HD-Fernsehen und weitere Sender

Die TV-Pakete der Kabelanbieter im Überblick

Vor dem Fernseher mit Popcorn
Zum Kabelanschluss lassen sich einige Zusatz-Pakete für mehr Sender und HD-TV buchen
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Viele Menschen empfangen ihr Fernsehprogramm ganz klassisch über den Kabelanschluss. Wer dabei mehr als nur die Standard-Sender empfangen oder die privaten Sender in HD sehen möchte, braucht ein zusätzliches Sender-Paket seines TV-Anbieters. TECHBOOK verrät, welche Pakete Vodafone, Pyur und Co. im Angebot haben und was sie bieten.

Ob als Bestandteil des Mietvertrages oder selbst gebucht – der Kabelanschluss ist in Deutschland der Klassiker, wenn es um den TV-Empfang geht. Doch der reine Anschluss beinhaltet nur einen Bruchteil von dem, was Kunden per Kabel eigentlich empfangen können. Hier sind lediglich die Sender der Öffentlich-Rechtlichen in SD- und HD-Qualität sowie die der Privaten (RTL, ProSieben, Vox etc.) in SD enthalten. Wünschen sich TV-Nutzer eine größere Senderauswahl in HD oder wollen sie spezielle Programme empfangen, müssen sie zusätzliche TV-Pakete auf ihren Basisanschluss buchen. Die Auswahl der Pakete ist dabei abhängig vom Kabelanbieter. Anders als beim DSL-Anschluss können Kunden nicht selbst entscheiden, bei welchem Provider sie einen Vertrag abschließen. Denn die Kabelanbieter haben ein streng aufgeteiltes Ausbaugebiet – versorgt ein Anbieter eine Wohngegend bereits mit Kabel-TV, lässt sich nur bei ihm ein entsprechender Anschluss buchen.

Die Kabel-TV-Anbieter in Deutschland

Noch vor einigen Jahren war die Anbietervielfalt im Kabel-TV-Segment deutlich höher. Doch mittlerweile hat Vodafone hier die klare Vorherrschaft. 2012 hat der Kabelnetzbetreiber Unitymedia den Anbieter Kabel BW übernommen und so sein Ausbaugebiet deutlich vergrößert. Unitymedia gehört seit Anfang 2020 wiederum zu Vodafone. Das gleiche gilt für den Anbieter Kabel Deutschland, der seit April 2014 zum Vodafone-Konzern gehört. Somit vereint Vodafone also alle drei ehemaligen Anbieter und ist in ganz Deutschland als Kabelanbieter tätig. Ein weiterer, überregional tätiger Kabelanbieter ist Pyur, ehemals als Tele Columbus bekannt. Er betreibt sein Kabelnetz in den Regionen Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Neben Vodafone und Pyur gibt es noch einige kleinere, regionale Anbieter, deren Ausbaugebiet deutlich eingegrenzter ist. M-Net ist im Großraum München, Erlangen, Augsburg, Nürnberg und Würzburg tätig und realisiert sein Kabelnetz über Glasfaser. Einzelne Mieter können hier allerdings keinen Kabel-TV-Anschluss buchen, da M-Net Kabelfernsehen aus technischen Gründen nur im gesamten Haus zur Verfügung stellen kann. Hat der Vermieter das Haus jedoch ans Netz angeschlossen, lässt sich das HD-Paket für monatlich 4,90 Euro buchen. Es schaltet etwa 20 Sender der Privaten in HD frei.

NetCologne ist ein Anbieter, der im Rheinland (vor allem Köln/Bonn) arbeitet. NetAachen ist dessen Pendant in Aachen sowie den Kreisen Düren und Heinsberg. Auch diese Provider erlauben es Endkunden nicht, selbst einen TV-Anschluss zu buchen. Für die Versorgung sind einzig die Vermieter zuständig. Gibt es einen solchen Rahmenvertrag, bietet sich die HD-Option als zusätzliches Paket an. Für 6,95 Euro im Monat schaltet sie die Sender der Privaten in HD frei.

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Mit dieser Einschränkung in der individuellen Buchung eines Kabelanschlusses unterscheiden sich die regionalen Anbieter stark von den überregionalen, die eben dies erlauben. Hier sind Hausbewohner nicht davon abhängig, dass der Vermieter oder Hausbewohner einen Rahmenvertrag mit dem Kabelversorger abgeschlossen hat. Dementsprechend umfangreicher fallen auch die angebotenen, optionalen TV-Pakete aus.

Die TV-Pakete im Überblick

Vodafone

Bei Vodafone heißt der Kabelanschluss „TV Connect“ und kostet 10 Euro im Monat. In einigen Fällen ist er Bestandteil des Mietvertrages, die monatlichen Kosten werden dann über die Nebenkosten abgerechnet. Nutzer können den TV-Anschluss aber auch selbst bei Vodafone buchen, sofern der Anbieter an ihrem Wohnort für die Kabelversorgung zuständig ist. Ob das der Fall ist, erfahren Nutzer entweder über ihren Vermieter, oder aber über die Verfügbarkeitsabfrage auf der Webseite des Providers.

Zum Basis-Anschluss können Vodafone-TV-Kunden diverse Pakete zubuchen, um HD-TV freizuschalten oder die Senderauswahl zu erhöhen. Dann benötigen sie allerdings eine SmartCard sowie ein CI+-Modul oder einen Receiver (GigaTV 4K Box), um die verschlüsselten HD-Programme der privaten Sendeanstalten freizuschalten. Die SmartCard ist im einmaligen Bereitstellungspreis von 29,99 Euro bereits enthalten. Für das CI+-Modul verlangt Vodafone jedoch 79 Euro beim Kauf bzw. 3 Euro monatlich bei Gerätemiete. Alternativ können Nutzer aber auch ein CI+-Modul im freien Handel erwerben, das jedoch mit der SmartCard von Vodafone kompatibel sein muss. Den Receiver können Kunden entweder für einmalig 99 Euro kaufen oder für monatlich 5 Euro mieten. Sky-Kunden können sich ihr gebuchtes TV-Paket auch auf die SmartCard des Sky-Q-Receivers buchen lassen. Dazu geben sie bei Vertragsabschluss nur die Seriennummer ihres Receivers sowie die der Sky-SmartCard an. Zusätzliche Hardware von Vodafone benötigen sie dann nicht.

Basic TV

„Vodafone Basic TV“ ist das kleinste Paket von Vodafone. Es kostet 3,99 Euro im Monat und schaltet die HD-Ausstrahlung der Privaten frei. Aktuell lassen sich mit dem Paket bis zu 97 TV-Sender in SD und weitere 54 HD-Sender empfangen. Die komplette Senderübersicht lässt sich hier einsehen.

Für TV-Kunden, die bereits über einen Kabelanschluss verfügen und einfach nur HD-Fernsehen ohne Extras empfangen möchten, dürfte Vodafone Basic TV sicher am interessantesten sein. Doch der Anbieter versteckt das Angebot auf seiner Webseite gut. Über den Reiter „TV“ ist es nicht zu finden. Ebenso erschwert wird die Bestellung des Paketes. Denn sie ist nicht online, sondern nur in den Vodafone-Shops und per Telefon über die Nummer 0800-6649397 möglich.

Doch Vorsicht: Wer Basic TV bucht, bekommt den Zugang zum Paket HD Premium für zwei Monate kostenfrei. Den Probe-Zugang können Kunden nicht abbestellen oder sofort mit Vertragsabschluss kündigen. Eine Kündigung ist erst nach Freischaltung des TV-Paketes möglich, sollte aber innerhalb des ersten Monats erfolgen, damit die Kündigungsfrist greift. Anderenfalls verlängert sich der Vertrag um 12 Monate zu je 9,99 Euro.

HD Premium

Mit „HD Premium“ lassen sich zusätzlich zu den Basis-Sendern von Basic TV noch weitere 22 HD-Sender empfangen. Zu diesen gehören unter anderem FOX HD, TNT Comedy, Film und Serie, SonyAXN HD, 13th Street HD, Universal HD und History HD. Das Paket hat eine Laufzeit von 12 Monaten und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, sofern Kunden nicht mit einer Frist von sechs Wochen zum Vertragsende kündigen. Bei Bestellung über das Kundenportal verringert sich die Kündigungsfrist auf vier Wochen.

HD Premium Plus

Das Plus-Paket können nur Kunden buchen, die bereits Premium HD bestellt haben. Mit „HD Premium Plus“ erhalten sie nochmal bis zu 19 Sender in HD dazu – darunter Sony Channel HD, Discovery HD, Crime + Investigation HD, KClassic HD, RTL Living HD und Sat.1 Emotion HD. Die Mindestlaufzeit beträgt einen Monat, die Kündigungsfrist vier Wochen zum Monatsende. Die ersten zwei Monate lässt sich das Paket kostenlos testen. Wer es dann nicht weiter nutzen möchte, sollte auf eine rechtzeitige Kündigung achten.

GigaTV Cable

Moderner fernsehen lässt sich mit dem Angebot „GigaTV“ von Vodafone. Hier wird der klassische Kabelanschluss mit dem Internet kombiniert, wodurch sich zusätzliche Funktionen ergeben. Kunden können beispielsweise unterwegs über die App fernsehen, Streaming-Dienste zubuchen, Sendungen über die Giga-TV-Box aufnehmen (soweit Sender dies erlauben), sie vorspulen, stoppen oder pausieren. Die Programmauswahl von GigaTV Cable deckt sich mit des Paketes Basic TV. Auch hier empfangen Kunden somit bis zu 97 Sender in SD und weitere 54 in HD.

GigaTV Cable kostet im ersten der zwei Mindestvertragsjahre 9,99 Euro im Monat. Ab dem 13. Monat berechnet Vodafone 14,99 Euro im Monat. Die Kosten sind zusätzlich zu denen des reinen TV-Anschlusses. Wer möchte, kann GigaTV Cable mit HD Premium kombinieren. Das Gesamtpaket gibt es dann etwas günstiger als bei Einzelbuchung. 14,99 Euro pro Monat fallen im ersten und 19,99 Euro ab dem zweiten Nutzungsjahr an.

Pyur

Im Osten Deutschlands ist Pyur als Mitbewerber zu Vodafone vertreten. Stammt die Kabeldose in der Wohnung von Pyur, ist  dieser Kabelanbieter für die Versorgung zuständig. In vielen Fällen sind die Kosten für den TV-Anschluss in den Nebenkosten bereits abgedeckt. Anderenfalls können Nutzer selbst einen Anschluss buchen und freischalten lassen. Pyur berechnet maximal 10 Euro im Monat für den Kabelanschluss. Die Aktivierung schlägt einmalig mit 50 Euro zu Buche. Der Kabel-TV-Anbieter bietet seinen Kunden Zugriff auf über 90 Sender, von denen 38 unverschlüsselt auch in HD zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um die Sender der Öffentlich-Rechtlichen.

Möchten Nutzer auch die Programme der privaten Sendeanstalten in HD empfangen, benötigen sie wie bei Vodafone zusätzliche TV-Pakete. Diese bietet Pyur wahlweise mit 3 Monaten oder 24 Monaten Mindestvertragslaufzeit an. Die Aktivierung der TV-Pakete zum Kabelanschluss kostet einmal 20 Euro – unabhängig von der gewählten Laufzeit.

pureTV HD und advanceTV HD

Die Angebote „pureTV HD“ und „advanceTV HD“ sind der Einstiegstarife. Mit ihnen lassen sich bis zu 23 Sender der Privaten in HD freischalten. Der Unterschied in den Angeboten liegt in der mitgelieferten Hardware – im Paket pureTV ist eine SmartCard und das CI+-Modul für den Fernseher enthalten, im Paket advanceTV HD hingegen eine SmartCard inklusive Receiver in Form der advanceTV-Box. Der Receiver ermöglicht den Zugriff auf die advanceTV-VVideothek, über die Kunden kostenpflichtige Filme leihen können. Außerdem gehört die advanceTV-App zum Angebot.

Preislich unterscheiden sich die beiden Pakete nicht. Zudem sind die Kosten für die Hardware durch die  monatlichen Paketkosten bereits abgedeckt. Dadurch fallen diese etwas höher aus als beim Basispaket von Vodafone. In Verbindung mit einem Zwei-Jahres-Vertrag zahlen Kunden im ersten halben Jahr 5 Euro pro Monat, ab dem 7. Monat dann 10 Euro. Wer die kurze Laufzeitversion wählt zahlt von Beginn an je 10 Euro monatlich. Für den Versand der Hardware kommen einmalig 10 Euro dazu.

advanceTV HD Interactive

Möchten Nutzer Programme aufzeichnen, benötigen sie das Paket „advanceTV HD Interactive“. Hier liefert Pyur die advanceTV-Box inklusive Festplatte mit 1 Terabyte Speicher zum Vertrag. Für diese Funktion berechnet Pyur einen Aufpreis von monatlich 3 Euro, sodass der Monatspreis bei beiden Vertragsversionen 13 Euro beträgt. Im Zwei-Jahres-Vertrag gibt es auch hier das erste halbe Jahr für monatlich 5 Euro.

Premium TV und Premium TV Plus

Zu den TV-Tarifen von Pyur lassen sich weitere Sender freischalten. Dazu benötigen Pyur-Kunden entweder das Paket Premium TV oder Premium TV Plus. Die ersten zwei Monate sind jeweils kostenfrei, danach lassen sich die Pakete jederzeit mit einer Frist von vier Wochen kündigen.

Premium TV speist bis zu 12 zusätzliche Sender ein, von denen 8 in HD ausgestrahlt werden. Dazu gehören unter anderem National Geographic HD, GEO HD, FOX HD, E! Entertainment, RTL Crime und 13th Street HD.  Für das Premium-Paket verlangt Pyur 10 Euro ab dem 3. Nutzungsmonat.

Mit monatlich 15 Euro schlägt hingegen das Paket Premium TV Plus zu Buche. Hier erhalten Kunden aber auch Zugriff auf bis zu 30 zusätzliche Sender, davon 17 in HD. Die Senderauswahl umfasst das Angebot von Premium TV, zusätzlich aber auch Sender wie AXN HD, Crime + Investigation HD, MTV Live HD, ProSieben Fun HD, RTL Living und Sony Channel HD.

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