Die Telekom will ihre Kosten in den kommenden Jahren deutlich senken und setzt dafür verstärkt auf künstliche Intelligenz und automatisierte Prozesse. Gleichzeitig soll KI dem Konzern neue Einnahmen bringen und bei verschiedenen Diensten für Privat- und Geschäftskunden zum Einsatz kommen.
Telekom will mit KI Milliarden sparen
Bis 2027 will die Telekom außerhalb der USA brutto rund 1,1 Milliarden Euro gegenüber 2023 einsparen. Bis 2030 sollen die indirekten Kosten sogar rund 2,5 Milliarden Euro unter dem damaligen Niveau liegen. Diese Ziele stellte der Konzern am Montag beim KI-Investorentag in Bonn vor. Einen Teil der zusätzlichen Einsparungen will die Telekom nutzen, um den Glasfaserausbau in Deutschland sowie den eigenen digitalen Umbau voranzutreiben.
Dabei übernimmt KI bereits Aufgaben im Kundenservice. Der Telekom-Chatbot „Frag Magenta“ bearbeitete nach Angaben des Konzerns im ersten Halbjahr 2026 rund 2,6 Millionen Kundenanrufe. Bei Gesprächen mit Mitarbeitern unterstützt KI ebenfalls, indem sie passende Informationen bereitstellt und Anliegen der Kunden dokumentiert.
Auch beim Betrieb des Mobilfunknetzes soll künstliche Intelligenz helfen. Sie kann erkennen, wann eine Überlastung droht, beispielsweise bei Großveranstaltungen. Techniker können dadurch früher reagieren. Nach Angaben der Telekom dauerte die Bearbeitung solcher Fälle in der Vergangenheit mehrere Stunden. Inzwischen seien dafür nur noch rund eine Minute nötig.
Für den stärkeren Einsatz der Technik hat der Konzern bereits mehr als 100.000 Beschäftigte im Umgang mit KI geschult. Eine Frage lässt die Telekom in ihrer Mitteilung allerdings offen: Ob der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz Arbeitsplätze kosten wird, teilt das Unternehmen nicht mit.
Telekom plant neue KI-Dienste
KI soll für die Telekom nicht nur Kosten senken, sondern künftig auch zusätzliche Umsätze bringen. Bei Firmen außerhalb der USA strebt der Konzern für 2030 rund 800 Millionen Euro Umsatz an. Eine Plattform soll unter anderem Routineaufgaben im Kundenservice oder bei Lieferungen übernehmen.
Für Privatkunden ist der „Magenta AI Assistant“ vorgesehen. Er soll Handygespräche live übersetzen und zusammenfassen können, ohne dass dafür eine zusätzliche App oder ein neues Gerät notwendig ist.
Daneben bietet die Telekom bereits weitere KI-Dienste an. „Business GPT“ erstellt für Unternehmen Texte und fasst Inhalte zusammen, wobei auch eigene Daten genutzt werden können. Rechenleistung für KI-Projekte erhalten Firmen über die KI-Fabrik in München. Privatnutzer können wiederum über „Magenta AI“ in der MeinMagenta-App sowie auf dem T Phone 3 mit Perplexity Antworten auf Alltagsfragen erhalten.
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