1. Januar 2026, 9:29 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Lässt Du den Akku eines neuen Smartphones immer vollständig entladen, bevor Du es an das Stromnetz anschließt? Wahrscheinlich nicht mehr. Aber bestimmt ist unter den folgenden Tech-Mythen die eine oder andere Legende, der Du bis heute aufsitzt, obwohl sie längst überholt ist. TECHBOOK schafft Klarheit.
Man müsse einen neuen Handy-Akku erst „konditionieren“ – so wurde das früher übliche vollständige Entladen begründet, um angeblich die Kapazität zu erhöhen. Moderne Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus hingegen mögen tiefe Entladungen gar nicht. Für sie sind regelmäßige kleine Aufladungen nicht bloß unproblematisch, sondern am Ende sogar weniger belastend als extreme Ladezustände.
Doch dies hat sich inzwischen vielleicht schon eher herumgesprochen als manch andere Tech-Mythen, an die heute noch viele Menschen glauben. TECHBOOK geht auf die hartnäckigsten von ihnen genauer ein. Und wenn wir schon mal beim Laden sind…
Steckernetzteile sind wahre Stromfresser
Auch nicht angeschlossene Ladegeräte ziehen Strom, so sagt man. Und zugegeben, vollständig widerlegen lässt sich dieser Mythos nicht. Allerdings muss man ihn zumindest deutlich abschwächen – mit ernst zu nehmenden „Stromfressern“ hat man es nämlich nicht zu tun. Moderne Ladegeräte verbrauchen im Leerlauf nur sehr geringe Mengen Strom. Summiert kostet der so generierte Verbrauch weniger als einen Euro pro Jahr. Der Effekt ist somit messbar, kann im Alltag aber weitestgehend vernachlässigt werden.
Telefonieren während des Ladens schadet dem Akku
Und noch einmal Akku. Ein weiterer verbreiteter Mythos besagt, dass man das Smartphone während des Ladens nicht benutzen sollte, da der Akku sonst Schaden nehmen könnte. Heute weiß man jedoch, dass es unproblematisch ist, während des Ladevorgangs zu telefonieren, E-Mails zu checken oder Nachrichten zu verschicken. Von einer besonders intensiven Nutzung allerdings, beispielsweise beim Gaming oder Herunterladen von Videos, sollte man doch absehen. Denn dabei würde man den Akku gleichzeitig auf- und aktiv entladen, was nicht nur den aktuellen Ladevorgang stören, sondern das Smartphone auch überhitzen und dem Akku schaden könnte.
Technikgeräte müssen nachts ausgeschaltet werden
Um unnötigen Betrieb zu verhindern und Geräte zu „schonen“, sollte man Technikgeräte wie Router, Smartphones und Smart-TVs über Nacht ausschalten – so lautet zumindest ein weitverbreiteter Mythos. Doch dabei wurde der technische Fortschritt außer Acht gelassen. Neue Technik ist in der Regel für den Dauerbetrieb ausgelegt. Und nicht vergessen: Updates, Back-ups oder Synchronisationen laufen oft nachts. Wer Geräte ständig vom Strom trennt, verhindert, dass diese Prozesse durchgeführt werden können.
Noch kurz speziell zum Router. Wenn das Festnetztelefon über den Router läuft, schränkt man durch das Ziehen des Steckers die eigene Erreichbarkeit erheblich ein und riskiert gleichzeitig höhere Kosten. Schließlich müssten Geräte wie Smartphones oder Tablets dann über das Mobilfunknetz auf das Internet zugreifen. Auch ist bekannt, dass Smart-Home-Produkte auf eine dauerhafte Internetverbindung angewiesen sind.
Auch interessant: Diese Geräte sollte man auf keinen Fall vom Strom trennen!
Schnelleres WLAN bedeutet schnelleres Internet
Internetprobleme zu Hause? Dann muss schnelleres WLAN her – so jedenfalls ein oft geäußerter Lösungsvorschlag. Dabei gibt die WLAN-Geschwindigkeit eigentlich nur an, wie schnell Daten zwischen Router und angeschlossenen Geräten übertragen werden. Für wirklich schnelles Internet ist immer auch der Internetzugang selbst entscheidend. Internetanbieter wie Vodafone erklären, dass die tatsächlich erreichbare Download- und Upload-Geschwindigkeit durch den gebuchten Tarif begrenzt wird. Ein noch so schnelles WLAN kann diese Grenze nicht überschreiten, sorgt aber für eine stabilere Verbindung innerhalb der Wohnung.
Offenes WLAN ist grundsätzlich gefährlich
Datenabfangen, gefälschte Hotspots – beim Thema offenes WLAN gehen bei vielen Menschen die Alarmglocken an. Und das kommt auch nicht von ungefähr. Denn es stimmt, dass Hacker die Schwachstellen von Apps besonders leicht in öffentlichen Netzwerken ausnutzen können. Doch ernste Gefahren bestehen erst dann, wenn sensible Daten unverschlüsselt übertragen werden. Moderne Websites jedoch nutzen standardmäßig HTTPS, und mit VPNs lässt sich das Risiko weiter minimieren. Zusammenfassend kann man sagen: Gefährlich ist nicht das offene WLAN an sich, sondern unvorsichtiges Verhalten. TECHBOOK geht hier näher auf das Thema ein.
Smartphones hören ständig heimlich mit
Hast Du Dich auch schon mal über eine bestimmte Marke unterhalten und plötzlich wurde Dir dafür Werbung angezeigt? Klarer Fall: Das Smartphone hört permanent alles mit. Oder vielleicht doch nicht? In diesem Beitrag beleuchtet TECHBOOK die entsprechende Rechtslage und den Status quo genauer. Hier das Fazit in Kürze: Insgesamt darf man Entwarnung geben. Ein dauerhaftes Mithören ist sehr unwahrscheinlich, da es enorme Datenmengen erfordern und den Akku stark belasten würde. Was viele als „Mithören“ empfinden, lässt sich meist durch die Auswertung von Standortdaten, Suchverhalten und App-Nutzung erklären.
Mehr Pixel bedeuten bessere Bildqualität
Eine Smartphone-Kamera mit vielen Megapixeln liefert automatisch die besten Bilder? Denkste. Mehr Megapixel bedeuten vielleicht mehr Details, für die Bildqualität ist aber vor allem die Größe des Sensors entscheidend, der das Licht einfängt. Größere Sensoren nehmen mehr Licht auf, wodurch das Bildrauschen geringer wird und die Fotos insgesamt schärfer und lebendiger wirken. Werden hingegen die Pixel stark erhöht, ohne den Sensor zu vergrößern, sind die einzelnen Pixel kleiner, fangen weniger Licht ein und die Bildqualität kann trotz hoher Auflösung gleich bleiben oder sogar schlechter werden.
Geht mein Smartphone kaputt, wenn ich es über Nacht lade?
Worauf Sie beim Laden von Batterien achten müssen
Handy-Nutzung an der Tankstelle birgt Explosionsgefahr
Steckst Du Dein Smartphone auch in die Tasche, wenn Du in eine Tankstelle einfährst? Bis heute legen die dort angebrachten Verbotsschilder dies schließlich nahe. Der Mythos besagt, dass das Telefonieren an Tankstellen eine Explosion auslösen kann. In Wahrheit sollen die Schilder jedoch verhindern, dass im schlimmsten Fall ein beschädigter Akku Feuer fängt, beispielsweise wenn ein Handy herunterfällt. Bei modernen Smartphones besteht diese Gefahr kaum, da die Akkus darin bekanntlich fest verbaut sind.
Im Kühlschrank gelagerte Batterien halten länger
Dieser Mythos geht auf ältere Batterietypen zurück, beispielsweise Nickel-Cadmium- oder frühe Alkaline-Zellen. Bei diesen konnte eine kühlere Umgebung die Selbstentladung verlangsamen. Moderne Batterien – Alkaline-, Lithium- und Lithium-Ionen-Zellen – profitieren jedoch kaum bis gar nicht von Kälte. Schlimmstenfalls ist das Gegenteil der Fall: Die Feuchtigkeit im Kühlschrank kann die Batterien beschädigen oder Korrosion fördern. Die optimale Lagerung für die heutigen Akkus und Batterien ist trocken, dunkel und bei Zimmertemperatur.