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Nach LG-Aus

8K-TVs in der Krise – nur noch ein Hersteller auf dem Markt

Trotz jahrelanger Versuche der Hersteller haben es 8K-TVs nicht auf den Massenmarkt geschafft
Trotz jahrelanger Versuche der Hersteller haben es 8K-TVs nicht auf den Massenmarkt geschafft Foto: Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

3. Februar 2026, 17:35 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Lange Zeit trieben die TV-Hersteller 8K-Auflösung als die Zukunft des Heimkinos voran. Vor elf Jahren brachte Sharp den ersten 8K-TV für Verbraucher auf den Markt. Doch erst drei Jahre später konnte Samsung die Technologie wirklich massentauglich machen. Es folgten weitere Hersteller wie Sony, LG, TCL und Hisense und ein Wettrennen um die Marktführung entbrannte. Der Hype dauerte jedoch nicht lange an. Seit 2023 stellt nur noch Samsung neue Modelle her, die anderen Hersteller ziehen sich hingegen aus dem 8K-Segment zurück.

Kein 8K-Markt für Verbraucher

Samsung ist der einzige Hersteller, der mit dem Neo QLED 8K QN990H überhaupt ein neues 8K-Gerät für 2026 angekündigt hat. Dabei handelt es sich allerdings auch nur um eine Weiterentwicklung der QN900-Reihe. Die Konkurrenz hat allesamt entweder den Rückzug aus dem Markt angekündigt oder seit Jahren kein neues Modell mehr angekündigt:

  • Sony hat sich 2025 aus dem Markt zurückgezogen und die Produktion des letzten verbliebenen 8K-Geräts (Z9K) eingestellt.
  • TCL hatte mit dem 6-Series R648 von 2021 ein einziges 8K-Modell im Portfolio, fertigt aber bereits seit 2023 keine neuen Geräte mehr.
  • Sharp und Xiaomi stellten 2020 und Hisense 2021 eigene 8K-TVs vor, verkaufen ihre Geräte aber nur noch in regionalen Märkten.

Nun stellt auch Samsungs größter TV-Rivale LG sein 8K-Geschäft ein, wie „FlatpanelsHD“ berichtet. Gegenüber der Publikation habe LG Display auf der CES 2026 bestätigt, dass die Entwicklung von neuen 8K-Panels pausiert wurde: „Da unsere technische Einsatzbereitschaft bereits vollständig gegeben ist, ist LG Display bestens darauf vorbereitet, sofort zu reagieren, sobald der Markt und die Kunden den richtigen Zeitpunkt bestimmen.“

LG fährt 8K-Geschäft herunter

LG war der einzige Hersteller, der mit dem Z3 ein weltweit verfügbares 8K-Gerät mit OLED-Panel im Angebot hatte. Ursprünglich frischte der Konzern die Z-Serie seit Launch 2019 jährlich mit neuen Modellen auf. Doch bereits 2024 wurde der Z3 ins nächste Jahr übernommen, da LG keinen Nachfolger hatte.

Wie Samsung verkaufte LG mit dem QNED99T auch ein LCD-Modell, das aber ebenfalls 2024 auf den Markt kam und 2025 keinen Nachfolger erhielt. Vereinzelt ist das Gerät regional noch verfügbar. In Deutschland sind mittlerweile aber weder Z3 noch QNED99T über die LG-Seite erhältlich.

LG bietet in Deutschland keine 8K-TVs mehr an
LG bietet in Deutschland keine 8K-TVs mehr an Foto: LG / TECHBOOK

Geringe Verbreitung trotz jahrelanger Vermarktung

In den Jahren 2020-2021 boomte der 8K-Markt, als die Technologie noch zukunftsweisend wirkte. LG, Sony und Samsung erweiterten ihr Angebot um neue, teils günstigere Produkte. 8K schien kurz davor, wirklich massentauglich zu sein. Verkaufsprojektionen gingen von einer Absatzsteigerung von 520.000 Einheiten 2021 auf fast 4,5 Millionen im Jahr 2026 aus. Stattdessen blieb die Kurve flach. Stand 2024 wurden insgesamt nur 1,6 Millionen 8K-TVs verkauft.

Die schwache Nachfrage zeigt sich auch bei der 8K Association. Der von Samsung federführend gegründete Verband sollte zur Verbreitung der Technologie beitragen. 2022 waren noch namhafte Unternehmen wie TCL, die Panel-Hersteller BOE und Samsung Display sowie Partner wie Prime Video unter den Mitgliedern. Mittlerweile sind nur noch Samsung und Panasonic als Hersteller vertreten – selbst Samsung Display hat die 8K Association verlassen.

Auch interessant: QLED, 8K, HDR, Micro-LED – was bedeuten die TV-Kürzel? 

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Fehlende Inhalte und begrenzter Nutzen

Ein zentrales Problem ist der Mangel an nativen 8K-Inhalten. Streaming, Fernsehen und Spiele setzen überwiegend weiterhin auf 1080p, 1440p oder 4K. Die Anzahl der Inhalte in 8K-Auflösung auf YouTube ist sehr beschränkt. Abgesehen davon gibt es keinen bedeutsamen Streaming-Dienst, der 8K anbietet. Auch die PS5 konnte 8K-Gaming nicht für die Massen verfügbar machen. Aufgrund von Kompatibilitätsproblemen mit verfügbaren Geräten entfernte Sony das 8K-Logo still und heimlich von der Verpackung.

Hinzu kommt, dass der Unterschied zwischen 4K- und 8K-Auflösung für viele kaum wahrnehmbar ist. Eine Studie der University of Cambridge von 2025 zeigt, dass 8K erst bei sehr großen Bilddiagonalen und geringem Sitzabstand Vorteile bringt. Bei einem Abstand von mehr als einem Meter zu einem 65 Zoll großen 8K-TV konnten die Testteilnehmer keinen Unterschied mehr erkennen.

Hinzu kommt selbstverständlich der Preis. In den Zeiten, in denen brauchbare 4K-Fernseher für wenige Hundert Euro erhältlich sind, können sich 8K-Geräte nur in einem stark begrenzten Premium-Segment positionieren. Selbst Samsungs günstigstes 8K-Modell QN900F ist mit mehr als 1500 Euro fast doppelt so teuer wie ein vergleichbares Neo-QLED-Modell mit 4K-Panel.

Andere Merkmale sind wichtiger als die Auflösung

Statt höherer Auflösung stehen bei den TV-Herstellern mittlerweile andere Merkmale im Fokus – allen voran Kontrast und Helligkeit. OLED galt lange Zeit zwar als De-facto-Standard für kontrastreiche Bilder, doch ein Problem bei den organischen Leuchtdioden ist die begrenzte Helligkeit. Mittlerweile bieten Mini-LED-TVs jedoch ähnlich gute Bilder bei deutlich höherer Helligkeit. Marktführer ist derzeit TCL mit dem X11L, der eine maximale Helligkeit von bis zu 10.000 Nits erreicht.

Die Micro-LED-Technologie ist zwar noch in den Kinderschuhen und enorm teuer in der Produktion, kombiniert aber die Vorteile von OLED und LED. Da die Pixel hier selbst leuchten, ist wie bei OLED-Panels keine Hintergrundbeleuchtung notwendig. Da die Mikrolämpchen aber nicht das Einbrennen-Problem ihrer organischen Gegenstücke haben, können sie deutlich heller strahlen.

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