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Neue Einstellung

Twitch-Nutzer müssen handeln – sonst greift die Amazon-KI zu

Smartphone im Querformat vor einem abstrakten Hintergrund in Pink, Lila und Blau. Auf dem Bildschirm ist das Twitch-Logo in Violett auf weißem Hintergrund zu sehen. Die Rückseite zeigt geschwungene Neonlinien und Farbverläufe in verschiedenen Violett-, Pink- und Blautönen.
Die Nutzung von Stream-Inhalten für KI-Modelle ist bei Twitch standardmäßig aktiviert Foto: Getty Images
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Charlotte Ziesing

16. August 2026, 8:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Twitch hat eine neue Einstellung eingeführt, die vielen Streamern nicht gefallen dürfte. Die Plattform erlaubt ihrem Mutterkonzern Amazon, Inhalte von Kanälen für das Training generativer KI-Modelle zu nutzen. Die Neuerung sorgt bereits für Diskussionen, denn die entsprechende Freigabe ist standardmäßig aktiviert. Wer nicht möchte, dass die eigenen Inhalte für KI-Zwecke genutzt werden, muss jetzt aktiv werden.

Die Plattform begründet die Änderung damit, dass Inhalte von Kanälen zur Verbesserung generativer KI-Systeme beitragen können. Betroffen sind verschiedene Bestandteile eines Kanals. Dazu zählen unter anderem Livestreams, Videoaufzeichnungen, Clips, Chatnachrichten sowie Bilder und Texte.

Das eigentliche Problem ist die Voreinstellung

Wie unter anderem das Online-Magazin „TechCrunch“ berichtet, steht nicht die Nutzung von KI, sondern die Art der Umsetzung im Mittelpunkt der Kritik. Viele Streamer stören sich vor allem daran, dass Twitch die Freigabe automatisch aktiviert hat. Nutzer müssen also selbst widersprechen, wenn ihre Inhalte nicht verwendet werden sollen.

Viele Nutzer hätten stattdessen ein Opt-in-Modell bevorzugt. In diesem Fall dürften Inhalte erst nach einer ausdrücklichen Zustimmung verwendet werden. Genau das fordern jetzt zahlreiche Creator. Nur wenige Stunden nach der Ankündigung der neuen Funktion stimmten auf der Twitch-Supportseite über 15.000 Nutzer für eine Änderung.

Ein Nutzer schreibt: „Kreative Inhalte oder Leistungsmedien sollten standardmäßig nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung des Urhebers bzw. Künstlers zum Training von generativer KI verwendet werden. Das ist schlichtweg Diebstahl fremder Werke.“ Viele befürchten außerdem, dass zahlreiche Nutzer die Änderung möglicherweise gar nicht bemerken und deshalb unbeabsichtigt teilnehmen.

Zusätzlichen Ärger löste eine Aussage von Twitch-Produktchef Mike Minton aus. Auf die Frage, warum Twitch kein Opt-in eingeführt habe, antwortete er, dass sich bei einer freiwilligen Zustimmung vermutlich kaum jemand beteiligen würde. Diese Offenheit kam in der Community schlecht an.

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So lässt sich die Funktion deaktivieren

Nutzer, die ihre Inhalte nicht für das Training generativer KI-Modelle freigeben möchten, können die Funktion in den Kontoeinstellungen abschalten. Auf der Twitch-Webseite befindet sich die Option unter „Einstellungen“ sowie „Sicherheit und Datenschutz“. Dort gibt es den Punkt „Training für generative KI“.

In der App führt der Weg über „Profil“, „Einstellungen“ sowie „Sicherheit und Datenschutz“. Nach Angaben von Twitch reicht es aus, die Einstellung einmal zu deaktivieren. Die Änderung gilt anschließend für das gesamte Konto und muss nicht auf jedem Gerät separat vorgenommen werden.

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Aber Achtung, es gibt Grenzen. Wer der Nutzung für generative KI widerspricht, verhindert laut Twitch lediglich die Verwendung der betroffenen Inhalte für künftige KI-Modelle. Andere Systeme, die auf maschinellem Lernen basieren, bleiben davon unberührt. Dazu gehören beispielsweise Funktionen für Moderation, Empfehlungen oder automatische Untertitel.

Eine wichtige Frage bleibt offen

Für manche Streamer dürfte ein anderer Punkt sogar noch schwerer wiegen: Es ist derzeit nicht eindeutig geklärt, ob und in welchem Umfang Twitch-Inhalte bereits in der Vergangenheit für KI-Projekte genutzt wurden.

Laut dem Technik-Magazin „arstechnica“ gab es schon vor Jahren Hinweise darauf, dass Amazon Twitch-Daten für die Entwicklung von KI-Systemen heranzieht. Eine detaillierte Aufschlüsselung, welche Informationen dafür verwendet wurden und seit wann dies geschieht, hat das Unternehmen bislang jedoch nicht veröffentlicht.

Genau deshalb richtet sich ein Teil der Kritik nicht nur gegen die neue Einstellung. Viele Nutzer bemängeln vor allem die fehlende Transparenz. Die aktuelle Debatte dreht sich damit um eine grundsätzliche Frage: Wie deutlich müssen Plattformen kommunizieren, wenn Inhalte ihrer Nutzer in KI-Systeme einfließen? Bei Twitch hat diese Diskussion gerade erst begonnen.

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