10. Januar 2026, 16:41 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Beim Kauf von Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernsehern und anderen Elektrogeräten achten viele Verbraucher auf einen niedrigen Stromverbrauch. Bei TV-Geräten ist das aber fast unmöglich – sie kommen meist mit der schlechtesten Energieklasse. Aber warum?
Einige Nutzer haben vielleicht bemerkt, dass in den Kartons von Elektrogeräten mitunter zwei Energielabel liegen. Auf ihnen ist zu sehen, dass ein ehemals mit A+++ gekennzeichnetes Gerät plötzlich eine deutlich schlechtere Energiebilanz von C, D oder im Fall von Fernsehern G hat. Dahinter stecken die Einführung realistischer Prüfverfahren und die daraus resultierende Vergabe neuer EU-Energielabel.
Neue EU-Energielabel seit März 2021
Jedes elektronische Gerät zeigt über das EU-Energielabel an, wie viel Strom es im Schnitt pro Jahr verbraucht. Diese Angabe ist für viele Käufer wichtig, immerhin erhoffen sie sich durch ein möglichst energieeffizientes Gerät eine niedrigere Stromrechnung. Bislang waren die Labels allerdings verwirrend. Die Angaben reichten von A+++ bis D. Mitunter bekamen Geräte die gleiche gute Kennzeichnung A+++, obwohl sich ihr Jahresverbrauch um mehr als 40 unterschied. Die Abstufung war also weder besonders fein, noch für Verbraucher wirklich nachvollziehbar.
Doch das änderte sich im März 2021. Zu diesem Zeitpunkt traten neue EU-Energielabel in Kraft, deren Angaben auf verbesserten Messmethoden beruhen. Dadurch kommt es häufig vor, dass ein Elektrogerät mit einer ehemals sehr guten Energieeffizienzklasse plötzlich deutlich schlechter bewertet ist.
Die neuen EU-Energielabel finden sich seit März 2021 auf folgenden Geräten:
- Spülmaschinen
- Waschmaschinen, Trockner und Waschtrockner
- Kühl- und Gefriergeräte
- Fernseher und Monitore
Bei Lampen bzw. Lichtquellen fand die Umstellung etwas später statt. Sie erfolgte im September 2021. Zudem mussten hier neue und alte Label für eineinhalb Jahre parallel angezeigt werden. Für andere Gerätegruppen wie Staubsauger, Backöfen, Klimageräte etc. ist die Umstellung auf die neuen EU-Energielabel bis spätestens 2030 geplant.
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Angaben spiegeln tatsächlichen Stromverbrauch wider
Die alten Label wurden bereits 1995 eingeführt und 2010 aufgrund der besser gewordenen Energieeffizienz der Geräte überarbeitet. Doch sie spiegeln den Stromverbrauch der Elektrogeräte nicht mehr differenziert genug wider. Streng genommen könnte man von den alten Labeln also als Mogelpackung sprechen. Denn die Messmethoden, die zur Ermittlung des Jahres-Stromverbrauchs herangezogen wurden, waren absolut nicht mehr alltagstauglich. Viele Elektrogeräte fressen daher mehr Strom im Jahr als angegeben.
Die neuen EU-Energielabel bringen hier eine deutliche Verbesserung. Die Tests beruhen nun auf realistischen Alltagssituationen und können somit den tatsächlichen Stromverbrauch eines Gerätes besser abbilden. Bisher mit Topergebnissen bewertete Geräte werden nach der neuen Skala automatisch abgestuft und landen auf den mittleren Plätzen. Dadurch tummeln sich in der Spitzenkategorie nicht mehr so zahlreiche Modelle, was die Auswahl für Verbraucher transparenter macht.
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Kühlschränke werden innerhalb der Prüfung beispielsweise häufiger geöffnet und geschlossen, Spülmaschinen nicht nur mit Tellern, sondern auch mit verschmutzten Töpfen und Schüsseln beladen. Bei Waschmaschinen dient nicht das Stromsparprogramm als Maß der Dinge. Wichtig ist hier für die Bewertung auch, wie lange das Programm für einen Durchlauf benötigt. Außerdem haben die Tester die Anzahl der Waschgänge (Waschmaschine) und Spülgänge (Spülmaschine) angepasst – von ehemals 220 bzw. 280 auf jeweils 100. So sollen Verbraucher besser und schneller überschlagen können, ob sie mit diesen Durchgängen auskommen.