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Milliardeninvestition

Bund und Provider vereinbaren Pakt für schnelleren Netzausbau

Lan-Kabel vor dem Deutschland Adler.
Milliardeninvestitionen sollen mehr Glasfaseranschlüsse schaffen und den Mobilfunkausbau in Deutschland voranbringen Foto: Getty Images
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Sandra Bültermann

11. Juni 2026, 7:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Deutschland soll schneller leistungsfähige Glasfaser- und Mobilfunknetze erhalten. Dafür haben Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen und der Telekommunikationsbranche eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet. Sie soll den Ausbau beschleunigen, Investitionen absichern und bürokratische Hürden reduzieren.

Die Vereinbarung wurde bei einem Treffen im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) in Berlin unterzeichnet. Das Memorandum of Understanding trägt den Titel „Das beste Netz für Deutschland“.

Milliardeninvestitionen für neue Anschlüsse

Die Telekommunikationsunternehmen kündigen für das Jahr 2026 Investitionen in Rekordhöhe an. Insgesamt sollen rund 8,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Glasfasernetzen fließen. Weitere 2,4 Milliarden Euro sind für Mobilfunknetze vorgesehen.

Mit diesen Mitteln sollen noch in diesem Jahr 3,2 Millionen direkt nutzbare Glasfaseranschlüsse, sogenannte „Homes Connected“, entstehen. Zusätzlich sind 2,5 Millionen vorbereitete Anschlüsse geplant, die als „Homes Passed“ bezeichnet werden. Auch für 2027 stehen laut Vereinbarung bereits weitere Milliardenbeträge bereit.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger verweist auf transparente Kennzahlen und regelmäßige Erfolgskontrollen. Damit sollen Investitionen, Ausbaufortschritte und die Dauer von Genehmigungsverfahren künftig nachvollziehbar erfasst werden.

Bundesnetzagentur soll Hinweise prüfen

Ein weiterer Bestandteil des Pakts betrifft die Bundesnetzagentur. Kommunen sollen künftig Hinweise an die Behörde übermitteln können, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit oder Fachkunde einzelner Unternehmen bestehen. Die Bundesnetzagentur prüft diese Meldungen und kann bei Bedarf weitere Schritte einleiten. Ziel ist es, Ausbauprojekte schneller und fachgerecht umzusetzen.

Die Vereinbarung enthält außerdem ein Bekenntnis zu Open Access. Dabei sollen Anbieter ihre Infrastruktur stärker gemeinsam nutzen. Dadurch können mehrere Unternehmen Dienste über dieselben Netze anbieten.

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Die Beteiligten erwarten davon mehr Wettbewerb, eine bessere Auslastung neuer Glasfasernetze und geringere Investitionsrisiken. Gleichzeitig sagen Länder und Kommunen zu, Genehmigungsprozesse schneller und stärker digital abzuwickeln. Digitale Plattformen sollen dabei helfen, den Ausbau zu beschleunigen.

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Verbände begrüßen die Vereinbarung

Die Branchenverbände bewerten das Memorandum grundsätzlich positiv. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bezeichnet das Papier als wichtigen Fahrplan für den Ausbau digitaler Netze. Aus seiner Sicht bremsen vor allem langwierige Genehmigungen und die schwierige Suche nach Standorten für Mobilfunkmasten den Fortschritt.

Auch „ANGA Der Breitbandverband“ unterstützt die Vereinbarung. Präsident Thomas Braun lobt den Austausch zwischen Politik und Branche. Gleichzeitig betont er, dass Gespräche allein Gesetze und Regulierungen nicht ersetzen können.

Beim BREKO bezeichnet Vizepräsident Karsten Kluge das Memorandum als gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Er spricht sich für weniger Doppelstrukturen beim Ausbau und mehr marktgetriebene Kooperationen aus.

Netzbetreiber fordern schnellere Prozesse

Auch die Netzbetreiber unterstützen die Ziele der Vereinbarung. 1&1 Versatel fordert insbesondere digitale Genehmigungsverfahren sowie einen diskriminierungsfreien Zugang zu bestehender Infrastruktur.

VATM-Präsidentin Valentina Daiber sieht in dem Memorandum ein wichtiges Signal für den Ausbau digitaler Infrastruktur. Deutschland könne nur dann zur Spitzengruppe aufschließen, wenn Verfahren einfacher und schneller werden.

Vodafone-Chef Marcel de Groot verweist ebenfalls auf die Bedeutung zügiger Genehmigungen. Besonders beim Bau von Mobilfunkmasten und Gigabit-Leitungen gehe nach seiner Einschätzung weiterhin zu viel Zeit verloren.

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