilm führt. Dieser Vorgang findet auch an den Außenseiten und im Inneren von elektronischen Geräten statt“, erläutert ein Sprecher von Philips. „Auf den Platinen oder an den Kontakten der Schnittstellen kann die Feuchtigkeit dann zu Kriechströmen und Kurzschlüssen führen, was Bauteile beschädigen könnte.“

Auch interessant: Warum haben Fernseher jetzt die rote Energieklasse G?

Vorsicht auch bei Laptops und Smartphones

Verbringt ein Fernseher im Winter also eine Nacht in einer kalten Lagerhalle und wird ins Warme gebracht, kann sich Feuchtigkeit auf den Platinen bilden. Und das gilt nicht nur für Fernseher, wie ein Sprecher von LG erklärt. Der Tipp, Geräte im Warmen zunächst etwa Zeit zu geben, sich zu akklimatisieren, sei daher nicht verkehrt. „Weil zum Beispiel Kondensationsfeuchte immer ein Thema sein kann“, so der Sprecher. „Daher sollte man zum Beispiel auch sein Notebook oder das Smartphone – unabhängig von der Diebstahlsgefahr – nicht über Nacht im Auto lassen und dann morgens in einem warmen Zimmer direkt einschalten. Denn wenn man das Gerät ins Warme bringt, entsteht Kondensationsfeuchte, die dem Gerät schaden kann.“

Daher der Tipp: Technik, die eine Nacht im kalten Auto, auf der Ladefläche eines Lkw oder in einer Lagerhalle verbracht hat, kann bei einem zu großen Temperaturunterschied durch Kondenswasser leiden. Bei neuen Geräten empfiehlt es sich daher tatsächlich, sie zunächst vor Feuchtigkeit geschützt in der Verpackung aufwärmen zu lassen, bevor man sie auspackt und an den Strom anschließt.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.