Für 200 statt 1200 Euro

Das sind die besten Thermomix-Alternativen

Trotz Mega-Preis sind die Leute verrückt nach der Küchenmaschine Thermomix. Wer keine 1.000 Euro versenken will, hat die Auswahl aus mehreren Billig-Klonen.
Foto: Getty Images

Die Kult-Küchenmaschine Thermomix ist nicht nur unglaublich beliebt, sondern mit über 1.000 Euro auch unglaublich teuer. Doch aufatmen: Es gibt zahlreiche Alternativen, teils sogar unter 200 Euro. Was die können, verrät TECHBOOK.

Der Thermomix von Vorwerk ist ein echtes Phänomen: Obwohl die Kult-Küchenmaschine wenig schmackhafte 1.200 Euro kostet, reißen sich die Leute so sehr darum, dass das Wuppertaler Unternehmen mit der Produktion kaum hinterherkommt. Die Folge: Teils wochenlange Wartezeiten und frustrierte Kunden, zumal der Thermomix nicht im Fachhandel erhältlich ist, sondern nur bei Vorwerk direkt geordert werden kann.

Was macht ihn so beliebt? Er vereint zwölf Küchengeräte in einer Maschine: Er mixt, kocht, wiegt, mahlt – und verhilft so auch Kochmuffeln zu essbaren Gerichten. Das Besondere am Modell TM5: Hobbyköche können kleine Rezept-Chips kaufen, die an das Gerät andocken. Auf dem Display gibt es dann eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für verschiedene Gerichte, die Temperatur und die Garzeit regelt das Gerät selbst. Alternativ lädt sich der Küchen-Koloss (8 Kilogramm) Rezepte aus dem Internet.

TECHBOOK stellt die besten Alternativen vor.

Medion Küchenmaschine MD16361

Ein heißes Geschenk für Hobbyköche kommt von Aldi-Zulieferer Medion: Ein Thermomix-Klon für gerade einmal 199 Euro – ein Bruchteil des Preises für das Vorwerk-Original. Was kann der Medion MD16361? Der Lieferumfang unterscheidet sich kaum vom Thermomix: Laut Medion liegen Kochaufsatz (2 Liter), Dampfgarer, Messbecher, Reinigungsbürste, Teigspachtel, Reinigungsbürste und ein Rezeptbuch im Karton.

Auch sonst beherrscht der Medion die Grundfunktionen des Thermomix: Geschwindigkeit, Temperatur und Garzeit lassen sich in verschiedenen Stufen einstellen. Zudem mixt, kocht, zerkleinert oder püriert der MD16361. Ein saftiges Steak rösten klappt allerdings nicht – eine Bratfunktion fehlt wie beim Thermomix auch hier.

TECHBOOK hat das Gerät im Test gegen den Thermomix antreten lassen. Auf viele angenehme Extras muss der Käufer beim Medion verzichten: Dem MD16361 fehlt etwa eine integrierte Waage, den praktischen Rezept-Chip oder Internetfunktionen hat er auch nicht. Auch die Verarbeitung ist nicht so hochwertig wie beim Original. Trotzdem: Beim Probekochen gab es am Ende kaum Unterschiede zwischen den beiden Geräten. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie mal dieses Video an:

Den Medion MD16361 gibt es im Online-Shop von Medion zu kaufen. Bei Aldi wird er vorerst nicht verkauft – der Discounter hatte 2015 schon einmal eine ähnliche Küchenmaschine im Angebot. Die Folge: In einer Filiale in Baden-Württemberg prügelten sich Kunden um das Gerät, Aldi musste die Polizei rufen.

Jupiter ThermoMaster

Im Gegensatz zum Vorwerk-Original und dem Medion-Klon gibt es den Jupiter ThermoMaster auch im Fachhandel zu kaufen, etwa bei Media Markt. Preislich liegt er derzeit bei knapp 250 Euro – und auch hier sind Funktionsumfang und Zubehör stark vom offensichtlichen Vorbild inspiriert: Auch der Jupiter kocht, schlägt, mixt, püriert und knetet, insgesamt hat er wie der Thermomix zwölf Funktionen. Der Test von Stiftung Warentest zeigt sogar: Beim Kochen von Gerichten steht er dem teuren Thermomix in wenig nach. Allerdings gilt wie bei Medion auch hier: An Extras wird gespart, Rezepte gibt es per Buch und nicht per Chip, auch hier fehlt etwa eine integrierte Waage.

Außerdem deckte Stiftung Warentest auf: Das Gerät ist sehr laut, „wandert“ beim Mixen über den Arbeitstisch, auch der Deckel schließt oft nicht richtig – in Sachen Verarbeitung kann er nicht mit dem Thermomix mithalten. Wer sich an der rumpeligen Bauweise nicht stört, bekommt aber eine solide Kochhilfe mit vielen Funktionen.

Statt Rezept-Chip legt Hersteller Jupiter ein Rezeptbuch dazu – man kann für 250 Euro eben nicht alles haben ...

Statt Rezept-Chip legt Hersteller Jupiter ein Rezeptbuch dazu – man kann für 250 Euro eben nicht alles haben …
Foto: Jupiter

Silvercrest Monsieur Cuisine Plus

Lidls Silvercrest ist das Pendant zu Aldi-Zulieferer Medion, der ebenfalls einen Thermomix-Klon im Angebot hat. Das Modell „Monsieur Cuisine Plus“ von Silvercrest wurde von TESTBILD (Ausgabe 4/17) zum Preis-Leistungs-Sieger gekürt. Der Preis liegt ebenfalls bei 199 Euro.

Im Gegensatz zu Medion und Jupiter hat Silvercrest auf einige Funktionen trotz des geringen Preises nicht verzichtet: Es gibt eine Rezeptedatenbank, eine integrierte Waage und ein Thermometer. Auch eine Schnittstelle mit App bietet das Lidl-Gerät. Ein Schritt-für-Schritt-Assistent wie beim Thermomix kann man für den Preis jedoch nicht erwarten.

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Krups Prep & Cook

Miss IFA und der Prep & Cook von Krups. Foto: Messe Berlin

Mit 800 Euro ist die Kochmaschine von Krups zwar günstiger als der Platzhirsch, aber von günstig weit entfernt. Leider macht sich der Preis nicht im Funktionsumfang bemerkbar: Im Gegensatz zum 200-Euro-Modell von Lidl hat der „Prep & Cook“ weder Thermometer noch Waage eingebaut. Rezepte liefert Krups zwar reichlich (mehr als 200 im Lieferumfang), eine Internetanbindung hat die Kochmaschine selbst aber nicht.

Positiv fällt die Bedienung und Verarbeitung ins Gewicht: Die Anzeigen und Knöpfe sind verständlich, der Aufbau ist gut wie beim Thermomix.

Rosenstein & Söhne KM-2513

Trotz edel klingendem Namen ist der Rosenstein & Söhne KM-2513 mit 260 Euro einer der günstigsten Thermomix-Klone. Erhältlich ist er bei Versandhändler Pearl, und auch er – Überraschung – erhitzt, zerkleinert, püriert und rührt. Die scheinbar magische Zahl von zwölf Funktionen hält auch der KM-2513 ein, im Menü sind zudem drei Programme für Suppen, Saucen und Konfitüre verankert. Das mitgelieferte Zubehör ist mit Dampfaufsatz, Messbecher sowie dem obligatorischen Rührspaten ebenfalls vergleichbar mit den Konkurrenten.

Knauserig: Ein echtes Kochbuch legt Pearl nicht dazu, einige Rezepte gibt es immerhin im Handbuch. Im Test der Fachzeitschrift Chip gab es an der Funktionalität des KM-2513 wenig auszusetzen, die Kritikpunkte sind hier ähnlich wie bei anderen Billig-Modellen: Die Verarbeitung, speziell das Display, ist nicht besonders hochwertig, auch fehlen hier die Komfort-Feinheiten wie Waage oder der Rezept-Chip, die den Thermomix ausmachen.

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Lohnt es sich nun also, einem Billig-Kochgerät den Vorzug zu geben? Ja, aber mit Einschränkungen – die Erwartungen sollten bei nur einem Viertel des Thermomix-Preises heruntergeschraubt werden. In erster Linie ersetzten Klone ein paar Haushaltsgeräte wie Mixer oder Pürierstab und sparen beim Kochen etwas Zeit – da etwa Zutaten nicht immer mit dem Messer geschnitten werden müssen oder man die Gerichte direkt kochen kann. Der Thermomix wiederum führt Kochverweigerer dank Finessen wie den Rezept-Chip komplett durch ganze Gerichte – solche Extras haben die günstigen Alternativen nicht. Zudem lässt die Verarbeitung häufig zu Wünschen übrig.