24. September 2026, 17:43 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Ein internationales Forscherteam hat einen bedeutenden Durchbruch bei der Suche nach Leben im All erzielt. Den Wissenschaftlern gelang es erstmals, ein Radiosignal eindeutig einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zuzuordnen. Die Methode ermöglicht es, Magnetfelder ferner Planeten zu messen. Solche Schutzschilde bewahren Welten vor kosmischer Strahlung und halten ihre Atmosphären zusammen – ein entscheidender Faktor dafür, ob auf einem Planeten Leben möglich ist.
So gelang der sensationelle Durchbruch
Das MeerKAT-Radioteleskop in Südafrika empfing zwischen Februar 2025 und Mai 2026 bei vier Beobachtungen des Beta-Pictoris-Systems jedes Mal kurze, sich wiederholende Radiosignale. Beta Pictoris b, der Ursprung der Signale, ist ein Gasriese etwa 63 Lichtjahre von der Erde entfernt – zehn- bis zwölfmal schwerer als Jupiter. Das Team um Kevin Ortiz Ceballos vom Center for Astrophysics Harvard & Smithsonian veröffentlichte die Ergebnisse Mitte September in dem Online-Archiv arXiv.
Das große Problem bisher: Sowohl Planeten als auch ihre Sterne können Radiowellen aussenden. Die Forscher lösten es mithilfe ferner Quasare – extrem heller Galaxienkerne, die wie kosmische Leuchtfeuer wirken. Sie verglichen die Position der empfangenen Signale mit neun bekannten Quasaren. Ergebnis: Die Signale stammten eindeutig von Beta Pictoris b, nicht von dessen Stern. Die statistische Sicherheit liegt bei mehr als 99,999 Prozent.
Alien-Kontakt vor GTA 6?
Bedeutet das, dass wir jetzt außerirdisches Leben finden, bevor GTA 6 erscheint? Nicht ganz, denn die Radiowellen entstehen durch Polarlichter auf Beta Pictoris b. Ähnlich wie auf der Erde oder Jupiter bilden sie sich, wenn geladene Teilchen entlang der Magnetfeldlinien in die obere Atmosphäre strömen.
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Auf Reddit wird bereits heftig über das Thema diskutiert und natürlich fällt dabei häufiger der Begriff „Aliens“. Ein Nutzer fragt etwas enttäuscht. „Warum können es nie Aliens sein?“ Ein anderer antwortet: „Spoiler-Warnung…die Aliens VERURSACHEN [sic] die Polarlichter.“
Die Signale zeigen eine starke zirkulare Polarisierung – ein charakteristischer Fingerabdruck, bei dem die elektrischen Felder kreisförmig schwingen. Der Planet rotiert extrem schnell: Eine vollständige Umdrehung dauert nur acht bis neun Stunden. Zwei der empfangenen Signale lagen etwa acht Stunden auseinander, was auf einen Zusammenhang mit der Rotation hindeutet.
Aus der Frequenz der Radiowellen berechneten die Forscher die Stärke des Magnetfelds: mindestens 1250 Gauss. Das ist deutlich stärker als Jupiters Feld mit 4,3 Gauss und etwa 2500-mal stärker als das der Erde (0,5 Gauss). Es ist das erste Mal, dass die Magnetfeldstärke eines Exoplaneten direkt gemessen wurde.
Was das für die Suche nach außerirdischem Leben bedeutet
Magnetfelder schützen Planeten vor kosmischer Strahlung und verhindern, dass der Sternwind die Atmosphäre wegbläst – beides entscheidend für Leben. Die neue Methode hilft Astronomen, potenziell bewohnbare Welten zu erkennen. Die Forscher haben bereits sieben weitere Gasriesen identifiziert, bei denen die gleiche Technik funktionieren könnte. Künftige Radioteleskope wie das Square Kilometre Array Observatory sollen ab 2028 50-mal empfindlicher sein und auch schwächere Felder kleinerer, erdähnlicher Planeten messen können.
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