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„Birds of Prey“, „Känguru-Chroniken“…

Diese Kinofilme laufen wegen Corona jetzt bei Amazon & Co.

junges Paar auf dem Sofa vor dem Fernseher: Symbolbild Streaming
Der Vorteil beim Streamen: Man ist absolut unabhängig Foto: Getty Images

Corona macht auch der Film- und Kino-Branche hart zu schaffen. Eine Teil-Lösung bietet fast schon paradoxerweise die eigentliche Konkurrenz: Die Streaming-Anbieter.

Wie viele andere Branchen ist auch die Filmindustrie von der Corona-Pandemie betroffen. Drehs werden gestoppt oder gleich ganz verschoben und Postproduktionen laufen nicht wie geplant. Was die Branche ebenfalls hart trifft, sind die geschlossenen Kinos in vielen Ländern auf der ganzen Welt.

Corona bedeutet enormen Einschnitt für die Filmindustrie

Große finanzielle Einbußen zeichneten sich bereits ab, als die Lichtspielhäuser in China wegen des Virus schließen mussten. Immerhin ist die Volksrepublik der zweitwichtigste Markt weltweit – nach den USA. Seit Mitte März sind Kinos auch dort geschlossen. Das bedeutet für manche Filme die Verschiebung der Premiere; für andere, die bereits liefen, eine Verkürzung der Spielzeit. Einige Filme, darunter auch Werke namhafter Studios wie Universal und Pixar, laufen stattdessen für eine Leihgebühr auf Streaming-Plattformen an, um die finanziellen Folgen einzudämmen und das Publikum trotz Pandemie in den Genuss neuer Filme kommen zu lassen.

Eigentlich sind die Streaming-Anbieter eine Konkurrenz für die Studios, vor allem seit Netflix und Co. hochkarätige Eigenproduktionen auf die Beine stellen. Zwar öffnen auch hierzulande die Kinos wieder schrittweise, Freilichtkinos feiern gerade jetzt in der warmen Jahreszeit ein Comeback, allerdings bleiben große Planungsunsicherheiten und Einschränkungen. Deswegen wandern auch weiterhin einige echte Kracher auf die Streaming-Plattformen, die eigentlich auf der großen Leinwand Premiere feiern sollten.

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Diese Filme laufen jetzt bei Streaming-Diensten

Als erstes Studio kündigte Universal schon im März an, einige seiner aktuellen Kinofilme auch als Video-on-Demand anzubieten. Sony, Warner Brothers und Co. folgten schnell, mit etwas Verzögerung auch Marktgigant Disney. Mit seiner neuen Streaming-Plattform Disney+ hat das Unternehmen ausgezeichnete Möglichkeiten, die Filme trotzdem über einen eigenen Kanal zu veröffentlichen. Das kommt Filmen wie dem bald Weltpremiere feiernden „Der einzig wahre Ivan“ zugute. Aber auch dem Streaming-Dienst selbst, für den der Ausbau des exklusiven Inhalts wichtig ist.

Diese Kinofilme sind entweder jetzt kurz nach ihrem Kinostart als Stream zu sehen oder feiern ihre Premiere direkt digital. Die überwiegende Mehrheit gibt es bei Amazon Prime Video gegen eine Leihgebühr von bis zu 18 Euro. Danach kann der Film für 48 Stunden unbegrenzt gestreamt werden.

  • After Midnight (Amazon)
  • Artemis Fowl (ab August auf Disney+)
  • Berlin, Berlin (Netflix)
  • Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn (Amazon, Google Play)
  • Bloodshot (Amazon, Sky, Google Play)
  • Bombshell (Amazon, Sky, Google Play)
  • Chaos auf der Feuerwache (Amazon)
  • Der einzig wahre Ivan (Disney+)
  • Die Känguru-Chroniken (Sky, iTunes, Amazon, Maxdome)
  • Frozen 2 (Amazon, Disney+)
  • Greyhound (Apple TV+)
  • Just Mercy (Amazon)
  • Kopfplatzen
  • Lady Business (Amazon, Sky)
  • Mamacita (Vimeo)
  • Mulan (ab September bei Disney+)
  • Narziss und Goldmund (Amazon, Sky)
  • Onward: Keine halben Sachen (bisher nur in den USA bei Disney+)
  • Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel (Vimeo)
  • Sonic the Hedgehog (Amazon, Sky)
  • Spongebob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung (als VoD angekündigt)
  • The Gentlemen (YouTube)
  • The Hunt (Amazon)
  • The Lovebirds (Netflix )
  • The Rhythm Section – Zeit der Rache (Amazon)

Hinweis: Einige der Filme auf der Liste stehen eventuell inzwischen nicht mehr für den heimischen Stream zur Verfügung.

Zuletzt sorgte die Nachricht für Wirbel, dass nun auch der Mega-Blockbuster „Mulan“, nachdem der Kinostart immer wieder verschoben wurde, direkt bei Disney+ starten wird. Für Disney ist das natürlich eine schöne Lösung, zumal sie damit ihr Angebot um einen Exklusiven Top-Titel erweitern können. Für Unmut sorgte allerdings die Entscheidung, dass dafür ungefähr 30 Dollar zu bezahlen sind – auch wenn man zahlender Disney+-Kunde ist! Natürlich muss Disney die 200 Millionen Dollar Produktionskosten irgendwie wieder hereinholen, aber bereits zahlende Abonnenten erneut zur Kasse zu bitten, stößt vielen sauer auf.

Auch interessant: Serienstarts, die wegen Corona verschoben wurden

Einige Kinostarts werden einfach verschoben

Nachdem bereits viele Starttermine, die ursprünglich für das Frühjahr 2020 angesetzt waren, frühzeitig nach hinten verschoben werden konnten, schlagen die Kinoschließungen mit jedem zusätzlichen Tag höhere Wellen. Einige Frühjahrstermine dieses Jahres wurden bereits auf 2021 gelegt und beißen sich nun wiederum mit den Startdaten der Filme für das nächste Jahr. Die Folge sind weitere Verschiebungen, die die Branche im besten Fall bis Ende des Jahres 2021 begleiten dürften.

Der Starttermin einiger Hochkaräter wie „Wonder Woman 1984“ (Warner Bros.) wurden bereits fünf Mal verschoben. Endgültige Daten gibt es für viele Filme noch nicht. Bisher wurden vergleichsweise wenige Kinostreifen auf die Streaming-Plattformen umgelegt. Sollten die Kinos über den April hinaus überall geschlossen bleiben, kann es aber durchaus sein, dass einige der unten genannten Filme doch noch bei den Streaming-Anbietern landen werden.

  • A Quiet Place: Part II (20. März – neues Datum: 04. September)
  • James Bond: Keine Zeit zum Sterben (02. April – neues Datum: 12. November)
  • Peter Rabbit 2: The Runaway (03. April – neues Datum: 15. Januar 2021)
  • Antlers (17. April – neues Datum: 19. Februar 2021)
  • Black Widow (30. April – neues Datum: 29. Oktober)
  • The Personal History of David Copperfield (08. Mai)
  • Fast & Furious 9 (21. Mai – neues Datum: 01. April 2021)
  • The Spongebob Movie: Sponge on the Run (22. Mai – neues Datum: 31. Juli)
  • F9 (22. Mai – neues Datum: 02. April 2021)
  • Wonder Woman 1984 (05. Juni – neues Datum: 14. August)
  • Saw: Spiral (11. Juni – neues Datum: 20. Mai 2021)
  • Top Gun Maverick (24. Juni – neues Datum: 08. Juli 2021)
  • Minions: The Rise of Gru (03. Juli)
  • Minions 2: Auf der Suche nach dem Mini-Boss (09. Juli – neues Datum: 01. Juli 2021)
  • Ghostbusters: Afterlife (10. Juli – neues Datum: 05. März 2021)
  • Trouble Every Day (23. Juli – neues Datum: 12. November)
  • Morbius (31. Juli – neues Datum: 19. März 2021)
  • Soul (01. Oktober – neues Datum: 26. November)
  • Fatherhood (15. Januar 2021 – neues Datum: 23. Oktober 2021)
  • Uncharted (05. März 2021 – neues Datum: 08. Oktober 2021)
  • Fast & Furious 10 (01. April 2021)
  • Avatar 2 (17. Dezember 2021 – neues Datum: 16. Dezember 2022)

Konflikt zwischen Kinoketten und Filmproduktionen

Des einen Freud ist des anderen Leid – und die Leidtragenden sind in diesem Fall definitiv die Kinos. Wo sich die Streaming-Betreiber, Studios und vielleicht auch der eine oder andere Zuschauer freut, dass die neuesten Filme einfach über den heimischen Bildschirm flackern können, sind die Kinos die Verlierer, wenn sie a) noch viel länger geschlossen bleiben müssen und b) ihnen auch noch weiter große Blockbuster entgehen. Deswegen drohte nun bereits die große Kinokette AMC, in Zukunft überhaupt keine Universal-Filme mehr zu zeigen. Der konkrete Auslöser war die Aussage eines Managers des Universal-Studios, der vorschlug, Filme auch nach Corona parallel zum Kinostart auch auf den Streaming-Plattformen zu veröffentlichen. Grund ist der enorme Online-Erfolg des Films „Trolls World Tour“, der u.a. bei Amazon und Sky zu sehen ist.

Disneys Entscheidung, den Blockbuster „Mulan“ nun doch nicht in den Kinos zu zeigen, sondern für eine zusätzliche Gebühr direkt bei Disney+ zu veröffentlichen, sorgte zusätzlich für Unmut bei den Kinobetreibern. Die Disney-Filme sind seit Jahren Kassenschlager und vielerorts hängen in den zaghaft wiedereröffneten Lichtspielhäusern auch bereits Plakate für den Film. Außerdem könnte diese Entscheidung weitreichende Folgen haben, weil „Mulan“ bisher der größte Film ist, der direkt digital veröffentlicht wird. So könnte auch für die Zukunft die Hemmschwelle diesbezüglich deutlich sinken.

Kinos retten mit #hilfdeinemkino

Dass vor allem die Kinos von der Corona-Krise betroffen sind, führte aber auch zu einer Welle der Solidarität für beliebte Lichtspieltheater. Bei einigen Filmen wie zum Beispiel „Die Känguru-Chroniken“ ist bekannt, dass etwa 15 Prozent der über Video-on-Demand generierten Einnahmen in einen Fonds zur Unterstützung der Kinos hierzulande fließen werden.

Unter dem Hashtag #hilfdeinemkino ist es in Deutschland außerdem möglich, auf der Webseite heimkino.de sein Lieblingskino einzugeben und sich einige Werbeclips anzuschauen. Die anteiligen Erlöse gehen an das jeweilige Kino. Und auch Initiativen wie Kino-on-demand können den Betreibern helfen. Die Erlöse für die dort angesehen Filme kommen ebenfalls den Kinos zugute und jeder fünfte Stream wird darüber hinaus mit einem Kinogutschein belohnt. Teilweise bieten die Kinos auch selbst Streams an, wie zum Beispiel das Arsenal Kino, das preisgekrönte Arthouse-Filme online zeigt.