26. September 2025, 15:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Mitte Oktober ist es endlich so weit: Das erste Xbox-Handheld geht offiziell in den Verkauf. Ab sofort lässt sich die Konsole auch in Deutschland vorbestellen. Der Preis hat es allerdings in sich. Das stärkere Modell kostet so viel wie eine Xbox Series X und eine Series S – zusammen.
Selbst Einsteigermodell teuer als Series X und PlayStation 5
Die Konsole von Hersteller Asus mit der Technologie von Microsofts Xbox-Team steht in zwei Varianten zur Verfügung:
- Asus ROG Xbox Ally – 599 Euro
- Asus ROG Xbox Ally X – 899 Euro
Damit kostet bereits das Einsteigermodell so viel wie eine Xbox Series X oder eine PlayStation 5 – und das, obwohl beide Konsolen erst dieses Jahr eine Preiserhöhung bekommen haben. Auch die Switch 2, bei der sich viele Nintendo-Fans über den hohen Preis beschwert haben, ist fast 130 Euro günstiger.
Die ROG Xbox Ally X ist mit 899 Euro sogar die teuerste Konsole mit Microsofts Gaming-Brand überhaupt. Selbst die „Galaxy Black Special Edition“ der Series X mit 2 Terabyte Speicher wirkt mit einem Preisschild von 699,99 Euro daneben günstig.
Handheld-Konsolen sind allerdings zuletzt immer weiter im Preis gestiegen. Die Xbox Ally X konkurriert direkt mit der Claw 8 AI+ von MSI und der Legion Go 2 von Lenovo, die mit 999 Euro und 1099 Euro noch einmal deutlich teurer sind. Angesichts der Tatsache, dass die Xbox Ally X sogar den Z2-Extreme-Chip von AMD mit zusätzlichem KI-Prozessor hat, der den anderen beiden Modellen fehlt, scheint der Preis fast schon angemessen.
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Starke Handheld-Hardware
Xbox Ally und Xbox Ally X ersetzen die Vorgänger Ally und Ally X, die noch ohne das „Xbox“-Branding im Namen kamen, und kommen mit komplett neuer Hardware. Beide Modelle haben einen 7 Zoll großen 120-Hertz-Bildschirm mit 500 Nits Helligkeit und das neue Design mit ergonomisch geformten Griffen.
Die Xbox Ally X ist mit einem Ryzen AI Z2 Extreme ausgestattet, der über acht Zen-5-CPU-Kerne verfügt. Auf dem Chip ist die Grafikeinheit AMD Radeon 890M integriert, die mit 16 RDNA-3.5-GPU-Kernen kommt. Dazu gibt es 24 GB RAM und 1 TB schnellen SSD-Speicher. Das System ist auf eine Verlustleistung (TDP) zwischen 15 und 35 Watt ausgelegt – deutlich mehr als etwa die Switch 2 selbst im Dock-Modus aufnehmen kann. Damit richtet sich das stärkere Modell vor allem an Nutzer, die hohe Leistung auch unterwegs erwarten. Die verbaute Batterie misst 80 Wattstunden.
Das Basismodell hingegen kommt mit einem deutlich schwächeren Chip. Erstmals setzt Asus hier auf den neuen Ryzen Z2 A, der vier Zen-2-CPU-Kerne und acht RDNA-2-GPU-Kerne bietet. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 16 GB, für Inhalte stehen 512 GB SSD-Speicher zur Verfügung. Mit einer TDP zwischen 6 und 20 Watt ist die Xbox Ally für weniger anspruchsvolle Spiele ausgelegt – und dürfte in der Praxis näher an Nintendo Switch 2 und Valves Steam Deck liegen. Mit 60 Wattstunden ist der Akku zwar kleiner als beim X-Modell, für die Hardware aber durchaus angemessen.
Erste mobile Xbox-Konsolen
Beide Handhelds sind die ersten Geräte mit einer speziellen Windows-Version, bei der Microsoft dem Xbox-Team viel Spielraum zur Verbesserung der Gaming-Leistung gegeben hat. Desktop und Windows Explorer starten hier erst gar nicht, mehr Arbeitsspeicher steht für Spiele zur Verfügung. Außerdem dürfte die Bedienung erstmals komplett per Controller möglich sein.
Ich bin gespannt
„Als Steam-Deck-Käufer der ersten Stunde und gelegentlicher Switch-Zocker mit zwei Kindern findet Gaming bei mir mittlerweile zu 90 Prozent Handheld statt. Insofern empfinde ich die großen Entwicklungssprünge, die das Marktsegment derzeit durchläuft, durchaus positiv.
Auf der Gamescom 2025 konnte ich die ROG Xbox Ally X schon einmal ausprobieren. Mich hat vor allem das ergonomische Design überzeugt, und zumindest die Gameplay-Demos liefen mit butterweichen nahezu 120 Bildern pro Sekunde.
Die größte Verbesserung gegenüber der originalen Ally ist aber definitiv der Verzicht auf die klassische Windows-Umgebung, die mich damals beim Testen für TECHBOOK immer wieder aus dem Gaming-Kontext herauszog. Windows 11 auf einem 7-Zoll-Display zu bedienen, macht einfach keinen Spaß. Die Integration von Spielen aus mehreren Plattformen in einer Übersicht und die Eingabe ausschließlich per Controller löst dieses Problem – kein nerviger Umweg mehr über den Desktop.
Wäre da nicht der Preis, hätten Asus und Microsoft mich schon längst gewonnen. Es gibt sicher Gamer, denen die höchste Leistung auch unterwegs wichtig ist. Für mich spielt das aber nur eine Nebenrolle. Wichtig ist, dass die Spiele flüssig laufen. Wenn ich das bombastische Grafikfeuerwerk möchte, spiele ich lieber auf dem PC – mit großem Bildschirm.“