DVB-T2, Satellit, Kabel

Wie Sie am günstigsten fernsehen

Wer die privaten Sender in HD-Qualität sehen möchte, der muss zahlen, egal bei welcher Empfangsart.
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DVB-T2 HD ersetzt seit dem 29. März in Deutschland den alten Antennenstandard DVB-T. Doch das bringt nicht nur Vorteile, denn der Umstieg wird für Verbraucher teuer. Lohnt sich da noch überhaupt die Antenne oder sind andere TV-Empfangsalternativen günstiger?

Seit dieser Woche ersetzt DVB-T2 HD den alten Standard. Bis Mitte 2019 soll der Umstieg in Deutschland vollzogen sein. Spätestens dann wird der frühere DVB-T-Standard nicht mehr funktionieren – in vielen Regionen jedoch schon früher. Zwar dürfen sich dann Antennennutzer endlich über HD-Qualität bei den Sendern freuen, doch das wird kosten.

Zum einen brauchen Verbraucher entweder einen neuen Fernseher mit DVB-T2-Empfänger oder einen externen Receiver, der in der einfachsten Ausführung ab etwa 30 Euro erhältlich ist. Hinzu kommt eine Antenne, die noch mal etwa 15 Euro kostet. Und selbst wer einen geeigneten Fernseher hat, der muss ein CI+Modul kaufen zum Einschieben in den Kartenslot. Dieses kostet 79,99 Euro plus die bereits erwähnte Antenne.

Der Empfang von öffentlich-rechtlichen Programmen über DVB-T2 in HD-Qualität bleibt kostenfrei. Wer jedoch die privaten Sender sehen will, muss eine Guthabenkarte für 69 Euro pro Jahr kaufen, was dann 5,75 Euro monatlich kostet. Da fragt man sich, ob es mit anderen TV-Alternativen nicht günstiger geht?

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Der gute alte Kabelanschluss

Kabel Deutschland gehört jetzt zu Vodafone und ist in Deutschland beim Kabelfernsehen der Markführer. Viele Mehrfamilienhäuser haben bereits einen Anschluss von Kabel Deutschland, der auf die Mieter in den Nebenkosten umgelegt wird. Wer sich selber einen bestellt, zahlt meist um die 20 Euro Grundgebühr im Monat, hinzu kommen zusätzlich zwischen 5 und 10 Euro für das Kabelfernsehen. Achtung: Häufig haben die Zusatzbuchungen eine Laufzeit von einem oder sogar zwei Jahren. Im Kleingedruckten stehen zudem oft weitere Kosten wie einmalige „Bereitstellungsgebühren“.

Bei vielen Anbietern benötigen Sie für die HD-Programme einen zusätzlichen Receiver, den sie kaufen können oder für eine Gebühr von monatlich 3 bis 4 Euro leihen.

Das Problem mit der Satellitenschüssel

Eine beliebte Alternative zum Kabelanschluss ist die Satellitenschüssel. Wer ein Haus hat, der fährt hier sicherlich am besten, da er frei in der Aufstellung ist. Wer jedoch in einem Mehrfamilienhaus zur Miete wohnt, muss um die Erlaubnis des Vermieters fragen.

Da die meisten neuen Fernseher einen eingebauten Sat-Receiver haben, braucht man eigentlich nur eine Satellitenschüssel, die gibt es schon ab etwa 34 Euro im Internet. Wer jedoch auch die privaten Sender in HD-Qualität genießen möchte, der muss auch hier wieder zahlen: etwa 70 Euro für eine „HD+“-Karte für den CI-Slot des Fernsehers und 5,75 Euro monatliche Gebühr.

Auch interessant: So richten Sie Ihre Satellitenschüssel richtig aus

Fernsehen übers Internet (IPTV)

Der modernste Weg das TV-Programm zu empfangen ist sicherlich das Internet. Die Programmvielfalt ist hier höher als bei DVB-T2 und Kabelanschluss. Zudem funktionieren so zeitversetztes Fernsehen und das Aufzeichnen von Sendungen am besten.

Doch die Grundvoraussetzung ist ein schneller Internetzugang. So wird das TV-Angebot meist an teure DSL-Verträge geknüpft und ist quasi ein Teil des Gesamtpaketes. So bietet die Telekom beispielsweise das MagentaZuhause M Paket (50 MBit/s Flat) mit EntertainTV für 19,95 Euro im ersten Jahr an. Im zweiten Jahr werden es dann 39,95 Euro plus 5 Euro für EntertainTV sowie 4,95 Euro für den Media Receiver. Heißt: Am Ende ist man bei etwa 50 Euro. Die Mindestvertragslaufzeit dieses Angebots beträgt 24 Monate.

Ähnliche Angebote gibt es von Vodafone: Auch hier bekommen Sie IPTV meist mit einem DSL-Anschluss – eine 50-Mbit-Leitung plus Vodafone TV DSL kostet etwa die ersten 12 Monate 28,98 Euro, danach 43,98 Euro im Monat. Wer bereits einen entsprechenden DSL-Anschluss hat, zahlt fürs Fernsehen 8,99 Euro monatlich drauf.

Bei Anbieter 1&1 zahlen Sie fürs Fernsehen 9,99 Euro zusätzlich zu Ihren DSL-Anschluss.

Fazit: Wo schaue ich jetzt am günstigsten fernsehen?

Trotz der neuen Kosten für DVB-T2: Sowohl mit der Antenne als auch mit einer Satellitenschüssel ist der TV-Empfang am günstigsten. Zwar haben Sie einmalig Anschaffungskosten für Schüssel, Antenne oder Receiver, danach fahren Sie aber mit knapp 6 Euro monatlich am günstigsten.

Wer seinen Fernseh-Kabelanschluss bereits mit der Miete bezahlt, muss sich keine weiteren Gedanken machen. Wer den Kabelanschluss selbst bezahlt und ohnehin schon hat, kommt mit einem TV-Aufpreis von teils 5 Euro im Monat ebenfalls günstig weg. Einen Kabelanschluss nur wegen dem TV-Empfang zu buchen lohnt sich hingegen nicht.

Per se am teuersten ist das Internet-Fernsehen. Zunächst einmal brauchen Sie eine entsprechend potente Internetleitung der Telekom, von Vodafone oder 1&1 – die einzigen Anbieter in Deutschland für IPTV. Für das TV-Paket kommen monatlich noch etwa 10 Euro Gebühren plus eventuelle Leih-Gebühren für einen Receiver hinzu. IPTV eignet sich gut für Vielgucker, die eine große Auswahl an Programmen schätzen und viele Sendungen Aufnehmen – die meisten mitgelieferten Receiver haben nämlich eine Festplatte verbaut. Der Nachteil: Ist die Internetverbindung schwach oder fällt aus, gibt es auch kein TV mehr – und die alte Antenne muss es wieder richten.